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Ratgeber · Planen und kaufen

Photovoltaik-Angebote vergleichen: die Posten, die zählen

Wie Sie Angebote vergleichbar machen, welche dreizehn Posten enthalten sein müssen und welche Nachträge am häufigsten kommen.

Redaktion: René LindelaubStand 26. September 20264 Minuten LesezeitSo rechnen wir

Drei Angebote für dasselbe Dach unterscheiden sich regelmäßig um mehrere tausend Euro – und fast nie, weil eines schlecht wäre. Meistens beschreiben sie schlicht verschiedene Anlagen. Vergleichbar werden sie erst, wenn man sie auf dieselbe Grundlage bringt.

Schritt eins: vergleichbar machen

  1. Auf Kilowatt peak umrechnen. 18 Module zu 440 Watt sind 7,92 kWp, 20 Module zu 400 Watt sind 8,0. Teilen Sie den Preis durch die Kilowatt peak – das ist die einzige Zahl, die sich vergleichen lässt.
  2. Speicher herausrechnen. Ein Angebot mit Speicher ist mit einem ohne nicht vergleichbar. Rechnen Sie mit 270 bis 420 Euro je Kilowattstunde nutzbarer Kapazität.
  3. Fehlende Posten ergänzen. Was in einem Angebot steht und im anderen fehlt, rechnen Sie dazu – die Liste unten hilft.
  4. Auf denselben Lieferumfang bringen. Erst dann sagt der Preis je Kilowatt peak etwas aus.
Marktüblicher Preis je Kilowatt peakPreisspanne je Kilowatt peak nach Anlagengröße: 3 kWp 1.550 bis 2.000 Euro, 6 kWp 1.350 bis 1.750, 10 kWp 1.200 bis 1.550, 15 kWp 1.100 bis 1.430, 25 kWp 980 bis 1.280 Euro.3 kWp1.550 bis 2.000 €6 kWp1.350 bis 1.750 €10 kWp1.200 bis 1.550 €15 kWp1.100 bis 1.430 €25 kWp980 bis 1.280 €
Marktübliche Spannen je Kilowatt peak, schlüsselfertig ohne Speicher. Liegt Ihr Angebot deutlich darunter, fehlt meist etwas; liegt es deutlich darüber, fragen Sie nach dem Grund. Beides kann berechtigt sein.

Das muss im Angebot stehen

PostenWarum er zählt
Module: Hersteller, Typ, Leistung, StückzahlOhne Typenbezeichnung ist kein Vergleich möglich
Installierte Leistung in kWpDie einzige Größe, über die sich Angebote vergleichen lassen
Wechselrichter: Hersteller, Typ, LeistungBestimmt Lebensdauer und spätere Erweiterbarkeit
Unterkonstruktion: System und HerstellerEntscheidet über Dichtigkeit und Statik
! Statiknachweis und SchneelastzonePflicht, fehlt aber regelmäßig
! GerüstJe nach Haus 600 bis 1.500 Euro
! ZählerschrankumbauAlte Schränke erfüllen die Norm oft nicht
! Überspannungsschutz AC und DCSchützt gegen die häufigste Schadensursache
Elektroinstallation und LeitungswegeDer größte Arbeitsanteil nach der Montage
NetzanschlussanmeldungMuss der Betrieb machen, nicht Sie
! Inbetriebnahme und EinweisungOhne Einweisung kennen Sie Ihre Anlage nicht
! Dokumentation mit SeriennummernGrundlage für Garantie und Versicherung
Zahlungsplan und TermineGehört ins Angebot, nicht erst in den Vertrag
Die mit einem Ausrufezeichen versehenen Posten fehlen in günstigen Angeboten am häufigsten und tauchen später als Nachtrag auf. Der Angebots-Check prüft die Liste automatisch ab.

Die typischen Nachträge

Diese Posten fehlen in günstigen Angeboten am häufigsten und kommen später als Nachtrag. Zusammen können das 1.500 bis 3.500 Euro sein:

  • Gerüst, 600 bis 1.500 Euro – je nach Haushöhe und Standdauer.
  • Zählerschrankumbau, 500 bis 1.500 Euro – bei Schränken älter als etwa 30 Jahre fast immer nötig.
  • Überspannungsschutz, 300 bis 700 Euro – schützt gegen die häufigste Schadensursache, siehe Blitzschutz.
  • Zusätzliche Dachdurchdringungen oder Ziegelarbeiten, 200 bis 800 Euro.
  • Schneefanggitter, 20 bis 50 Euro je laufendem Meter – oft Pflicht, siehe Schnee.
Die eine Frage, die alles offenlegt

Fragen Sie schriftlich: „Was ist in diesem Preis nicht enthalten, das für den Betrieb der Anlage nötig ist?“ Die Antwort – oder das Ausbleiben einer Antwort – sagt mehr über den Betrieb als jedes Zertifikat.

Worauf Sie außerdem achten

  • Bindefrist. Zwei bis vier Wochen sind üblich. Kürzere Fristen sind ein Verkaufsinstrument.
  • Ertragsprognose. Sie ist eine Schätzung, keine Zusage – es sei denn, sie steht als zugesicherte Eigenschaft im Vertrag. Prüfen Sie sie gegen den Ertragsrechner.
  • Zahlungsplan. Gehört ins Angebot, nicht erst in den Vertrag.
  • Fertigstellungstermin. Ohne Termin im Vertrag gibt es keinen Verzug.

Häufige Fragen

Mein Angebot liegt unter der Spanne – ist das gut?

Erst prüfen, dann freuen. Vergleichen Sie den Lieferumfang mit der Liste oben. Deutlich unterhalb der Spanne fehlt fast immer etwas – oder die Anlage ist kleiner als besprochen.

Lohnt sich Verhandeln?

Wenig über den Preis, mehr über den Umfang. Der Materialanteil ist klein, die Marge auch. Verhandeln Sie lieber über fehlende Posten, über den Zahlungsplan oder über die Verlängerung der Gewährleistung.

Sind Komplettangebote mit Speicher günstiger?

Manchmal, aber sie sind schwerer zu vergleichen. Lassen Sie sich den Speicher gesondert ausweisen – dann sehen Sie, was er wirklich kostet, siehe Speicherkosten.

Was ist mit Mehrwertsteuer?

Auf Lieferung und Installation am Wohngebäude fällt keine an. Alle genannten Preise sind Endpreise, siehe Steuer.

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Quellen

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