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Ratgeber · Entscheiden

Was ein Stromspeicher kostet – und was eine gespeicherte kWh

Preise je Kilowattstunde nach Größe, die Kosten je gespeicherter Kilowattstunde und die Frage, ab wann sich ein Heimspeicher trägt.

Redaktion: René LindelaubStand 27. September 20264 Minuten LesezeitSo rechnen wir

Der Anschaffungspreis ist die falsche Zahl. Entscheidend ist, was eine einzelne gespeicherte Kilowattstunde kostet – und ob dieser Betrag unter dem liegt, was sie einspart. Genau daran scheitern die meisten Speicherangebote.

Preise nach Größe

Was ein Heimspeicher je Kilowattstunde kostetSchlüsselfertige Preisspannen je Kilowattstunde nutzbarer Kapazität: 5 kWh 900 bis 1.250 Euro, 8 kWh 780 bis 1.060, 10 kWh 700 bis 960, 15 kWh 620 bis 860, 20 kWh 580 bis 800 Euro.5 kWh900 bis 1.250 €/kWh8 kWh780 bis 1.060 €/kWh10 kWh700 bis 960 €/kWh15 kWh620 bis 860 €/kWh20 kWh580 bis 800 €/kWh
Schlüsselfertige Preise je Kilowattstunde nutzbarer Kapazität, inklusive Montage und Inbetriebnahme. Kleine Speicher sind je Kilowattstunde deutlich teurer, weil Wechselrichter, Gehäuse und Montage unabhängig von der Größe anfallen.

Ein 10-Kilowattstunden-Speicher kostet damit schlüsselfertig rund 7.000 bis 9.600 Euro. Die Spanne ist keine Unschärfe, sondern der reale Marktunterschied zwischen einem knapp kalkulierten Angebot und einem Markengerät mit langer Garantie.

Was im Preis stecken muss

Batteriemodule, Batteriewechselrichter oder Hybridgerät, Energiemanagement, Montage, elektrischer Anschluss, Anmeldung beim Netzbetreiber und Inbetriebnahme. Fehlt einer dieser Posten im Angebot, ist es kein Preis, sondern ein Teilpreis – die Angebotsprüfung nennt die vollständige Liste.

Die Zahl, die zählt

Rechnen Sie den Preis auf die Strommenge um, die der Speicher in seinem Leben bewegt. Dafür brauchen Sie drei Größen: die nutzbare Kapazität, die Zahl der Vollzyklen im Jahr und die Lebensdauer. Realistisch sind 250 Vollzyklen im Jahr – mehr schafft ein Speicher in Deutschland kaum, weil er im Winter oft leer bleibt. Bei 15 Jahren Lebensdauer und 90 Prozent Wirkungsgrad des Umwegs über die Batterie ergibt sich:

Was eine gespeicherte Kilowattstunde kostetAnschaffungspreis geteilt durch die Strommenge, die der Speicher in seinem Leben bewegt, in Cent: 5 kWh 26.7 bis 37.0 Cent, 8 kWh 23.1 bis 31.4 Cent, 10 kWh 20.7 bis 28.4 Cent, 15 kWh 18.4 bis 25.5 Cent, 20 kWh 17.2 bis 23.7 Cent.günstig gekauftteuer gekauft26,7 ct37,0 ct5 kWh23,1 ct31,4 ct8 kWh20,7 ct28,4 ct10 kWh18,4 ct25,5 ct15 kWh17,2 ct23,7 ct20 kWh
Anschaffungspreis geteilt durch den Gesamtdurchsatz. Die goldene Säule steht für ein günstig gekauftes Gerät, die graue für ein teuer gekauftes.

Dem gegenüber steht die Ersparnis. Und die ist nicht der Strompreis von 35,0 Cent: Wäre der Speicher nicht da, würde die Kilowattstunde eingespeist und mit 7,70 Cent vergütet. Gespart wird also nur die Differenz – 27,3 Cent je Kilowattstunde.

Das Ergebnis, das kaum jemand ausspricht

Ein günstig gekaufter 10-Kilowattstunden-Speicher kostet 20,7 Cent je gespeicherter Kilowattstunde und spart 27,3 Cent – er trägt sich knapp. Derselbe Speicher teuer gekauft kostet 28,4 Cent und ist damit ein Verlustgeschäft. Der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Angebot entscheidet hier nicht über die Rendite, sondern über ihr Vorzeichen.

Was die Rechnung verschiebt

  • Steigende Strompreise. Jeder Cent mehr beim Bezugspreis vergrößert die Ersparnis je Kilowattstunde unmittelbar. Zehn Prozent Strompreissteigerung bringen rund 3,5 Cent – das ist viel in dieser Rechnung.
  • Sinkende Einspeisevergütung. Wirkt in dieselbe Richtung: Je weniger die Einspeisung bringt, desto mehr lohnt das Behalten. Ab 2027 sinkt der Satz weiter, siehe Einspeisevergütung.
  • Ein dynamischer Tarif. Er erlaubt zusätzliche Zyklen: Laden bei niedrigem Börsenpreis, Entladen bei hohem. Das erhöht den Durchsatz und senkt die Kosten je Kilowattstunde, siehe dynamischer Tarif.
  • Eine Wärmepumpe. Sie verdoppelt den Stromverbrauch und verschiebt ihn in den Winter – die Rechnung sieht dann anders aus, siehe Speicher und Wärmepumpe.
  • Eine Notstromfunktion. Sie kostet 500 bis 2.000 Euro extra und bringt wirtschaftlich nichts – sie ist ein Sicherheitsgewinn, kein Renditeposten, siehe Notstrom.

Häufige Fragen

Gibt es noch Förderung für Speicher?

Bundesweit nicht. Einzelne Länder und Kommunen fördern weiterhin, meist gekoppelt an eine neue Photovoltaikanlage oder eine Wallbox. Die KfW vergibt mit dem Programm 270 Kredite, aber keine Zuschüsse – der Überblick steht unter Förderung.

Lohnt sich ein größerer Speicher, weil er je kWh billiger ist?

Nur bis zu der Größe, die Sie auch füllen und leeren. Kapazität, die im Jahresmittel nie gebraucht wird, senkt den Preis je Kilowattstunde Kapazität, erhöht aber die Kosten je gespeicherter Kilowattstunde – weil sich der Preis auf weniger Durchsatz verteilt.

Was kostet ein Austausch nach zehn Jahren?

Rechnen Sie nicht damit. Ein LFP-Speicher hält bei normaler Nutzung die kalkulierten 15 Jahre; was danach kommt, ist offen. Wer den Austausch in die Rechnung einpreist, macht sie rechnerisch sauber und praktisch unbrauchbar, weil niemand den Preis von 2041 kennt.

Ist der Preis gerade günstig?

Die Preise sind seit 2023 deutlich gefallen und liegen etwa ein Drittel unter dem Stand von damals. Der Rückgang hat sich verlangsamt. Auf weiteres Fallen zu warten kostet jedes Jahr den entgangenen Eigenverbrauch.

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Quellen

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