Autark und mobil: Solarstrom ohne Netzanschluss
Inselanlagen für Wohnmobil, Gartenhaus und Hütte: was sie vom Hausdach unterscheidet, wie man sie auslegt und wo die Grenzen liegen.
Eine Inselanlage hat kein Netz im Rücken. Was sie nicht erzeugt, fehlt – und was sie zu viel erzeugt, ist verloren, sobald die Batterie voll ist. Aus diesem einen Unterschied folgt alles andere: die Auslegung, die Batteriewahl und die ehrliche Antwort darauf, was im Dezember noch geht.
Was den Inselbetrieb vom Hausdach unterscheidet
| Hausdach am Netz | Inselanlage | |
|---|---|---|
| Überschuss | geht ins Netz, wird vergütet | verfällt, sobald die Batterie voll ist |
| Unterdeckung | Netz springt ein | es geht nichts mehr |
| Batterie | optional | zwingend |
| Auslegung nach | Dachfläche und Jahresverbrauch | Tagesverbrauch im schwächsten Monat |
| Spannung | 230 V Wechselstrom | 12 oder 24 V Gleichstrom, 230 V nur über Wechselrichter |
Die vierte Zeile ist die wichtigste: Eine Inselanlage wird nach dem schwächsten Monat ausgelegt, nicht nach dem Jahresmittel. Wer im Dezember Strom braucht, braucht ein Vielfaches dessen, was im Juli reichen würde – siehe Ertrag berechnen.
Womit Sie rechnen müssen
Rechnen Sie Ihren Bedarf zusammen, bevor Sie über Module nachdenken. Ein Wattpeak Modul liefert im Inselbetrieb etwa 4,0 Wattstunden am Sommertag, 2,2 im Frühjahr und Herbst und nur 0,7 im Dezember. Für 700 Wattstunden am Tag braucht es im Sommer also rund 175 Watt peak – im Winter das Fünf- bis Sechsfache.
Die Batterie entscheidet über die Kosten
Der Anschaffungspreis führt hier regelmäßig in die Irre. Entscheidend ist, was eine Kilowattstunde über das Leben der Batterie kostet – die Tabelle unter Inselanlage rechnet es aus.
Die Themen
- Inselanlage – die Bestandteile und die Auslegung
- Wohnmobil und Camping – Module, Batterie, Montage
- Gartenhaus – was für welchen Bedarf reicht
- Solarsets – Komplettpakete und ihre Grenzen
- Selber bauen – was erlaubt ist und was nicht
- Solarleuchten und Ladegeräte – die kleine Lösung
Wer dagegen ein Dach am Netz hat, ist unter Photovoltaik fürs Eigenheim richtig – und wer nur eine Steckdose sucht, unter Balkonkraftwerk.
Häufige Fragen
Kann ich ein Haus autark versorgen?
Netzunabhängig übers ganze Jahr: praktisch nicht. Dafür bräuchte es einen saisonalen Speicher, der Sommerstrom in den Winter trägt – das kostet mehr als der Netzstrom von Jahrzehnten. Für Hütten und Wochenendhäuser ohne Netzanschluss ist eine Inselanlage dagegen oft die einzige und die günstigste Lösung.
Brauche ich eine Genehmigung?
Für eine Inselanlage ohne Netzverbindung in der Regel nicht, und ins Marktstammdatenregister muss sie auch nicht. Sobald eine Verbindung zum öffentlichen Netz besteht, gelten die normalen Regeln – siehe netzgekoppelte Anlage.
Was kostet eine kleine Inselanlage?
Für Gartenhaus oder Wohnmobil mit 100 bis 200 Watt peak, Laderegler und LiFePO4-Batterie: rund 600 bis 1.400 Euro. Der größte Posten ist die Batterie.
Quellen
- Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fassung 20.08.2026 – Erträge und Degradationsraten
- Verbrauchswerte: Datenblätter gängiger 12-Volt-Geräte, Stand September 2026
- Batteriedaten: Herstellerangaben zu Zyklenfestigkeit und Entladetiefe