Balkongeländer mit SolarmodulenDie Energiewende nimmt Formen an und vollzieht sich schon seit mehreren Jahren direkt vor fast jeder Haustür: Eigenheimbesitzer oder fremde Investoren bauen auf Hausdächern Photovoltaikanlagen, um auf diese Weise elektrischen Strom in das öffentliche Netz einzuspeisen. Die Vergütung dieser Leistung ist, auch durch Subventionen bedingt, darauf ausgelegt, dass sich die Anlage nach ein bis zwei Jahrzehnten rechnet. Dieser Ratgeber soll den Leser über die Idee einer in das Balkongeländer integrierten Photovoltaikanlage informieren und gibt am Ende eine kurze Übersicht über die Vor- und Nachteile.

Alternativen zur Dachmontage von Photovoltaik-Modulen nehmen zu

Doch die Zeiten, in denen elektrische Solarmodule zu Beginn fast ausschließlich auf Garagendächern, Hausdächern oder in kleinen Solarparks bzw. Solarkraftwerken zu finden waren, sind vorbei. Längst halten sie auch Einzug in andere Bauelemente:

  • Fassaden können mit Photovoltaik-Modulen verkleidet werden
  • Das Dach selbst kann aus den Modulen gebaut werden, die Solarpanele übernehmen dann zusätzlich die Funktion der Ziegel
  • Der Boden (Terrasse, Einfahrt) könnte mit Photovoltaikmodulen realisiert werden
  • Transparente Module in Glasdächern oder Fenstern
  • Balkongeländer mit integrierten Solarmodulen

Mit dem zunehmenden Preisfall lohnen sich derartige Anlagen nun auch an diesen Stellen (je nach Örtlichkeit) im Vergleich zu früher relativ schnell. Der Gedanke hin zu einem Balkongeländer mit integrierten Solarmodulen fällt an dieser Stelle leicht und lässt sich sogar recht gut realisieren, weil diese Methode inzwischen auch immer öfter angewandt wird.

Die Wirtschaft um die Solarenergie

Wie schon Thomas Alva Edison einst sagte „Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.“, gilt dieses Zitat nun scheinbar für immer mehr Immobilieninhaber: Seit etwa einem Jahrzehnt feiert die Solarbranche einen regelrechten Aufstieg, der sich nun immer weiter vollzieht. Dieser Aussage liegt übrigens die Weltwirtschaft zu Grunde – in Deutschland selbst sind die Solarpanelhersteller eher weniger euphorisch, weil die Konkurrenz im fernen Osten deutlich günstiger produzieren kann.

Der günstige Preis eröffnet neue Nutzungsmöglichkeiten

Wie jedoch bei vielen neuen Ideen, ist auch der Einbau einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage) in das Balkongeländer nicht ganz so einfach zu bewerkstelligen, wie die Montage auf dem Dach: Warum? Weil sich die Idee noch nicht soweit etabliert hat, als dass der Bau eines entsprechenden Balkongeländers zur gängigen Praxis der Handwerksbetriebe geworden ist. Eine Photovoltaikanlage im Balkongeländer unterliegt dabei denselben effizienzbestimmenden Variablen, wie andere Anlagen auch – außerdem kommen noch visuelle und sicherheitstechnische Aspekte hinzu.

Was bei der Planung beachtet werden sollte

Als erstes sollte sichergestellt werden, dass das Balkongeländer nach Süden hin ausgerichtet ist, weil auf diese Weise die Anzahl der jährlichen Sonnenstunden ebenso wie die Intensität der Strahlung einen signifikanten Anstieg erfahren. Außerdem sollte jedes schattenwerfende Hindernis aus dem Weg geräumt werden – hier ist dringend ein Blick in die Zukunft angeraten: Wenn in 5 Jahren ein Haus neben der Anlage gebaut wird, die einen Schatten auf dieselbe wirft, hat das ganze keinen Sinn gehabt. Auch ein wachsender Baum oder andere Dinge können sich jetzt oder in Zukunft negativ auf die Effizienz und damit auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage auswirken.

Vergleichbar einfachere Planung aus solartechnischer Sicht

Anders als bei einer Solaranlage auf dem Dach allerding ist die rein energetische Planung einer PV-Anlage im Balkongeländer etwas einfacher, schlicht aus dem Grund, weil die Örtlichkeit viel leichter zugänglich ist. Zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit helfen einige Tools im Internet. Doch anders als bei der Solaranlage auf dem Dach kommen bei der Anlage im Geländer weitere, wichtige Aspekte hinzu.

Mechanische Belastbarkeit

Eine Solarzelle auf dem Dach muss zwar auch einem Hagelschauer standhalten können, jedoch sind die Module nicht auf eventuelle Belastungen von innen (also von der Rückseite) ausgelegt. Genau diese Art der Kräftewirkung kann aber bei einem Balkongeländer durchaus vorkommen, beispielsweise wenn ein Kind in der Nähe spielt, beim Gartenmöbelrücken oder einfach beim Festhalten am Geländer. Deshalb ist es wichtig darauf zu achten, dass man diesem Umstand durch ein geeignetes Geländer oder entsprechende Solarmodule entgegenwirkt.

Weil das Geländer meistens ohnehin eine Spezialanfertigung sein muss (entweder weil die Bauart des Balkons dies sowieso fordert oder weil normierte Solarmodule deutlich günstiger sind als Spezialanfertigungen oder besondere Module) bietet es sich an, in diesem Zuge gleich die Innenverkleidung der Solarmodule aus dünnen Blechplatten oder Gläsern zu gestalten. Ohne jetzt aber den Eindruck zu hinterlassen, Solarmodule seien zerbrechlich und würden nichts aushalten: Die meisten Solarmodule können auch kurze mechanische Belastungen recht gut verkraften.

Optische Gestaltung

Wer bereits eine Solaranlage auf dem Dach oder einen Einbau einer Anlage mitverfolgt hat, der weiß: Hinter den schönen, kristallinen, blauen oder den tiefen und schwarzen Flächen steckt oft eine optisch wenig ansprechende Plastikplatte und eine Verkabelung. Weil beim Balkongeländer aber die Rückseite des Panels direkt ersichtlich wäre, ist anzuraten, auf eine saubere und versteckte Verkabelung, möglicherweise im Geländer selbst, und auf eine schöne Rückseite zu achten. Sollte beides nicht möglich sein bietet es sich auch hier an, die Rückseite mit anderen Elementen zu verkleiden.

Verschiedene Ausführungen

Welche Module verwendet werden, hängt in erster Linie von der Wirtschaftlichkeit ab. Die meisten Hausbesitzer achten hier fast ausschließlich auf die Amortisationszeit. Erfahrungsgemäß dauert diese im Gegensatz zur Dachanlage bei der Geländer-Anlage etwas länger: Mit 20 Jahren ist durchaus zu rechnen. Weil das Balkongeländer nicht zu plump wirken soll, werden Dünnschichtmodule bevorzugt – auch gibt es aufklebbare Solarfolien.

Die Leistung derartiger dünner Solarpanele ist im Vergleich zu anderen Bauarten aber geringer – daraus resultiert mitunter auch die hohe Amortisationszeit, die übrigens auch von den klassischen Aspekten wie Einstrahlwinkel, Sonnenstunden und Strahlungsintensität abhängig ist.

Beachte: Es gibt keine Serienfertigung

Wenn jemand auf diese Weise in die Zukunft investieren möchte, als dass man sich ein Balkongeländer mit integrierten Solarpanelen zulegt, sollte beachtet werden, dass das Vorhaben einer langen Planungsphase bedarf – schließlich arbeiten an der Anlage mehrere Handwerker zusammen: Schlosser, Metallbauer, Installateure, Monteure, Elektriker, usw. Die Anlage muss auf den individuellen Balkon zugeschnitten sein und sollte auch wirtschaftlich bzw. energetisch äußerst gut durchdacht werden. In der Regel dauert die Planungsphase einer solchen Individualanfertigung etwa zwei bis sechs Monate.

Vor- und Nachteile gelistet:

ProContra
  • profitabel
  • Amortisationszeit recht lang
  • ökologisch sinnvoll
  • Planung aufwendig
  • ökonomisch sinnvoll
  • Investitionskosten hoch
  • optisch attraktiv
  • technisch attraktiv

 

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