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Ratgeber · Technik

Batterietypen für den Hausspeicher: LFP, NMC und der Rest

Welche Zellchemie im Haus sinnvoll ist, worin sich LFP und NMC unterscheiden und woran Sie ein belastbares Datenblatt erkennen.

Redaktion: René LindelaubStand 27. September 20263 Minuten LesezeitSo rechnen wir

Im Heimspeicher sind heute zwei Chemien übrig geblieben, und zwischen ihnen ist die Entscheidung in den meisten Fällen längst gefallen. Interessanter als die Wahl ist deshalb die Frage, welche Datenblattangaben überhaupt etwas bedeuten.

Die Chemien im Vergleich

Zellchemien im VergleichVollzyklen bis 80 Prozent Restkapazität und nutzbarer Anteil der Nennkapazität: LFP 6.000 Zyklen und 95 Prozent, NMC 4.000 und 90, Blei-Gel 1.200 und 60, Salzwasser 3.000 und 90 Prozent.Zyklen in Hundertnutzbarer Anteil in Prozent6095LFP4090NMC1260Blei-Gel3090Salzwasser
Vollzyklen bis 80 Prozent Restkapazität und nutzbarer Anteil der Nennkapazität. Beides zusammen bestimmt, wie viel Strom ein Speicher in seinem Leben bewegt.
ChemieNutzbarVollzyklenEinordnung
LFP – Lithium-Eisenphosphat95 %6.000Heute der Standard im Haus: kein Kobalt, thermisch gutmütig, sehr zyklenfest.
NMC – Nickel-Mangan-Kobalt90 %4.000Kompakter und leichter, dafür empfindlicher gegen Hitze und volle Ladung.
Blei-Gel60 %1.200Nur noch im Inselbetrieb sinnvoll, im Haus aus Kostengründen ausgeschieden.
Salzwasser90 %3.000Unbrennbar und schadstoffarm, aber schwer, groß und kaum noch am Markt.
Nutzbarer Anteil = Entladetiefe, die der Hersteller dauerhaft freigibt. Vollzyklen bis zum Erreichen von 80 Prozent Restkapazität, Herstellerangaben, Stand September 2026.

Rechnerisch ist der Fall damit klar: LFP bewegt je Kilowattstunde Nennkapazität rund 58 Prozent mehr Strom als NMC und ist thermisch deutlich gutmütiger. Dass NMC trotzdem verbaut wird, liegt an der Baugröße – im Keller spielt sie keine Rolle, im Fahrzeug schon.

Was im Datenblatt steht und was es wert ist

  • Nennkapazität und nutzbare Kapazität. Der Unterschied sind 5 bis 10 Prozent bei Lithium. Angebote vergleichen Sie nur über die nutzbare Zahl – sonst vergleichen Sie zwei verschiedene Dinge.
  • Zyklen bei welcher Restkapazität. „6.000 Zyklen“ ohne Angabe des Endkriteriums ist wertlos. Üblich sind 80 Prozent Restkapazität; wer 70 Prozent ansetzt, bekommt eine größere Zahl für dieselbe Zelle.
  • Garantie in Jahren und Zyklen und Restkapazität. Erst alle drei zusammen ergeben eine Zusage. Zehn Jahre auf 70 Prozent ist weniger als zehn Jahre auf 80 Prozent.
  • Round-Trip-Wirkungsgrad. Herstellerangaben von 95 Prozent gelten für die Zelle. Mit Wechselrichter und Standby kommen im Haus rund 90 Prozent an – mit diesem Wert wird auf diesen Seiten gerechnet.
  • Standby-Verbrauch. 10 bis 30 Watt dauerhaft sind üblich. 20 Watt sind 175 Kilowattstunden im Jahr – bei 35,0 Cent rund 61 Euro, jedes Jahr.
  • Temperaturbereich. Ein unbeheizter Keller ist in Ordnung, eine Garage mit Frost nicht. Unter null Grad darf kein Lithiumakku geladen werden.
Die Zyklenzahl ist selten die Grenze

Bei 250 Vollzyklen im Jahr – schon ein hoher Wert – erreicht ein LFP-Speicher die 6.000 Zyklen erst nach 24 Jahren. Vorher endet die kalendarische Lebensdauer. Eine höhere Zyklenzahl im Datenblatt verlängert also nicht automatisch das Leben des Geräts; sie ist erst dann ein Argument, wenn Sie den Speicher wirklich stark nutzen, etwa mit einem dynamischen Tarif.

Sicherheit

LFP-Zellen geraten deutlich schwerer in einen thermischen Durchgehen als NMC-Zellen; das ist der Hauptgrund für ihre Verbreitung im Haus. Verlangen Sie trotzdem den Nachweis nach IEC 62619 und VDE-AR-E 2510-50 und achten Sie auf den Aufstellort: trocken, frostfrei, nicht im Fluchtweg, nicht neben der Heizung.

Häufige Fragen

Kann ich einen gebrauchten Akku aus einem Elektroauto nutzen?

Technisch ja, praktisch selten sinnvoll. Es fehlen Gewährleistung, passendes Batteriemanagement und meist die Nachweise, die der Netzbetreiber und die Versicherung sehen wollen. Der Preisvorteil wird durch den Aufwand aufgezehrt.

Ist Salzwasser die sichere Alternative?

Sie ist unbrennbar und arm an kritischen Rohstoffen, aber schwer, groß und am Markt kaum noch verfügbar. Für Neuanlagen ist die Ersatzteilversorgung das eigentliche Risiko.

Wie erkenne ich, dass mein Speicher altert?

An der nutzbaren Kapazität, nicht an der Anzeige des Ladestands. Notieren Sie einmal im Jahr, wie viele Kilowattstunden zwischen voll und leer tatsächlich durchlaufen – das Energiemanagement zeigt es. Ein Rückgang von ein bis zwei Prozent im Jahr ist normal.

Mehr zum Speicher

Quellen

  • Herstellerangaben zu Zyklenfestigkeit, nutzbarer Kapazität und Wirkungsgrad
  • IEC 62619 und VDE-AR-E 2510-50 – Sicherheitsanforderungen an Batteriespeicher
  • Bundesverband Solarwirtschaft – Preisentwicklung Heimspeicher

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