Photovoltaik EigenverbrauchGerade einmal 20 Prozent der deutschen Photovoltaikanlagenbetreiber nutzen die erzeugte Energie für den Eigenverbrauch. Das ist viel zu wenig, meint Greenpeace, die sich in einer vor kurzem veröffentlichten Studie intensiv mit der Thematik auseinander gesetzt hat. Die Organisation kommt zu einem Ergebnis von über 90 Prozent, die den Strom für den Eigenverbrauch nutzen könnten – wären diese Anlagen mit einem intelligenten Speicher ausgestattet. Im Auftrag der Organisation Greenpeace Energy untersuchte das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) die Wirtschaftlichkeit und Renditewerte der Photovoltaikanlagen nach den Möglichkeiten zur Nutzung des erzeugten Stroms für den Eigenbedarf. Aufgrund der PV Förderung, aber auch wegen der bislang noch etwas höheren Anschaffungskosten und einer noch nicht in allen Fällen garantierten Laufzeit von über 20 Jahren wäre die Variante der Stromerzeugung für den Netzbetreiber aktuell wirtschaftlicher im Gegensatz zur Eigenverbrauchsregelung.

Realistisch gesehen könnten allerdings etwa mehr als vier Mal so viele Photovoltaikanlagenbetreiber ihren Strom künftig selber nutzen. Weil langfristig die Photovoltaik Hersteller ihre Produkte – auch aufgrund der geplanten Kürzungen der Fördergelder – zu günstigeren Preisen anbieten sollen, aber auch die Laufzeiten künftig wegen der Ausreifung und stetigen Verbesserung der Technik sicher über einen Zeitraum von über 20 Jahren garantiert werden könnten, sei es durchaus möglich, auch mithilfe einer gezielten Förderung speziell für Eigenverbrauchsanlagen diesen Wert zu erreichen. Davon zeigt sich die Umweltorganisation in den Ergebnissen der Studie überzeugt.

Gerade ein Anreiz für den Einbau eines hochleistungsfähigen Speichers in die Anlage fehle derzeit allerdings. Dahingehend appelliert Greenpeace Energy für eine Verbesserung der Fördergelder zur Errichtung speicherfähiger Photovoltaikanlagen.
Mit dem Hintergrund der stetig steigenden Anzahl der Photovoltaikanlagen, die an das öffentliche Netz gehen und der damit verbundenen weiteren Auslastung und möglichen Überlastung der öffentlichen Netze in naher Zukunft ist Marcel Keiffenheim, Leiter Energiepolitik bei Greenpeace Energy, überzeugt, dass diese Netze zunächst stabilisiert werden, aber auch, dass der Eigenverbrauch des Solarstroms zunehmend attraktiver werden kann, weil Preisniveau für selbst erzeugten Strom aus Sonnenenergie in wenigen Jahren vergleichbar mit dem herkömmlichen Haushaltsstrom werden könnte. Eine damit verbundener erforderlicher Ausbau der technischen Voraussetzungen für solche Anlagen sei also durchaus möglich.

Während dessen ging auch in Italien ein bedeutendes Solarkraftwerk unter deutscher Beteiligung ans Netz. Die zunächst sehr umstrittene Thematik im beliebten Urlaubsland wird nun mit Unterstützung der Deutschen Bank, die dabei als Projektmanager fungiert, weiter ausgebaut. Das Solarkraftwerk bietet ein stattliches Leistungsvolumen von über 7,5 Megawatt.

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