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Ratgeber · Geld und Recht

Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik: rechnet sich das?

Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik: Amortisationskurve über 25 Jahre, Rendite, Stromgestehungskosten und den typischen Rechenfehlern in Angeboten.

Redaktion: René LindelaubStand 26. September 20264 Minuten LesezeitSo rechnen wir
0 = ohne Annahme über die Zukunft
Bezahlt nach–
Überschuss nach 20 Jahren–
Rendite–
Stromgestehungskosten–
Angesetzte Investition–
Überschuss nach 25 Jahren–

Gerechnet wird Jahr für Jahr: Ertrag mit 0,5 Prozent Alterung, Eigenverbrauch nach der Sättigungskurve, Betriebskosten 1,5 Prozent der Investition. Die Rendite ist der interne Zinsfuß über 20 Jahre. Ohne Finanzierung, ohne Steuern.

Die Kurve oben zeigt das Einzige, was zählt: wann die Anlage bezahlt ist und was danach übrig bleibt. Unter null ist das eingesetzte Geld, über null der Gewinn. Der Knick im Jahr 13 ist der Wechselrichtertausch – den rechnen Verkaufsprospekte gern heraus. Vier Zahlen bestimmen den Verlauf: Investition, Ertrag, Eigenverbrauchsanteil und Strompreis.

Die vier Stellschrauben

Was den jährlichen Vorteil bewegtVeränderung des jährlichen Überschusses gegenüber dem Basisfall in Euro.84 €Strompreis35 statt 30 ct110 €Verbrauch6.000 statt 4.500 kWh319 €Speicher7,5 kWh ergänzt-189 €AusrichtungOst-West statt Süd
Basisfall: 10 kWp, 4.500 Kilowattstunden Verbrauch, 15.000 Euro Investition, 35 Cent Strompreis. Gezeigt ist, wie sich der jährliche Überschuss verändert, wenn man jeweils eine Größe verstellt. Der Speicherfall enthält die Mehrkosten von 2.600 Euro.
  • Eigenverbrauch schlägt alles. Wer mehr im Haus verbraucht, gewinnt am meisten – jede selbst genutzte Kilowattstunde ist rund 27 Cent wert, jede eingespeiste 7,7.
  • Der Strompreis wirkt direkt auf den größten Posten. Fünf Cent mehr oder weniger verschieben den Jahresüberschuss spürbar.
  • Die Ausrichtung kostet Ertrag, aber weniger als viele denken: Ost-West statt Süd bedeutet rund ein Fünftel weniger Ertrag – und etwas mehr Eigenverbrauch.
  • Der Speicher verbessert den Eigenverbrauch und verschlechtert zugleich die Rendite, weil er Geld kostet. Ob er sich lohnt, hängt an seinem Preis je Kilowattstunde.
Einfamilienhaus mit Solaranlage auf dem Ziegeldach bei Sonnenschein
Einfamilienhaus mit Solaranlage auf dem Ziegeldach bei Sonnenschein · Foto: Fotolia, Bildarchiv solarstromerzeugung.de

Drei Kennzahlen, die man auseinanderhalten sollte

KennzahlWas sie sagtWofür sie taugt
Amortisationszeitwann das eingesetzte Geld zurück istanschaulich, aber blind für alles danach
Rendite (interner Zinsfuß)Verzinsung des eingesetzten Kapitals über die Laufzeitvergleichbar mit anderen Anlagen – berücksichtigt den Zeitpunkt der Zahlungen
Stromgestehungskostenwas Sie die selbst erzeugte Kilowattstunde kostetder ehrlichste Vergleich mit dem Strompreis
Das Fraunhofer ISE nennt für kleine Dachanlagen Stromgestehungskosten von 6 bis 14 Cent je Kilowattstunde. Liegt Ihre Rechnung darüber, stimmt meist etwas mit Investition, Ausrichtung oder Ertragsannahme nicht.

Die typischen Rechenfehler

Woran Sie eine geschönte Rechnung erkennen

Strompreissteigerung von 3 bis 5 Prozent: Über 20 Jahre verdoppelt das den Strompreis – und die Rechnung sieht glänzend aus. Belegen lässt sich die Annahme nicht. Stellen Sie den Wert im Rechner oben auf null und sehen Sie, was übrig bleibt.

Eigenverbrauchsquote von 70 Prozent ohne Speicher: Realistisch sind ohne Speicher 25 bis 40 Prozent des Ertrags, je nach Verhältnis von Anlage und Verbrauch.

Kein Wechselrichtertausch: Nach 10 bis 15 Jahren fällt er an. Wer ihn weglässt, rechnet sich um gut tausend Euro reicher.

Keine Alterung der Module: Übliche Garantien sichern nach 25 Jahren noch 85 bis 90 Prozent der Anfangsleistung zu – der Ertrag sinkt also langsam.

Betriebskosten unterschlagen: Versicherung, Zählerkosten, Wartung und Rücklagen summieren sich auf 1 bis 2 Prozent der Investition pro Jahr.

Was sich ab 2027 ändert

Für Anlagen ab 2027 sieht der Gesetzentwurf keine feste Einspeisevergütung mehr vor, sondern eine befristete Übergangszahlung – und eine dauerhafte Begrenzung der Einspeisung auf 50 Prozent der Leistung. Beides verschiebt das Gewicht weiter zum Eigenverbrauch: Der eingespeiste Strom trägt dann kaum noch zur Rechnung bei. Setzen Sie im Rechner oben die Vergütung auf 5,2 Cent und schauen Sie, wie sich die Kurve neigt. Einzelheiten: Einspeisevergütung 2027.

Was die Rechnung verbessert

  1. Verbrauch in die Mittagsstunden verschieben – kostenlos und sofort wirksam, siehe Eigenverbrauch erhöhen.
  2. Große Verbraucher anbinden: Wärmepumpe und Wallbox heben den Eigenverbrauch stärker als jeder Speicher.
  3. Anlage groß genug planen – die Fixkosten fallen ohnehin an, siehe Anlagengröße.
  4. Angebote vergleichen: Die Preisspanne zwischen drei Angeboten ist größer als die meisten Optimierungen, siehe Angebots-Check. Wo Sie die Angebote bekommen, zeigt PV-Anlage kaufen.
  5. Speichergröße nüchtern wählen – der Speicher-Rechner zeigt, ab wann die nächste Kilowattstunde nichts mehr verdient.

Häufige Fragen

Was ist eine gute Amortisationszeit?

Für eine Anlage ohne Speicher sind bei heutigen Preisen 10 bis 14 Jahre üblich, mit Speicher eher 12 bis 16. Entscheidend ist, dass die Anlage danach noch ein Jahrzehnt weiterläuft – Module sind auf 25 bis 30 Jahre ausgelegt. Was neben dem Geld für und gegen eine Anlage spricht, steht unter Vor- und Nachteile von Photovoltaik.

Wie hoch ist die Rendite?

Der Rechner oben nennt den internen Zinsfuß über 20 Jahre. Typisch sind mittlere einstellige Prozentwerte – ohne Kursrisiko, aber auch ohne Verfügbarkeit: Das Geld steckt im Dach.

Lohnt sich die Anlage auch ohne Eigenverbrauch?

Bei reiner Volleinspeisung hängt alles am Vergütungssatz. Heute funktioniert die Rechnung noch, ab 2027 nach dem Entwurf kaum noch. Siehe Volleinspeisung oder Überschuss.

Soll ich die Anlage finanzieren?

Wenn der Zinssatz unter der Rendite liegt, verbessert eine Finanzierung die Eigenkapitalrendite – sie erhöht aber auch das Risiko. Die Wege stehen unter Finanzierung.

Wie wirkt sich Verschattung aus?

Stark und überproportional. Rechnen Sie den Ertrag mit einem realistischen Abschlag – oder lassen Sie eine Verschattungsanalyse machen, siehe Verschattung.

Quellen

Alle Ergebnisse sind überschlägige Modellrechnungen und keine Anlageberatung. Maßgeblich sind Ihr Angebot, Ihr Verbrauch und die Regeln zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme.

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