Zum Inhalt springen
Kostenlose Beratung: 03381 2689168 Sie sind Fachbetrieb für Photovoltaik? Partner werden und Anfragen erhalten
Angebote vergleichen
Ratgeber · Entscheiden

PV-Überschuss steuern 2026: Lesekopf, Shelly und evcc

PV-Überschuss automatisch ins E-Auto, den Heizstab oder Speicher lenken: IR-Lesekopf, Shelly Pro 3EM und evcc im Vergleich, mit Kosten und Rechnung.

Redaktion: René LindelaubStand 21. Oktober 202619 Minuten LesezeitSo rechnen wir

Um PV-Überschuss zu steuern, brauchen Sie zwei Dinge: einen Messwert, der laufend zeigt, ob gerade Strom ins Netz fließt, und eine Steuerung, die daraufhin Wallbox, Heizstab oder Speicher zuschaltet. Messen geht am günstigsten mit einem IR-Lesekopf am Stromzähler ab etwa 15 Euro, den Sie selbst anbringen dürfen, oder mit einem Energiezähler wie dem Shelly Pro 3EM im Verteiler, den eine Elektrofachkraft einbaut. Steuern lässt sich mit der kostenlosen Open-Source-Software evcc, mit Home Assistant oder mit der App des Wechselrichterherstellers. In unserem Rechenbeispiel – 10 kWp, Elektroauto, Heizstab – bringt das rund 340 Euro im Jahr; Messen und Steuern kosten 15 bis 680 Euro und sind dort nach höchstens 2,0 Jahren bezahlt.

15 €–40 €IR-Lesekopf, selbst anzubringenMarktpreise, Abruf 21.10.2026
1,4 kWkleinste Ladeleistung einphasig, dreiphasig 4,1 kWIEC 61851, 6 A · docs.evcc.io
340 €Ersparnis im Jahr im RechenbeispielRechnung unten auf dieser Seite
7,7 → 35 ctWert einer kWh: eingespeist gegen im AutoVergütung 2026, Strompreis BNetzA

Was braucht man, um PV-Überschuss automatisch zu nutzen?

Jede Überschusssteuerung besteht aus drei Teilen, egal welcher Hersteller draufsteht:

  1. Messen: Ein Messwert am Netzanschlusspunkt zeigt laufend, ob das Haus gerade Strom bezieht oder einspeist – und wie viel. Mehr braucht die Regelung nicht; die Erzeugung der Anlage selbst muss sie nicht kennen.
  2. Entscheiden: Eine Software vergleicht den Messwert mit Regeln: „Speist das Haus mehr als 1,4 kW ein, Auto laden.“ Das ist evcc, Home Assistant oder das Energiemanagement des Herstellers.
  3. Schalten: Geräte, die sich regeln lassen, nehmen den Befehl an – eine Wallbox mit Schnittstelle, ein Heizstab mit Leistungsregler, ein Speicher mit offener Schnittstelle.
Überschusssteuerung: messen, entscheiden, schaltenSchema: Das Netz endet am Zähler des Messstellenbetreibers. Gemessen wird entweder mit einem IR-Lesekopf an der optischen Schnittstelle dieses Zählers oder mit einem Energiezähler wie dem Shelly Pro 3EM im Verteiler dahinter. Beide melden der Steuerung, etwa evcc oder Home Assistant, ob gerade Strom ins Netz fließt. Die Steuerung verteilt den Überschuss an Speicher, Wallbox und Heizstab; die Solaranlage speist ins Hausnetz ein.StromnetzZählermME oder iMSysHausnetzVerteilerSolaranlageWechselrichterMessen, Weg AIR-Lesekopf am ZählerMessen, Weg BShelly Pro 3EM im VerteilerSteuerungevcc · Home Assistant · AppSpeicherWallboxHeizstabgestrichelt: Messwertdurchgezogen: Schaltbefehl
Gemessen wird an einer von zwei Stellen: am Zähler oder im Verteiler dahinter. Entschieden wird an einer Stelle. Wer zwei Systeme gleichzeitig regeln lässt, etwa die Hersteller-App und evcc, riskiert, dass beide um denselben Überschuss kämpfen.
Ohne Steuerung ist eine Wallbox ein Zufallsgenerator

Eine gewöhnliche Wallbox lädt mit voller Leistung, sobald das Auto angesteckt ist – auch wenn die Sonne gerade nur einen Teil davon liefert. Ein Heizstab ohne Regelung heizt mit Netzstrom. Erst die Steuerung sorgt dafür, dass Überschuss ankommt und nicht Netzstrom zum vollen Preis.

Messen: IR-Lesekopf, Shelly Pro 3EM oder Zähler des Herstellers?

Für den Messwert gibt es vier Wege. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wer sie anbringen darf und was schon im Haus ist. Bevor Sie etwas kaufen: Wer einen Batteriespeicher hat, hat meist schon einen Energiezähler im Verteiler, den die Steuerung mitlesen kann.

IR-Lesekopf am ZählerShelly Pro 3EM im VerteilerIntelligentes Messsystem (HAN)Energiezähler des Herstellers
Woaußen auf der optischen Schnittstelle des Zählersauf der Hutschiene, Stromwandler um die PhasenSmart-Meter-Gateway des Messstellenbetreibersim Verteiler, per Modbus am Wechselrichter oder Speicher
Wer bringt es anSie selbst – Magnet, kein Eingriff in die AnlageElektrofachkraftMessstellenbetreiberElektrofachkraft
Voraussetzungmoderne Messeinrichtung, PIN vom Messstellenbetreiber, WLAN am ZählerschrankPlatz im Verteiler, NetzwerkiMSys eingebaut, Zugang zur HAN-Schnittstellepassendes System des Herstellers
Preis15 bis 40 €80 bis 160 € plus EinbauEntgelt des Messstellenbetreibers, gesetzlich gedeckeltmeist Teil des Speicher- oder Wechselrichterangebots
Stärkebillig, ohne Elektrikermisst jede Phase einzeln, lokal, schnellamtlicher Messwertpasst ohne Bastelei zum Hersteller-System
Grenzeohne PIN keine Leistungswerte; WLAN im Zählerschrank oft schwachkostet den Einbau; ersetzt nicht den AbrechnungszählerZugang zu Live-Werten je nach Betreiber noch mühsamoft nur mit der App desselben Herstellers voll nutzbar
Preise: Marktpreise, Abruf 21.10.2026, Quellen unten. Der Einbau im Verteiler wird je nach Aufwand berechnet. Die Rechtsfragen zum intelligenten Messsystem stehen unter Smart Meter.

Für die meisten Haushalte mit älterer Anlage ohne Speicher ist der Lesekopf der schnellste Einstieg. Wer ohnehin einen Elektriker im Haus hat – für die Wallbox oder den Heizstab –, lässt den Shelly Pro 3EM im selben Termin setzen. Dann fällt keine eigene Anfahrt an, und der Messwert hängt nicht am WLAN-Empfang im Zählerschrank.

Shelly Pro 3EM: was er misst, wer ihn einbaut, wo seine Grenzen sind

Der Shelly Pro 3EM ist ein dreiphasiger Energiezähler für die Hutschiene. Drei Stromwandler werden um die Außenleiter gelegt, dazu kommt der Spannungsabgriff. Nach Herstellerangabe misst er je Phase bis 120 Ampere mit ±1 Prozent Genauigkeit zwischen 2 und 120 Ampere, in beide Richtungen (Vierquadrantenmessung), und hält mindestens 45 Tage Minutenwerte vor. Er spricht LAN, WLAN und Bluetooth und gibt seine Werte lokal über HTTP, MQTT und WebSocket aus – eine Cloud braucht die Steuerung nicht.

Wo er sitzen muss

Damit die Steuerung Überschuss erkennt, muss der Shelly den gesamten Stromfluss des Hauses sehen: die Wandler direkt hinter dem Zähler, vor dem Abzweig zu Verbrauchern und vor dem Anschluss der Solaranlage. Sitzt er an der falschen Stelle, misst er nur einen Teil – und die Steuerung regelt zuverlässig falsch. Diese Frage gehört deshalb zum Einbau, nicht zur Einrichtung der App.

Wer ihn einbauen darf

Der Einbau ist eine Änderung der elektrischen Anlage im Verteiler. Arbeiten an der Anlage hinter der Hausanschlusssicherung darf nach § 13 Abs. 2 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) außer dem Netzbetreiber nur ein Installationsunternehmen ausführen, das in das Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Dazu kommen die Errichtungsnormen der Reihe DIN VDE 0100. Kurz: Den Shelly Pro 3EM setzt ein eingetragener Elektroinstallationsbetrieb, nicht der Hausherr.

Was er nicht kann

  • Er ersetzt nicht den Zähler des Messstellenbetreibers. Abgerechnet wird weiter dort.
  • Er schaltet selbst nichts Großes. Die Entscheidung trifft die Steuerung, geschaltet wird an Wallbox, Heizstab-Regler oder Speicher.
  • Der ältere Shelly 3EM misst ebenfalls dreiphasig, hat aber keine LAN-Buchse. Im Blechverteiler ist ein Kabel verlässlicher als WLAN.

IR-Lesekopf am Stromzähler: PIN, SML und Tasmota

Moderne Messeinrichtungen – die digitalen Zähler, die beim Zählertausch seit Jahren eingebaut werden – haben vorn eine optische Schnittstelle. Ein Lesekopf wird mit einem Magneten davorgesetzt, liest die Infrarotsignale und schickt sie per WLAN weiter. Verbreitet sind Leseköpfe mit vorinstallierter Open-Source-Firmware Tasmota; sie verstehen das Zählerprotokoll SML und Textformate nach OBIS. Weil der Lesekopf nur außen aufliegt und nichts geöffnet wird, dürfen Sie ihn selbst anbringen. Zähler und Abdeckungen gehören dem Messstellenbetreiber: Plomben bleiben unberührt. Ist die Schnittstelle nur nach Abnehmen einer Abdeckung im Zählerschrank erreichbar, lassen Sie den Lesekopf vom Elektroinstallateur setzen.

Der häufigste Fehler: die fehlende PIN

Ab Werk senden viele Zähler nur die Zählerstände, nicht die aktuelle Leistung. Genau die braucht aber die Steuerung. Freigeschaltet wird sie mit einer vierstelligen PIN, die Sie beim Messstellenbetreiber anfordern – meist ist das Ihr örtlicher Netzbetreiber, nicht Ihr Stromlieferant. Die PIN geben Sie mit einer Taschenlampe über den Lichtsensor des Zählers ein. Danach muss bei vielen Geräten noch die erweiterte Datenausgabe eingeschaltet werden („Inf on“). Zeigt der Lesekopf nach der Einrichtung keine Leistung, liegt es fast immer an diesem Schritt.

  1. PIN beim Messstellenbetreiber anfordern (Zählernummer bereithalten; der Betreiber steht auf der Stromrechnung unter „Messstellenbetrieb“).
  2. PIN mit der Taschenlampe eingeben, erweiterte Anzeige einschalten („Inf on“), dabei die Anleitung des Zählerherstellers nutzen.
  3. Lesekopf mittig auf die optische Schnittstelle setzen, mit dem WLAN verbinden.
  4. In der Tasmota-Oberfläche das Skript für Ihr Zählermodell einfügen – die Tasmota-Dokumentation führt Skripte für viele Modelle – und aktivieren.
  5. Prüfen: Zeigt der Lesekopf bei Sonne Einspeisung an (meist als negative Leistung), stimmt die Richtung.
Wenn der Lesekopf aussteigt

Zählerschränke aus Metall schirmen WLAN ab. Abhilfe: Repeater in der Nähe oder ein Lesekopf mit externer Antenne. Und: Firmware nicht blind aktualisieren – nicht jede Tasmota-Ausgabe enthält die Zählerfunktion.

Lesekopf oder intelligentes Messsystem?

Der Lesekopf liest eine moderne Messeinrichtung aus – einen digitalen Zähler ohne Kommunikationsanbindung. Das intelligente Messsystem ist dieser Zähler plus Smart-Meter-Gateway; es überträgt Werte an den Messstellenbetreiber und ist Voraussetzung für dynamische Tarife und die Steuerung nach § 14a EnWG. Für den Haushalt bietet das Gateway eine eigene Schnittstelle (HAN). Wie bequem man darüber an Live-Werte kommt, hängt bislang stark vom Messstellenbetreiber ab. Für die Überschusssteuerung ersetzt das Gateway den Lesekopf deshalb heute selten. Pflicht, Kosten und Nutzen des Gateways: Smart Meter.

Steuern: evcc, Home Assistant oder die App des Herstellers

evcc: Open Source, für Überschussladen gebaut

evcc ist eine quelloffene Software unter MIT-Lizenz, die Wallboxen, Energiezähler, Wechselrichter, Hausspeicher, Wärmepumpen und Heizstäbe zusammenbringt – lokal, ohne Cloud. Sie läuft auf einem Kleinrechner wie dem Raspberry Pi oder in Docker auf einem vorhandenen Heimserver. Im Modus „Smart“ lädt sie das Auto mit Überschuss und passt den Ladestrom laufend an.

Kostenlos – mit einer Ausnahme: Für viele kommerzielle Wallboxen verlangt evcc einen Sponsortoken: 4 US-Dollar im Monat über GitHub Sponsors, 50 Euro im Jahr oder 150 Euro einmalig. Offene Hardware und einfache schaltbare Steckdosen laufen ohne. Ob Ihre Wallbox betroffen ist, steht in der Geräteliste der Dokumentation – prüfen Sie das vor dem Kauf.

Home Assistant: wenn mehr gesteuert werden soll als Energie

Home Assistant ist eine ebenfalls quelloffene Hausautomation. Shelly und Tasmota lassen sich direkt einbinden, das Energie-Dashboard zeigt Bezug, Einspeisung und Verbrauch. Für Überschussregeln schreiben Sie eigene Automationen – flexibler als evcc, aber mehr Arbeit und mehr Fehlerquellen.

Die App des Herstellers: bequem, aber begrenzt

Wechselrichter- und Speicherhersteller bieten eigene Energiemanager mit eigenem Zähler. Das funktioniert ohne Bastelei, wenn Wallbox und Heizstab vom selben Hersteller kommen oder zertifiziert angebunden sind. Fremdgeräte werden oft gar nicht oder nur schaltend unterstützt.

evccHome AssistantHersteller-App
Kostenfrei; Sponsortoken bis 150 € für manche Wallboxenfreimeist im System enthalten
ÜberschussladenKernfunktion, Phasenumschaltungüber eigene Automationenje nach Hersteller
Heizstab, Wärmepumpeja, als Heizungs-Ladepunktja, über Automationenoft nur eigene Geräte
Aufwandmittel: einrichten nach Anleitunghochgering
Läuft lokaljajateils nur über die Cloud
Stand der Dokumentationen, Abruf 21.10.2026.

Wer Hoymiles-Mikrowechselrichter betreibt und deren Erzeugung ohne Hersteller-Cloud in evcc oder Home Assistant sehen will, liest sie mit OpenDTU aus. Für die Regelung selbst genügt aber der Messwert am Netzanschluss.

PV-Überschussladen: was die Steuerung an der Wallbox macht

Beim PV-Überschussladen bekommt die Wallbox nicht mehr „voll“ oder „aus“, sondern einen Ladestrom, der dem Überschuss folgt. Die Grenze nach unten setzt die Ladenorm IEC 61851: Unter 6 Ampere lädt kein Auto. Daraus folgen zwei Schwellen:

Ladenkleinster Stromkleinste Leistunggrößte Leistung (11-kW-Wallbox)
einphasig6 A1,4 kW3,7 kW (16 A)
dreiphasig3 × 6 A4,1 kW11 kW (3 × 16 A)
Mindeststrom nach IEC 61851, wie in der evcc-Dokumentation beschrieben (1 × 6 A × 230 V und 3 × 6 A × 230 V). Die Höchstwerte gelten für 16 A je Phase.

Liefert die Anlage weniger als 4,1 kW Überschuss, kann eine dreiphasig ladende Wallbox gar nicht mit Sonne laden – sie wartet oder zieht den Rest aus dem Netz. Bei einer 10-kWp-Anlage ist das an trüben Tagen und in den Randstunden der Normalfall. Wallboxen mit Phasenumschaltung wechseln dann auf eine Phase und laden schon ab 1,4 kW. Das ist die wichtigste Frage beim Wallbox-Kauf für Überschussladen, wichtiger als 11 oder 22 kW. Manche Autos laden ohnehin nur einphasig.

§ 14a EnWG: die Wallbox ist steuerbar

Eine Wallbox über 4,2 kW, die seit 2024 angeschlossen wird, gilt als steuerbare Verbrauchseinrichtung. Der Netzbetreiber darf ihren Bezug bei drohender Netzüberlastung vorübergehend drosseln, nicht unter 4,2 kW; dafür sinkt das Netzentgelt. Die Überschusssteuerung bleibt davon unberührt – sie regelt den eigenen Solarstrom, der Netzbetreiber nur den Bezug aus dem Netz. Module und Anmeldung: § 14a EnWG.

Welche Wallbox regelbar ist, was sie kostet und wann sie angemeldet oder genehmigt werden muss, steht unter Wallbox und Photovoltaik. Kommt die Wallbox neu, gehören Steuerung und Messung ins selbe Angebot: Angebote für Wallbox und Einbau anfragen. Sie sehen vor dem Absenden, welche Betriebe Ihre Anfrage erhalten.

Heizstab, Speicher, Auto: in welcher Reihenfolge der Überschuss verteilt wird

Sobald mehr als ein Abnehmer da ist, braucht die Steuerung eine Reihenfolge. Der Maßstab ist einfach: Was ersetzt die teuerste Energie? Eine Kilowattstunde, die im Haus, im Speicher oder im Auto landet, ersetzt Netzstrom für 35 Cent. Eine Kilowattstunde im Heizstab ersetzt Gas samt Kesselverlust für rund 15 Cent. Eine eingespeiste bringt 7,70 Cent.

Reihenfolge der Verbraucher und Wert je KilowattstundeWert einer Kilowattstunde Überschuss je nach Abnehmer: Haushalt 35,0 Cent; Speicher 31,5 Cent; Elektroauto 35,0 Cent; Heizstab 15,0 Cent; Einspeisung 7,7 Cent.1 Haushaltersetzt Netzstrom35,0 ct2 Speicherabends, nach ~10 % Verlust31,5 ct3 Elektroautoersetzt Netzstrom beim Laden35,0 ct4 Heizstabersetzt Gas samt Kesselverlust15,0 ct5 EinspeisungEinspeisevergütung7,7 ct
Der Heizstab steht hinten, weil er die billigste Energie ersetzt. Vor der Einspeisung bringt er trotzdem 7,3 Cent mehr je Kilowattstunde. Ist das Warmwasser heute elektrisch, rückt er auf den Wert von Netzstrom vor.
  1. Haushalt zuerst. Was gerade läuft, nimmt sich den Strom ohnehin – ohne Steuerung.
  2. Speicher oder Auto? Beide ersetzen Netzstrom. Der Speicher verliert rund 10 Prozent, das Auto nicht. Sinnvoll ist deshalb: Speicher vormittags so weit laden, dass er den Abend trägt, dann das Auto. In evcc legen Sie fest, bis zu welchem Ladestand die Hausbatterie Vorrang hat; darüber geht der Überschuss ans Auto. Mehr zum Speicher: PV-Anlage mit Speicher.
  3. Heizstab danach. Er nimmt, was übrig bleibt, und braucht dafür eine stufenlose Regelung, damit er nicht mit Netzstrom heizt. Welcher Heizstab und welche Regelung passen: PV-Heizstab.
  4. Einspeisung zuletzt. Der Rest geht ins Netz – im Sommer immer noch der größte Teil.

Mit einem dynamischen Stromtarif kommt eine zweite Logik dazu: Auto und Speicher laden dann auch nachts, wenn der Börsenpreis tief ist. Das setzt ein intelligentes Messsystem voraus, siehe Speicher und dynamischer Stromtarif.

Rechenbeispiel: 10 kWp, E-Auto mit 12.000 km und Heizstab

Eine 10-kWp-Anlage erzeugt in unserem Modell rund 9.800 kWh im Jahr. Ein Haushalt mit 4.500 kWh Verbrauch nutzt davon ohne Speicher rund 1.490 kWh direkt. Übrig bleiben rund 8.310 kWh Überschuss. Dazu kommen ein Elektroauto mit 12.000 km im Jahr (18 kWh je 100 km inklusive Ladeverlust, also rund 2.160 kWh) und ein Warmwasserspeicher mit 2.900 kWh Wärmebedarf, bisher mit Gas beheizt.

Zuerst ein einzelner Tag, an dem man den Unterschied sieht: Juli, klarer Himmel, das Auto wird um neun Uhr angesteckt und braucht 15 kWh.

Ein klarer Julitag mit und ohne SteuerungModelltag, 10 kWp, rund 69 kWh Solarertrag, Auto ab 9 Uhr angesteckt mit 15 kWh Bedarf. Ohne Steuerung lädt die Wallbox sofort mit 11 kW, 6 kWh davon kommen aus dem Netz, und 52 kWh gehen ins Netz. Mit Steuerung lädt das Auto über den Tag verteilt nur mit Überschuss, der Heizstab nimmt bis zu 8 kWh von dem auf, was das Auto nicht braucht, und es gehen 38 kWh ins Netz.HaushaltAutoHeizstabEinspeisungohne Steuerung5791113151719mit Steuerung5791113151719
Ohne Steuerung zieht die Wallbox um neun Uhr 11 kW, obwohl die Anlage noch nicht so viel liefert: 6 kWh kommen aus dem Netz, und über den Tag fließen 52 kWh ins Netz. Mit Steuerung lädt das Auto dieselben 15 kWh über den Tag verteilt aus Sonne, der Heizstab nimmt auf, was das Auto nicht braucht – eingespeist werden 38 kWh. Modelltag, Rechenweg im Text.

Das Jahr: wohin der Überschuss geht

Über das Jahr entscheidet vor allem, wann das Auto zu Hause steht. Wir rechnen zwei Haushalte: einen, in dem das Auto tagsüber oft zu Hause steht (Homeoffice, Teilzeit, Zweitwagen), und einen Pendlerhaushalt. Die Solaranteile mit Steuerung – 60 und 25 Prozent – sind die Mitten der Spannen auf unserer Wallbox-Seite. Ohne Steuerung setzen wir 20 und 5 Prozent an: Die Wallbox lädt dann sofort mit voller Leistung, und nur der Teil, der zufällig in eine sonnige Stunde fällt, ist Solarstrom.

Wohin der Überschuss eines Jahres gehtAufteilung von rund 8.310 kWh Jahresüberschuss einer 10-kWp-Anlage: ohne Steuerung 430 kWh ins Auto, 0 kWh in den Heizstab, 7.880 kWh ins Netz; mit, Pendler 540 kWh ins Auto, 1.560 kWh in den Heizstab, 6.210 kWh ins Netz; mit, Auto zu Hause 1.300 kWh ins Auto, 1.450 kWh in den Heizstab, 5.560 kWh ins Netz.ins Autoin den Heizstabins Netzohne Steuerung7.880 kWhmit, Pendler1.560 kWh6.210 kWhmit, Auto zu Hause1.300 kWh1.450 kWh5.560 kWh
Auch mit Steuerung geht mehr als die Hälfte des Überschusses ins Netz. Steuerung macht eine Anlage nicht autark, sie holt den wertvollen Teil ins Haus.
Auto zu Hause: ohneAuto zu Hause: mit SteuerungPendler: ohnePendler: mit Steuerung
Solarstrom ins Auto430 kWh1.300 kWh110 kWh540 kWh
Solarstrom in den Heizstab0 kWh1.450 kWh0 kWh1.560 kWh
eingespeist7.880 kWh5.560 kWh8.200 kWh6.210 kWh
Ersparnis Auto/Jahr–240 €–120 €
Ersparnis Heizstab/Jahr–110 €–110 €
zusammen–340 €–230 €
Ersparnis jeweils gegenüber demselben Haushalt ohne Steuerung. Auto: Strompreis 35 Cent minus Vergütung 7,70 Cent. Heizstab: Gaspreis 12 Cent geteilt durch 80 Prozent Kesselwirkungsgrad, minus Vergütung – wie auf der Heizstab-Seite. Heizstab-Modell: je Monat höchstens 80 Prozent des Warmwasserbedarfs und ein Viertel des Restüberschusses. Auf 10 kWh und 10 € gerundet.

Das Ergebnis ist eindeutig: Das Geld steckt im Auto. Jede Kilowattstunde, die statt aus dem Netz aus dem Überschuss kommt, spart 27,3 Cent. Der Heizstab bringt im Gas-Haushalt nur 7,3 Cent je Kilowattstunde und damit rund 110 Euro im Jahr – eine Heizstab-Nachrüstung für 850 bis 2.000 Euro trägt sich davon erst nach vielen Jahren (die ausführliche Rechnung steht unter Heizstab für PV-Überschuss). Anders, wenn das Warmwasser heute elektrisch erzeugt wird: Dann spart derselbe Heizstab rund 390 Euro im Jahr.

Was Messen und Steuern kostet – und wann es bezahlt ist

Was Messen und Steuern kostetEinmalige Kosten ohne Wallbox und Heizstab: Lesekopf, Rechner vorhanden 15 bis 190 Euro; Lesekopf + Kleinrechner 135 bis 310 Euro; Shelly Pro 3EM + Einbau 180 bis 680 Euro. Die Spannen enthalten bis zu 150 Euro für den evcc-Sponsortoken.Lesekopf allein15 bis 190 €mit Kleinrechner135 bis 310 €Shelly + Einbau180 bis 680 €
Ohne Wallbox und Heizstab, die meist ohnehin da sind oder eigens angeschafft werden. Die Einbaukosten für den Shelly sind eine Annahme, kein Marktwert – lassen Sie sie im Angebot ausweisen.
Varianteeinmaligbezahlt nach (Auto zu Hause)bezahlt nach (Pendler)
Lesekopf, Rechner vorhanden15 bis 190 €0,0 bis 0,6 Jahren0,1 bis 0,8 Jahren
Lesekopf + Kleinrechner135 bis 310 €0,4 bis 0,9 Jahren0,6 bis 1,3 Jahren
Shelly Pro 3EM + Einbau180 bis 680 €0,5 bis 2,0 Jahren0,8 bis 2,9 Jahren
Ersparnis aus der Tabelle oben. Lesekopf 15 bis 40 €, Shelly Pro 3EM 80 bis 160 €, Kleinrechner bis 120 €, Sponsortoken 0 bis 150 €, Einbau Shelly 100 bis 250 € (Annahme). Preise: Abruf 21.10.2026.

Was die Rechnung verschiebt

  • Der Strompreis. Bei 30 statt 35 Cent spart die Steuerung im Leitfall rund 300 statt 340 Euro im Jahr.
  • Die Anwesenheit des Autos. Sie wirkt am stärksten: Der Pendlerhaushalt spart rund 230 Euro, die Technik ist dort nach bis zu 2,9 Jahren bezahlt.
  • Ein Speicher. Er nimmt einen Teil des Überschusses vorweg. Für das Auto bleibt dann weniger – die Steuerung lohnt trotzdem, weil sie den Speicher vor dem Auto füllen kann.
  • Das Förderende. Nach 20 Jahren bringt die Einspeisung nur noch den Marktwert. Dazu der nächste Abschnitt.

Sonderfall Ü20: Nach dem Förderende lohnt Steuern mehr

Endet die EEG-Vergütung, bekommt eine eingespeiste Kilowattstunde nur noch den Jahresmarktwert Solar abzüglich einer Vermarktungspauschale – für 2025 rund 3,8 Cent. Mit intelligentem Messsystem halbiert sich der Abzug. Jede Kilowattstunde, die die Steuerung ins Auto oder in den Heizstab lenkt, ist dann noch mehr wert. Im Rechenbeispiel steigt die Ersparnis von rund 340 auf rund 430 Euro im Jahr; der Heizstab bringt im Gas-Haushalt dann 11,2 statt 7,3 Cent je Kilowattstunde.

Für alte Anlagen ist eine Überschusssteuerung deshalb oft der günstigste erste Schritt – noch vor einem Speicher. Steht noch ein Ferraris-Zähler mit Drehscheibe im Schrank, fehlt die optische Schnittstelle; dann bleibt nur der Energiezähler im Verteiler oder der Zählertausch. Was nach 20 Jahren sonst zu entscheiden ist: Förderende nach 20 Jahren und Repowering.

Was Sie selbst machen dürfen – und was die Elektrofachkraft

Arbeitwer
IR-Lesekopf anbringen, PIN eingeben, WLAN einrichtenSie selbst
evcc oder Home Assistant installieren und einrichtenSie selbst
Shelly Pro 3EM oder Herstellerzähler im Verteiler setzeneingetragener Elektroinstallationsbetrieb (§ 13 Abs. 2 NAV)
Wallbox anschließen und beim Netzbetreiber anmeldeneingetragener Elektroinstallationsbetrieb (§ 13 Abs. 2, § 19 Abs. 2 NAV)
Heizstab-Regler fest anschließen, eigener Stromkreiseingetragener Elektroinstallationsbetrieb
Heizstab-Regler mit Schutzkontaktstecker einsteckenSie selbst – Steckdose und Leitung vorher prüfen lassen
Heizstab in den Speicher einbauenHeizungs- oder Sanitärbetrieb
Zähler tauschen, intelligentes MesssystemMessstellenbetreiber
Arbeiten an 230 und 400 Volt nur durch eine Elektrofachkraft. Die Tabelle ersetzt keine Rechtsberatung und keine Prüfung vor Ort.
Lebensgefahr im Verteiler

Auch mit ausgeschalteter Sicherung kann im Zählerschrank Spannung anliegen – vor dem Zähler lässt sich nichts abschalten. Stromwandler setzt nur ein Elektroinstallationsbetrieb, der beim Netzbetreiber eingetragen ist.

Wenn Sie Wallbox, Heizstab oder Energiezähler einbauen lassen wollen: Angebote von Fachbetrieben aus Ihrer Region anfragen – kostenlos. Sie sehen vor dem Absenden, welche Betriebe Ihre Anfrage erhalten.

Häufige Fragen zur Überschusssteuerung

Brauche ich für PV-Überschussladen ein Smart Meter?

Sie brauchen einen Messwert am Netzanschluss, kein intelligentes Messsystem des Messstellenbetreibers. Ein IR-Lesekopf am vorhandenen digitalen Zähler oder ein Energiezähler wie der Shelly Pro 3EM im Verteiler reicht. Viele nennen beides „Smart Meter“ – das Messstellenbetriebsgesetz kennt nur das „intelligente Messsystem“, also Zähler mit Gateway.

Darf ich einen IR-Lesekopf selbst anbringen?

Ja. Er wird mit einem Magneten außen auf die optische Schnittstelle gesetzt, nichts wird geöffnet oder verdrahtet. Für die aktuelle Leistung brauchen Sie meist eine PIN vom Messstellenbetreiber.

Darf ich den Shelly Pro 3EM selbst einbauen?

Nein. Er sitzt im Verteiler und greift in die elektrische Anlage ein. Diese Arbeiten darf nach § 13 Abs. 2 NAV nur ein beim Netzbetreiber eingetragener Installationsbetrieb ausführen.

Ist evcc wirklich kostenlos?

Die Software ist quelloffen und kostenlos. Für viele kommerzielle Wallboxen verlangt das Projekt einen Sponsortoken – 4 US-Dollar im Monat, 50 Euro im Jahr oder 150 Euro einmalig. Offene Hardware und schaltbare Steckdosen laufen ohne.

Ab wie viel Überschuss lädt das Auto mit Sonnenstrom?

Einphasig ab 1,4 kW, dreiphasig ab 4,1 kW. Das folgt aus dem Mindeststrom von 6 Ampere nach IEC 61851. Wallboxen mit Phasenumschaltung nutzen beide Bereiche.

Was bringt eine Überschusssteuerung im Jahr?

In unserem Beispiel mit 10 kWp, Elektroauto und Heizstab rund 340 Euro, wenn das Auto tagsüber oft zu Hause steht, und rund 230 Euro im Pendlerhaushalt. Den größten Teil bringt das Auto, nicht der Heizstab.

Funktioniert ein Lesekopf auch am alten Drehscheibenzähler?

Nein. Ferraris-Zähler haben keine Datenschnittstelle. Dann hilft nur ein Energiezähler im Verteiler oder der Tausch gegen eine moderne Messeinrichtung durch den Messstellenbetreiber.

Was hat § 14a EnWG mit der Überschusssteuerung zu tun?

Er betrifft Wallboxen, Wärmepumpen und Speicher über 4,2 kW: Der Netzbetreiber darf den Bezug aus dem Netz bei Engpässen drosseln, im Gegenzug sinkt das Netzentgelt. Ihren eigenen Solarstrom verteilt die Steuerung weiter frei.

Quellen

Bereit für Angebote?

Jetzt vergleichen, was Ihr Dach kostet

Sieben Fragen, zwei Minuten. Danach melden sich höchstens drei Fachbetriebe — welche es sind, sehen Sie namentlich, bevor Sie absenden. Und nur, wenn Sie zustimmen.

Kostenlos und unverbindlich. Welche Betriebe Ihre Anfrage erhalten, sehen Sie im Formular, bevor Sie es absenden.

Angebote vergleichen