Photovoltaik mieten oder kaufen? Die ehrliche Rechnung
PV-Anlage mieten, pachten oder kaufen: 20-Jahres-Rechnung für 10 kWp mit Speicher, Vertragsfallen, Dachpacht, Speicher mieten – und wann Miete sinnvoll ist.
Eine Photovoltaikanlage zu mieten ist über 20 Jahre teurer als der Kauf aus eigenem Geld – in unserer Rechnung für 10 kWp mit Speicher um rund 6.300 Euro. Gegen einen Kredit ist der Abstand klein: Bei der niedrigsten veröffentlichten Rate von 135 Euro im Monat liegen Miete und ein Kredit zu 4 Prozent fast gleichauf. Entscheidend sind deshalb die Höhe der Rate und das Kleingedruckte – beides zeigt diese Seite.
Miete lohnt sich rechnerisch nur, wenn die Monatsrate niedrig ist: Über rund 152 Euro ist sie in unserem Beispiel teurer als jeder Kredit bis 5 Prozent, über rund 109 Euro teurer als der Kauf aus Eigenkapital. „Solaranlage für 0 Euro“ bedeutet beim Einfamilienhaus fast immer Miete oder Pacht. Echte Dachverpachtung gibt es meist erst für große Dächer. Prüfen Sie vor allem, was beim Hausverkauf passiert.
So funktioniert die Miete einer Solaranlage
Bei der Miete baut ein Anbieter die Anlage auf Ihr Dach und bleibt ihr Eigentümer. Sie zahlen eine feste Monatsrate, meist über 20 Jahre, und nutzen den Strom. Wartung, Reparaturen und Versicherung sind oft in der Rate enthalten. Die Namen der Modelle sagen wenig: „Miete“, „Pacht“ und „Leasing“ werden am Markt unscharf verwendet. Entscheidend ist, was im Vertrag steht – darauf weist auch die Verbraucherzentrale hin.
| Modell | Wem gehört die Anlage? | Wer erhält die Einspeisevergütung? | Was passiert am Ende? |
|---|---|---|---|
| Miete | dem Anbieter | in der Regel Sie als Betreiber | Rückbau, Verlängerung oder Kauf zum Restwert |
| Mietkauf / Leasing mit Übernahme | dem Anbieter, am Ende Ihnen | in der Regel Sie | Übergang ins Eigentum, oft gegen eine Schlusszahlung |
| Contracting / Strom vom eigenen Dach | dem Anbieter | dem Anbieter | Sie kaufen ihm den Strom ab, meist zu einem festen Preis je kWh |
| Dachverpachtung | dem Investor | dem Investor | Sie erhalten eine Pacht für die Fläche, oft über 20 Jahre und mehr |
Für Sie als Hausbesitzer sind meist die ersten beiden Modelle gemeint, wenn von „Photovoltaik mieten“ oder „PV-Anlage leasen“ die Rede ist. Die Finanzierung über Kredit und KfW steht unter Photovoltaik-Finanzierung, Zuschüsse unter Photovoltaik-Förderung – diese Seite vergleicht Miete und Kauf miteinander.
Mieten, Kredit oder Eigenkapital: die Rechnung über 20 Jahre
Wir rechnen ein Einfamilienhaus mit 4.500 kWh Jahresverbrauch und einer 10-kWp-Anlage mit 10 kWh Speicher, Südwestdach mit 30 Grad Neigung – dasselbe Haus wie im Beispiel auf Photovoltaik-Kosten. Drei Wege, dieselbe Anlage, dieselbe Ersparnis. Das Modell entspricht unseren Rechnern zur Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik.
- Kaufpreis: 17.600 Euro – Mitte der Spanne für 10 kWp (12.300 bis 16.000 Euro) plus 10 kWh Speicher zu 345 Euro je kWh.
- Nutzen: 9.797 kWh Ertrag im ersten Jahr, davon 3.193 kWh selbst genutzt. Gespart werden 35 Cent je selbst genutzter kWh, eingespeist wird zu 7,70 Cent. Macht im ersten Jahr 1.626 Euro.
- Alterung: Die Module verlieren 0,5 Prozent Ertrag im Jahr; im Mittel liefern sie über 20 Jahre 95,4 Prozent des ersten Jahres.
- Vergütung: 7,70 Cent für Inbetriebnahmen bis Ende 2026; ab 2027 plant der Gesetzgeber weniger, siehe Einspeisevergütung 2027.
- Beim Kauf zahlen Sie zusätzlich: Betriebskosten von 1,5 Prozent der Investition im Jahr (264 Euro), einen Wechselrichtertausch im Jahr 13 (1.300 Euro) – und nach 15 Jahren endet der Speicher. Wir ersetzen ihn nicht, sein Beitrag fällt also für fünf Jahre weg.
- Bei der Miete: 135 Euro im Monat, die niedrigste Rate, die der ADAC im September 2026 für 10 kWp mit Speicher nennt. Wartung, Versicherung, Wechselrichter und Speicher über die volle Laufzeit unterstellen wir als enthalten – zugunsten der Miete.
- Kredit: voller Kaufpreis, 4 Prozent effektiv, 20 Jahre, monatliche Rate 107 Euro.
| Kauf mit Eigenkapital | Kauf mit Kredit 4 % | Miete 135 €/Monat | |
|---|---|---|---|
| Nutzen über 20 Jahre | 29.112 € | 29.112 € | 31.024 € |
| Kaufpreis bzw. Raten | −17.600 € | −25.597 € | −32.400 € |
| Betriebskosten | −5.280 € | −5.280 € | in der Rate |
| Wechselrichtertausch | −1.300 € | −1.300 € | in der Rate |
| Saldo nach 20 Jahren | 4.932 € | −3.065 € | −1.376 € |
| Anlage nach 20 Jahren | gehört Ihnen | gehört Ihnen | laut Vertrag |
Was das heißt: Wer das Geld hat, fährt mit dem Kauf am besten – rund 6.300 Euro besser als mit der Miete. Gegen den Kredit zu 4 Prozent liegt die günstigste Miete in dieser vorsichtigen Rechnung sogar leicht vorn, weil wir dem Kauf Betriebskosten, Wechselrichter und Speicherende voll anrechnen und der Miete nichts davon. Der Unterschied kippt aber schnell: Die Rate von 135 Euro ist der niedrigste veröffentlichte Wert, nicht der übliche.
Ab welcher Monatsrate die Miete teurer wird
Die wichtigste Zahl für Ihr eigenes Angebot ist der Gleichstand: die Rate, bei der Miete und Kauf nach 20 Jahren gleich dastehen. Liegt Ihr Mietangebot darüber, zahlen Sie für die Bequemlichkeit drauf.
Rechnen Sie Ihr Angebot so nach: Monatsrate mal 240 ergibt die Gesamtsumme. Stellen Sie sie dem Kaufpreis einer gleich großen Anlage gegenüber, den Sie mit den Preisen nach Anlagengröße und dem Wirtschaftlichkeitsrechner ermitteln. In unserem Beispiel liegt der Gleichstand gegen Eigenkapital beim 1,5-Fachen des Kaufpreises; was deutlich darüber liegt, ist ein teurer Service. Was in einem Kaufangebot stehen muss, steht unter Angebot prüfen.
Was die Rechnung nicht enthält
- Die Jahre nach der Laufzeit. Eine gekaufte Anlage arbeitet weiter. Allein die Module bringen in Jahr 21 noch rund 1.090 Euro – bei der Miete hängt das von Kaufoption oder Rückbau ab.
- Strompreissteigerung. Sie erhöht den Nutzen in allen drei Wegen gleich und ändert die Reihenfolge nicht.
- Zinsen auf Erspartes. Wer sein Geld sonst anlegen würde, liegt irgendwo zwischen Eigenkapital- und Kreditlinie.
- Zählerkosten. Sie fallen in beiden Modellen an; wir rechnen sie nur beim Kauf ein.
Die Vertragsfallen bei der Miete
- Laufzeit. 20 Jahre sind üblich, eine vorzeitige Kündigung meist ausgeschlossen oder teuer. Rechnen Sie, wie alt Sie und das Dach bei Vertragsende sind.
- Rate mit Wertsicherung. Steigt die Rate jährlich oder mit einem Index? Bei 2 Prozent im Jahr zahlen Sie über 20 Jahre rund 7.000 Euro mehr.
- Hausverkauf. Der Käufer muss den Vertrag übernehmen – oder Sie lösen ihn ab. Lassen Sie sich die Ablösesumme für jedes Vertragsjahr schriftlich geben.
- Grundbuch. Manche Anbieter sichern ihr Eigentum mit einer Dienstbarkeit im Grundbuch (§ 1090 BGB). Die bleibt beim Verkauf stehen und kann Käufer und Banken stören. Damit die Anlage nicht Teil des Hauses wird, vereinbaren Anbieter sie häufig als Scheinbestandteil (§ 95 BGB).
- Versicherung. Wer versichert Anlage, Ertragsausfall und Schäden am Dach? Melden Sie die Anlage in jedem Fall Ihrer Wohngebäudeversicherung – siehe Photovoltaik-Versicherung.
- Kaufoption am Ende. Steht der Restwert fest oder „nach Vereinbarung“? Nur eine feste Zahl lässt sich vergleichen.
- Einspeisevergütung. Bei der Miete sind meist Sie Anlagenbetreiber und erhalten die Vergütung. Bei Contracting erhält sie der Anbieter. Steht das nicht im Vertrag, fragen Sie.
- Steuer. Die Miete selbst fällt nicht unter den Nullsteuersatz (Abschnitt 12.18 UStAE). Achten Sie darauf, ob die genannte Rate 19 Prozent Umsatzsteuer enthält. Als Betreiber sind Ihre Einnahmen bei Anlagen bis 30 kWp einkommensteuerfrei (§ 3 Nr. 72 EStG) – siehe Photovoltaik und Steuer.
- Insolvenz des Anbieters. Was passiert mit Service und Vertrag, wenn der Anbieter aufgibt? Ein Vertrag über 20 Jahre überdauert manches Unternehmen.
- Haustürgeschäft. Haben Sie zu Hause oder am Telefon unterschrieben, gilt ein Widerrufsrecht von 14 Tagen (§ 312g, § 355 BGB).
Ein Mietvertrag über 20 Jahre bindet in unserem Beispiel 32.400 Euro. Die Verbraucherzentrale rät, solche Verträge vor der Unterschrift genau zu prüfen – lassen Sie sich dabei beraten. Allgemeine Regeln zu Vertrag und Abnahme stehen unter Vertrag und Abnahme. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung.
Solaranlage für 0 Euro, kostenlos aufs Dach: was dahintersteckt
Angebote wie „Solaranlage kostenlos“ oder „Photovoltaik für 0 Euro“ meinen beim Einfamilienhaus fast immer eines von drei Dingen: eine Miete ohne Anzahlung, einen Mietkauf oder ein Contracting, bei dem Sie den Strom vom eigenen Dach kaufen. Kostenlos ist daran nur der Start – bezahlt wird über die Rate oder den Strompreis. Das ist nicht unseriös, aber es ist keine Gratis-Anlage.
Dachfläche vermieten: für wen es sich eignet
Echte Dachverpachtung funktioniert umgekehrt: Ein Investor baut auf Ihrem Dach eine Anlage, betreibt sie selbst und zahlt Ihnen eine Pacht. Projektierer suchen dafür in der Regel große, zusammenhängende Flächen – Hallen, Scheunen, Gewerbedächer mit mehreren hundert Quadratmetern. Ein Einfamilienhausdach mit 40 bis 60 Quadratmetern ist für dieses Modell zu klein. Für Mehrparteienhäuser gibt es eigene Wege, siehe Photovoltaik auf dem Mehrfamilienhaus und Mieterstrom.
Stromspeicher mieten: wann es sich rechnet
Einen Speicher allein zu mieten, etwa zu einer bestehenden Anlage, ist eine eigene Rechnung. Der Speicher spart nur die Differenz zwischen Strompreis und Einspeisevergütung, also rund 27,3 Cent je verschobener kWh. Mehr als er einbringt, darf die Monatsrate nicht kosten.
Für einen 10-kWh-Speicher liegt die Grenze in diesem Haushalt bei rund 33 Euro im Monat. Was ein gekaufter Speicher kostet, steht unter Speicherkosten; wie Sie einen nachrüsten, unter Speicher nachrüsten; Anlage und Speicher zusammen unter PV-Anlage mit Speicher.
Wann Miete vernünftig sein kann – und wann nicht
Miete kann passen, wenn Sie kein Eigenkapital einsetzen wollen und keinen Kredit bekommen oder wollen, etwa weil eine Bank bei langer Laufzeit im Alter zögert; wenn Sie sich um nichts kümmern möchten; und wenn die Rate unter der Gleichstandsrate für Ihr Haus liegt.
Miete passt eher nicht, wenn Sie das Haus in den nächsten Jahren verkaufen oder vererben wollen, das Dach in absehbarer Zeit saniert werden muss, oder Sie Geld auf dem Konto haben, das kaum Zinsen bringt. Dann ist der Kauf einer PV-Anlage fast immer die bessere Wahl.
Am besten entscheiden Sie mit Zahlen: Holen Sie ein Mietangebot und Kaufangebote für dieselbe Anlage ein. Für den Kauf: drei Angebote aus Ihrer Region anfragen. Sie sehen vor dem Absenden, welche Betriebe Ihre Anfrage erhalten.
Häufige Fragen zu Photovoltaik-Miete und Pacht
Was kostet es, eine Photovoltaikanlage zu mieten?
Der ADAC nennt im September 2026 Raten ab rund 80 Euro im Monat für etwa 6 kWp ohne Speicher, ab rund 115 Euro mit Speicher und ab rund 135 Euro für 10 kWp mit Speicher; insgesamt reicht die Spanne von 50 bis 300 Euro. Über 20 Jahre sind 135 Euro im Monat 32.400 Euro.
Ist es besser, eine PV-Anlage zu mieten oder zu kaufen?
Mit Eigenkapital ist der Kauf in unserer Rechnung rund 6.300 Euro günstiger. Gegen einen Kredit kommt es auf die Rate an: Unter rund 142 Euro im Monat kann die Miete mithalten, darüber nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Miete und Pacht bei Photovoltaik?
Rechtlich erlaubt die Pacht zusätzlich, die Erträge zu ziehen. Am Markt werden beide Begriffe für dasselbe Modell verwendet. Maßgeblich ist, was der Vertrag zu Eigentum, Vergütung und Vertragsende regelt.
Was passiert mit der gemieteten Anlage, wenn ich das Haus verkaufe?
Der Käufer muss den Mietvertrag übernehmen, sonst lösen Sie ihn ab. Die Bedingungen stehen im Vertrag – lassen Sie sie sich vor der Unterschrift für jedes Jahr beziffern.
Gibt es wirklich Solaranlagen für 0 Euro?
Nicht kostenlos, nur ohne Anzahlung. Bezahlt wird über eine Monatsrate oder einen Strompreis an den Anbieter. Echte Dachpacht, bei der Sie Geld bekommen, gibt es meist nur für große Dächer.
Kann ich meine Dachfläche für Photovoltaik vermieten?
Bei Hallen, Scheunen und Gewerbedächern mit mehreren hundert Quadratmetern oft ja. Der Investor sichert sich das Nutzungsrecht in der Regel über eine Dienstbarkeit im Grundbuch. Für ein Einfamilienhaus findet sich meist kein Pächter.
Lohnt es sich, einen Stromspeicher zu mieten?
Nur wenn die Rate unter dem liegt, was der Speicher spart. Bei 4.500 kWh Verbrauch und 10 kWp sind das für 10 kWh rund 33 Euro im Monat.
Wer bekommt bei einer gemieteten Anlage die Einspeisevergütung?
Bei der klassischen Miete in der Regel Sie, weil Sie die Anlage betreiben. Beim Contracting erhält sie der Anbieter, und Sie kaufen ihm den Strom ab.
Quellen
- ADAC: Solaranlage mieten – Vor- und Nachteile – Mietraten nach Anlagengröße, Wertsicherungsklauseln, Artikel vom 16.09.2026
- Verbraucherzentrale: Photovoltaik – Solaranlage mieten, eine Alternative zum Kauf? – Vertragsprüfung, Bezeichnungen Miete und Pacht
- Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fassung 20.08.2026 – Betriebskosten, Ertrag
- KfW: Förderkredit 270 „Erneuerbare Energien – Standard“ – Konditionen tagesaktuell
- BMF-Schreiben vom 27.02.2023 zum Nullsteuersatz (Abschnitt 12.18 UStAE)
- § 12 Abs. 3 UStG – Nullsteuersatz für Photovoltaikanlagen
- § 3 Nr. 72 EStG – Steuerbefreiung für Anlagen bis 30 kWp
- § 1090 BGB – beschränkte persönliche Dienstbarkeit
- § 95 BGB – Scheinbestandteil
- § 312g BGB – Widerrufsrecht bei Verträgen außerhalb von Geschäftsräumen
- § 355 BGB – Widerrufsfrist 14 Tage
- Bundesnetzagentur: EEG-Fördersätze – Vergütungssätze
- Vergleichsrechnung: eigene Rechnung mit dem Modell von Wirtschaftlichkeitsrechner und Speicher-Rechner, Stand 21.10.2026. Zinssatz, Index und Speicherlebensdauer sind Annahmen, keine Marktdaten.
Wenn Sie lieber kaufen: drei Angebote aus Ihrer Region anfragen. Sie sehen vor dem Absenden, welche Betriebe Ihre Anfrage erhalten.