Zum Inhalt springen
Kostenlose Beratung: 03381 2689168 Sie sind Fachbetrieb für Photovoltaik? Partner werden und Anfragen erhalten
Angebote vergleichen
Ratgeber · Technik

OpenDTU 2026: Hoymiles auslesen ohne Cloud – Anleitung

OpenDTU erklärt: welche Hoymiles-Wechselrichter passen, Selbstbau oder Fertiggerät, Einrichtung ohne Programmieren und Home Assistant – Stand 2026.

Redaktion: René LindelaubStand 21. Oktober 202621 Minuten LesezeitSo rechnen wir

OpenDTU ist eine kostenlose Software für einen kleinen Funkempfänger, der die Messwerte von Hoymiles-Mikrowechselrichtern direkt im eigenen WLAN anzeigt – ohne Hersteller-Cloud und ohne Eingriff in die Elektroinstallation. Sie lohnt sich für Besitzer eines Balkonkraftwerks oder einer kleinen Anlage mit Hoymiles der Reihen HM, HMS oder HMT, die ihren Ertrag sekundengenau sehen oder an Home Assistant und evcc weitergeben wollen. Modelle mit „W“ im Namen (eingebautes WLAN) werden nicht unterstützt. Selbst gebaut kostet das Gerät rund 15 bis 25 Euro, fertig aufgebaut rund 58 bis 66 Euro (Stand Oktober 2026).

15–25 €Selbstbau für die HM-Reihe, ohne Netzteilraspberry.tips 07/2026, BerryBase
58–66 €fertig aufgebaut, mit NetzteilHändlerpreis, Abruf 21.10.2026
0 €Software und laufende KostenOpenDTU, Lizenz GPL-2.0
10Wechselrichter je OpenDTU höchstensopendtu.solar, Abruf 21.10.2026

Was ist OpenDTU und wer braucht es?

Hoymiles-Mikrowechselrichter haben keine Anzeige und kein WLAN. Ihre Messwerte schicken sie per Funk an ein Empfangsgerät, das Hoymiles „DTU“ nennt – Data Transfer Unit. Die Geräte des Herstellers geben die Daten an dessen Cloud „S-Miles“ weiter; angesehen werden sie in der App. OpenDTU ersetzt dieses Empfangsgerät durch einen Mikrocontroller vom Typ ESP32 mit einem Funkmodul und einer freien Software. Die Werte bleiben im Haus: Sie rufen sie im Browser auf, und Smart-Home-Systeme holen sie per MQTT oder Web-Schnittstelle ab.

Gedacht ist OpenDTU für drei Gruppen:

  • Balkonkraftwerk-Besitzer, die wissen wollen, was ihr Gerät wirklich bringt – je Modul, je Stunde, ohne App-Konto. Viele Steckersolargeräte arbeiten mit Hoymiles-Wechselrichtern; was sie im Jahr liefern, steht unter Balkonkraftwerk-Ertrag.
  • Smart-Home-Nutzer, die den Solarertrag an Home Assistant, ioBroker oder evcc geben wollen, um Verbraucher nach dem Überschuss zu schalten – siehe PV-Überschuss steuern und PV-Heizstab.
  • Betreiber mit Akku am Hoymiles-Wechselrichter, die die Abgabe nach dem Hausverbrauch regeln wollen. Dafür gibt es die Abspaltung OpenDTU-OnBattery (eigener Abschnitt unten).

Nicht zuständig ist OpenDTU für Anlagen mit String- oder Hybridwechselrichtern anderer Hersteller (SMA, Fronius, Kostal, Huawei und andere). Die haben eigene Schnittstellen; wie sie funktionieren, steht unter Wechselrichter für Photovoltaik.

OpenDTU, AhoyDTU oder Hoymiles DTU-Pro: der Vergleich

Für Hoymiles gibt es drei Wege zu den Daten: die freie Software OpenDTU, die freie Software AhoyDTU und die Empfangsgeräte des Herstellers. OpenDTU und AhoyDTU sind zwei getrennte Projekte mit gemeinsamem Ursprung, die auf ähnlicher Hardware laufen. Der wichtigste Unterschied für Käufer ist nicht die Technik, sondern die Lizenz und die Reihe Ihres Wechselrichters.

OpenDTUAhoyDTUHoymiles DTU-Pro-S
Artfreie Software für ESP32freie Software für ESP32 (ESP8266 nicht mehr empfohlen)Gerät des Herstellers
WechselrichterHM, HMS, HMT; dazu baugleiche TSUN, Solenso, E-Star HERFMI, HM, HMS, HMTHMS, HMT, MiT (ältere DTU-Pro für HM)
Modelle mit „W“ (WLAN eingebaut)neinneinnein, eigenes WLAN
Datenlokal im WLANlokal im WLANS-Miles-Cloud des Herstellers
Home AssistantMQTT mit automatischer ErkennungMQTT und Web-Schnittstelleüber die Cloud bzw. Zusatzlösungen
Leistung begrenzenja, in Prozent oder Wattja, auch per Smart Homeja
Nulleinspeisung mit Zählernur mit OpenDTU-OnBatterynur über ein Smart-Home-Systemja, mit Hoymiles-Zähler
LizenzGPL-2.0CC BY-NC-SA 4.0 (nicht kommerziell)Hersteller
Preis Oktober 202615–25 € Selbstbau, 58–66 € fertigwie OpenDTU153–159 €, Zähler extra
Quellen: OpenDTU-Dokumentation (opendtu.solar), AhoyDTU auf GitHub (lumapu/ahoy) und ahoydtu.de, Händlerangaben zur DTU-Pro-S (Offgridtec, abgerufen am 21.10.2026; PvundSo, 29.07.2026). Preise wie vom Händler für Privatkunden ausgewiesen. Ob Umsatzsteuer anfällt, hängt am Gerät: Für Komponenten, die speziell für den Betrieb einer Photovoltaikanlage bestimmt sind, kann bei Lieferung an den Anlagenbetreiber der Nullsteuersatz gelten (Abschnitt 12.18 Abs. 8 UStAE); allgemeine Elektronik wie ESP32-Boards, Funkmodule und Netzteile gehört nicht dazu.

Kurz gesagt: Für die meisten Balkonkraftwerke mit HM- oder HMS-Wechselrichter ist OpenDTU die naheliegende Wahl, weil sie aktiv gepflegt wird – die jüngste Fassung v26.9.28 erschien Ende September 2026 – und Home Assistant ohne Umwege anbindet. AhoyDTU ist die Alternative, wenn Sie einen älteren Wechselrichter der MI-Reihe haben; die führt OpenDTU nicht. Die DTU-Pro-S des Herstellers lohnt sich dann, wenn eine Einspeisebegrenzung mit Zähler gefordert ist und Sie keine Bastellösung wollen.

Günstiger als jede OpenDTU ist übrigens die kleine Hoymiles DTU-Lite-S für rund 25 Euro. Sie zeigt die Werte aber nur über die Hersteller-Cloud und regelt keine Nulleinspeisung. Wer nur ab und zu in die App schauen will, kommt damit aus.

Welche Hoymiles-Wechselrichter mit OpenDTU funktionieren

OpenDTU unterstützt die Hoymiles-Reihen HM, HMS und HMT. Entscheidend ist, welches Funkmodul in der OpenDTU steckt: Die HM-Reihe funkt auf 2,4 Gigahertz und braucht ein NRF24L01+-Modul, die Reihen HMS und HMT funken auf 868 Megahertz und brauchen ein CMT2300A-Modul. Ein Gerät mit beiden Modulen bedient beide Welten; dafür ist ein ESP32-S3 nötig, weil das CMT-Modul einen eigenen Datenbus braucht.

ReiheModelle laut OpenDTU-ListeFunkmodulFrequenzNetz
HMHM-300/350/400-1T, HM-600/700/800-2T, HM-1000/1200/1500-4TNRF24L01+2,4 GHzeinphasig
HMSHMS-300/350/400/450/500-1T, HMS-400BM, HMS-600/700/800/900/1000-2T, HMS-1600/1800/2000-4TCMT2300A868 MHzeinphasig
HMTHMT-1600/1800/2000-4T, HMT-1800/2250-6TCMT2300A868 MHzdreiphasig
baugleichTSUN TSOL-M350/M800/M1600, Solenso SOL-H350/H400/H800, E-Star HERF-300 bis 1800NRF24L01+2,4 GHzeinphasig
nicht unterstütztalle Modelle mit „W“ im Namen, z. B. HMS-800W-2T–––
Quelle: OpenDTU-Dokumentation, „Inverter Overview“, opendtu.solar/hardware/inverter_overview/, abgerufen am 21.10.2026. Bei TSUN entscheidet laut Dokumentation die Seriennummer: Geräte mit „11“ am Anfang funktionieren, mit „10“ nicht. Nordamerikanische HMS-Geräte (Endung -NA) brauchen eine andere Ländereinstellung. Die Projekte ändern ihre Listen; vor dem Kauf auf der Quelle nachsehen.

Warum Modelle mit „W“ nicht gehen

Wechselrichter wie der HMS-800W-2T tragen die DTU schon im Gehäuse und gehen direkt per WLAN ins Internet. Sie haben keine Funkstrecke, die eine OpenDTU mithören könnte; OpenDTU und AhoyDTU schließen sie ausdrücklich aus. Für diese Geräte verweist die AhoyDTU-Seite auf ein eigenes Projekt (hms-mqtt-publisher), das die Werte über das WLAN des Wechselrichters abfragt. Das ist eine Lösung für Bastler, nicht für Einsteiger.

So finden Sie heraus, welche Reihe Sie haben

  • Auf dem Typenschild am Wechselrichter steht die Modellbezeichnung, etwa „HM-800“ oder „HMS-800-2T“.
  • Die Seriennummer steht daneben, meist zwölfstellig. Ihre ersten vier Ziffern verraten die Reihe: 1121 bis 1161 sind HM, 1124 bis 1166 und 14xx sind HMS, 1361 und 1382 sind HMT (Liste in der OpenDTU-Dokumentation).

Was bringt die Überwachung? Ein Rechenbeispiel

Ein Balkonkraftwerk merkt man nicht, solange es läuft – und auch nicht, wenn es halb ausfällt. Löst sich ein Modulstecker oder fällt ein Eingang des Wechselrichters aus, liefert das Gerät weiter Strom, nur weniger. Ohne Anzeige fällt das oft erst mit der Stromrechnung auf. OpenDTU zeigt jeden Moduleingang einzeln: Steht einer mittags bei null Watt, sehen Sie es am selben Tag.

Wie oft so ein Ausfall vorkommt, weiß niemand belastbar. Wir rechnen deshalb nicht mit einer Wahrscheinlichkeit, sondern mit dem Schaden je Fall:

  • Balkonkraftwerk: 800 Wp an einem HM-800, zwei Module, Südausrichtung, 200 Watt Dauerverbrauch im Haushalt. Das Gerät liefert 784 kWh im Jahr, davon nutzt der Haushalt 510 kWh selbst. Fällt ein Modul aus, bleiben 392 kWh, davon 333 kWh selbst genutzt. Es gehen also 176 kWh Eigenverbrauch verloren – weniger als die Hälfte, weil vor allem Überschuss wegfällt. Bei 35 Cent je Kilowattstunde sind das 62 Euro im Jahr. Bleibt der Ausfall von Mai bis August unbemerkt (53,5 Prozent des Jahresertrags), kostet er 33 Euro.
  • Dachanlage mit Mikrowechselrichtern: 10 kWp an fünf HMS-2000-4T. Einer fällt aus, 2 kWp stehen still, von April bis September unbemerkt. Das sind 1.460 kWh. Weil die übrigen 8 kWp den Haushalt mittags weiter versorgen, geht fast nur Einspeisung verloren: mindestens 112 Euro zu 7,70 Cent Vergütung, höchstens 511 Euro, wenn jede Kilowattstunde selbst verbraucht worden wäre.
Was ein unbemerkter Ausfall kostetVerlust in Euro: Balkonkraftwerk mit einem ausgefallenen Modul, Mai bis August unbemerkt 33 Euro, nach einer Woche bemerkt 2 Euro. Dachanlage mit einem ausgefallenen Mikrowechselrichter, April bis September unbemerkt mindestens 112 Euro, nach einer Woche bemerkt 4 Euro.Ausfall unbemerkt, €nach einer Woche bemerkt, €33 €2 €Balkonkraftwerk 800 Wpein Modul aus, Mai–Aug.112 €4 €Dachanlage 10 kWpein HMS-2000 aus, Apr.–Sep.
Mit Überwachung und einer Woche bis zur Reparatur schrumpft der Verlust auf 2 bzw. 4 Euro. Beim Balkonkraftwerk entspricht ein unbemerkter Sommer gut der Hälfte einer fertigen OpenDTU, bei der Dachanlage zahlt ein einziger erkannter Ausfall das Gerät mehrfach.
AnnahmeWertHerkunft
Ertrag 800 Wp, Süd, 30°784 kWh/JahrBalkon-Rechenmodell, Fraunhofer ISE
Eigenverbrauch bei 200 W Grundlast510 → 333 kWhBalkon-Rechenmodell
Strompreis35 ct/kWhBundesnetzagentur, Stand September 2026
Vergütung Dachanlage7,70 ct/kWhEEG, Inbetriebnahme bis 31.12.2026
Ertrag 2 kWp Dach1.960 kWh/JahrMitte Deutschland, wie Balkon-Rechenmodell
MonatsverteilungMai–Aug. 53,5 %, Apr.–Sep. 74,5 %wie auf Balkonkraftwerk-Ertrag
Rechenweg: verlorene Kilowattstunden × Wert je Kilowattstunde × Anteil der Monate. Ein Balkonkraftwerk erhält in aller Regel keine Vergütung, der eingespeiste Rest zählt deshalb mit 0 Euro. Modell und Annahmen: Methodik.

Ehrlich dazu: Auch die Hoymiles-App zeigt einen Ausfall, wenn Sie hineinschauen. Der Vorteil von OpenDTU liegt darin, dass Home Assistant Sie von selbst benachrichtigen kann – etwa, wenn ein Eingang an einem sonnigen Mittag unter 10 Watt bleibt. Wer seine Anlage ohnehin regelmäßig prüfen lässt, findet Hinweise dazu unter Wartung von Photovoltaikanlagen.

Selbstbau oder fertig kaufen? Kosten und Aufwand

Eine OpenDTU besteht aus drei Teilen: einem ESP32-Entwicklungsboard, einem Funkmodul und einem USB-Netzteil. Wie viel Bastelarbeit nötig ist, hängt am Funkmodul – und damit an Ihrer Wechselrichter-Reihe.

Selbstbau HM-ReiheSelbstbau HMS/HMTfertig aufgebaut
TeileESP32, NRF24L01+, sechs SteckkabelESP32-S3 oder ESP32, CMT2300A-Modul (EBYTE E49-900M20S)Gerät mit beiden Funkmodulen, Firmware aufgespielt
Löten nötig?nein, mit Steckkabelnmeist ja: das Modul hat keine Steckstifte, alternativ Bausatzplatinenein
Preis Oktober 202615–25 € ohne Netzteilkein belastbarer Händlerpreis gefunden58–66 € mit Netzteil
Zeitaufwandein bis zwei Stundenein Nachmittag, mit Löterfahrungeine halbe Stunde
passt fürwer gern steckt und liestwer löten kannwer einfach die Werte will
Preise: raspberry.tips (Artikel vom 13.07.2026, „knapp 20“ US-Dollar für ESP32, Funkmodul und Kabel), BerryBase (ESP32-Board 6,80 €), openelab.io (Dual-Gerät 57,75 €, Netzteil 4,99 €, Kabel 2,99 €), abgerufen am 21.10.2026. Zum Löten beim CMT-Modul: libe.net, OpenDTU-Anleitung, Stand 09.09.2026.
Was die Wege zur Hoymiles-Überwachung kostenMarktpreise Oktober 2026 in Euro: Hoymiles DTU-Lite-S 20 bis 25, OpenDTU im Selbstbau für die HM-Reihe 15 bis 25, fertig aufgebaute OpenDTU mit Netzteil 58 bis 66, Hoymiles DTU-Pro-S 153 bis 159. Zähler für die Nulleinspeisung und Einbau kommen bei der DTU-Pro-S hinzu.DTU-Lite-S20 bis 25 €Selbstbau (HM)15 bis 25 €OpenDTU fertig58 bis 66 €DTU-Pro-S153 bis 159 €
Der Selbstbau für die HM-Reihe ist der günstigste Weg zu lokalen Daten. Die fertige OpenDTU kostet rund das Dreifache, spart aber Bastelei und deckt HM und HMS zugleich ab. Die DTU-Pro-S liegt darüber; für die Nulleinspeisung kommen ein Zähler (einphasig rund 41 €, dreiphasig rund 106 €) und der Einbau durch eine Elektrofachkraft hinzu.

Worauf Sie beim Kauf achten

  • Das „+“ beim Funkmodul. Nur das NRF24L01+ funktioniert. Die OpenDTU-Dokumentation warnt ausdrücklich vor minderwertigen und gefälschten Modulen auf großen Marktplätzen.
  • Händler in Deutschland mit Rückgaberecht. Dasselbe rät die OpenDTU-Dokumentation: Hardware bei einem Händler im eigenen Land kaufen, der Unterstützung und Rücknahme bietet. Bei Ware aus Fernost dauert der Umtausch Wochen, und manches „Lagerware“-Angebot wird bei Bedarf aus China nachgeliefert.
  • Beide Funkmodule bei Unsicherheit – falls später ein HMS zum HM dazukommt.
  • Ein Netzteil mit mindestens 1 Ampere. Das Funkmodul zieht beim Senden viel Strom; ein schwacher USB-Anschluss am Rechner reicht laut Dokumentation nicht immer.
  • CE-Kennzeichnung beim Fertiggerät. Ein fertiges Funkgerät, das in der EU verkauft wird, muss sie tragen. Fragen Sie im Zweifel nach der Konformitätserklärung.
Welche Lösung passt? Entscheidungsweg in drei FragenErste Frage: Steht ein W im Modellnamen, etwa HMS-800W-2T? Dann hat der Wechselrichter WLAN eingebaut, OpenDTU und AhoyDTU passen nicht, es bleibt die Hoymiles-App. Zweite Frage: Wollen Sie selbst stecken und gegebenenfalls löten? Dann Selbstbau für rund 15 bis 25 Euro. Dritte Frage: Soll das Gerät die Einspeisung über einen Zähler im Verteiler begrenzen? Dann Hoymiles DTU-Pro-S mit Zähler und Elektrofachkraft, oder OpenDTU-OnBattery für Bastler. Sonst: fertig aufgebaute OpenDTU.Steht ein „W“ im Modellnamen?z. B. HMS-800W-2THoymiles-App nutzenOpenDTU und AhoyDTU passen nichtjaneinWollen Sie selbst steckenund notfalls löten?Selbstbaurund 15–25 € (HM-Reihe)janeinSoll das Gerät die Einspeisungüber einen Zähler begrenzen?DTU-Pro-S + Zähler + Fachkraftoder OpenDTU-OnBattery (Bastler)janeinFertig aufgebaute OpenDTUeinstecken, einrichten, fertig
Drei Fragen genügen. Wer bei allen dreien „nein“ sagt, ist mit einer fertigen OpenDTU am besten bedient.

OpenDTU einrichten: Schritt für Schritt

Für die Einrichtung brauchen Sie keine Programmierkenntnisse. Sie brauchen einen Rechner mit Chrome, ein USB-Kabel, Ihr WLAN-Passwort und die Seriennummer Ihres Wechselrichters. Bei einem fertig gekauften Gerät ist die Software schon aufgespielt; dann beginnen Sie bei Schritt 3.

  1. Teile verbinden (nur Selbstbau). Das Funkmodul wird mit sechs Leitungen und zwei für die Stromversorgung an das ESP32-Board gesteckt. Welche Leitung an welchen Anschluss gehört, steht in der Dokumentation unter „Hardware“. Wer die Reihenfolge der Stifte verwechselt, beschädigt nichts, bekommt aber keine Verbindung.
  2. Software aufspielen. Öffnen Sie den Web-Installer der OpenDTU-Dokumentation in Chrome auf dem Rechner, stecken Sie das ESP32 per USB an, wählen Sie den Gerätetyp (ESP32 oder ESP32-S3) und klicken Sie auf „Install“. Das dauert laut Dokumentation unter drei Minuten. Startet der Vorgang nicht, halten Sie beim Einstecken die Taste „BOOT“ auf dem Board gedrückt.
  3. Mit dem Gerät verbinden. Nach dem ersten Start öffnet die OpenDTU ein eigenes WLAN namens „OpenDTU-…“. Verbinden Sie Telefon oder Rechner damit (Werkspasswort laut Dokumentation openDTU42) und rufen Sie im Browser 192.168.4.1 auf. Anmeldename ist admin, das Passwort dasselbe.
  4. Ins Heim-WLAN bringen. Unter „Einstellungen → Netzwerk“ tragen Sie Ihr WLAN und dessen Passwort ein. Danach finden Sie die OpenDTU unter der Adresse, die Ihr Router vergibt; sie steht unter „Info → Netzwerk“. Ändern Sie jetzt das Werkspasswort.
  5. Funk einstellen. Unter „Einstellungen → DTU“ wählen Sie die Sendeleistung – so klein wie möglich, so groß wie nötig. Bei HMS und HMT wählen Sie das Land (Europa) – das ist die Funkregion der DTU, die Netzschutzeinstellungen des Wechselrichters bleiben unangetastet – und lassen die Frequenz zunächst auf dem vorgeschlagenen Wert; die Wechselrichter lauschen nach dem Start auf 865 Megahertz, die OpenDTU schaltet sie dann auf ihren Kanal um.
  6. Wechselrichter anlernen. Unter „Einstellungen → Wechselrichter“ tragen Sie die Seriennummer vom Typenschild ein und geben dem Gerät einen Namen. Eine automatische Suche gibt es nicht. Ein Tippfehler in der Seriennummer ist die häufigste Ursache, wenn später keine Werte kommen.
  7. Bei Tageslicht prüfen. Die Startseite zeigt nach wenigen Minuten Leistung, Spannung und Ertrag je Moduleingang. Nachts ist der Wechselrichter aus und antwortet nicht – das ist kein Fehler.
Nur ein Empfänger je Wechselrichter

Fragen zwei DTUs denselben Wechselrichter ab – etwa Ihre neue OpenDTU und eine vorhandene Hoymiles-DTU –, stören sie sich gegenseitig, und die Werte werden unzuverlässig. Die OpenDTU-Dokumentation nennt das ausdrücklich ein nicht unterstütztes Verhalten. Nehmen Sie die alte DTU vom Strom, bevor Sie OpenDTU einrichten.

Daten nutzen: Home Assistant, MQTT und evcc

Ihre Stärke zeigt die OpenDTU, wenn andere Programme die Werte weiterverarbeiten. Drei Wege sind eingebaut:

  • OpenDTU und Home Assistant: Unter „Einstellungen → MQTT“ tragen Sie die Adresse Ihres MQTT-Servers ein (in Home Assistant meist das Zusatzmodul „Mosquitto“) und schalten die automatische Erkennung für Home Assistant ein. Danach erscheinen Wechselrichter und Moduleingänge von selbst als Geräte – Leistung, Tagesertrag, Gesamtertrag, Temperatur und ein Schalter für die Leistungsbegrenzung.
  • Web-Schnittstelle und Prometheus: ioBroker, Node-RED und eigene Auswertungen holen die Werte direkt über die Web-Schnittstelle ab; für Langzeitdiagramme gibt es einen Prometheus-Anschluss.
  • evcc: Die freie Ladesteuerung für Elektroautos führt „Hoymiles HM- und HMS-Serie über OpenDTU“ und dieselbe Variante über AhoyDTU als Messquelle für die Solarerzeugung. Für das Laden nach Überschuss braucht evcc zusätzlich den Netzbezug am Hausanschluss – den liefert die OpenDTU nicht.

Der letzte Punkt ist wichtig: OpenDTU misst die Erzeugung, nicht den Verbrauch. Wer Heizstab, Wallbox oder Speicher nach dem Überschuss steuern will, braucht zusätzlich eine Messung am Zähler – einen Lesekopf am Stromzähler oder ein Messgerät im Verteiler. Wie das zusammenspielt, erklärt PV-Überschuss steuern; was ein intelligentes Messsystem zusätzlich kann, steht unter Smart Meter.

Datenweg von OpenDTU: vom Wechselrichter bis Home AssistantDie Module liefern Gleichstrom an den Hoymiles-Mikrowechselrichter. Der Wechselrichter funkt seine Messwerte – bei der HM-Reihe auf 2,4 Gigahertz, bei HMS und HMT auf 868 Megahertz – an die OpenDTU, einen kleinen Rechner mit ESP32. Die OpenDTU hängt per WLAN am Router und zeigt die Werte im Browser; Home Assistant, evcc oder ioBroker holen sie per MQTT oder Web-Schnittstelle ab. Keine Verbindung zum 230-Volt-Netz, keine Cloud.ModuleGleichstromWechselrichterHoymiles HM/HMSOpenDTUESP32 + FunkRouterIhr WLANFunkWLANBrowserLive-WerteHome AssistantMQTTevccPV-ZählerioBroker u. a.Web-API230-V-HausnetzSteckdose oder VerteilerOpenDTU berührt es nicht
Die OpenDTU sitzt zwischen Funk und WLAN. Mit dem Hausnetz ist sie nur über ihr USB-Netzteil verbunden; an Wechselrichter, Steckdose oder Verteiler wird nichts geändert.

OpenDTU OnBattery: Akku und Nulleinspeisung

OpenDTU-OnBattery ist eine eigenständige Abspaltung von OpenDTU mit eigenem Team. Sie kann alles, was OpenDTU kann, und regelt zusätzlich die Leistung des Wechselrichters nach dem Hausverbrauch. Ihr Herzstück heißt „Dynamic Power Limiter“: Er stellt die Leistung so ein, dass der gemessene Netzbezug einen eingestellten Wert erreicht – meist null. Das ist die sogenannte Nulleinspeisung. Dazu liest OnBattery Akkus mit Batteriemanagement (unter anderem JK BMS, Pylontech, Victron SmartShunt), Victron-Laderegler und einen Stromzähler aus.

Typischer Einsatz: Ein Akku wird tagsüber von Modulen über einen Laderegler geladen und abends über einen Hoymiles-Wechselrichter genau so weit entladen, wie das Haus gerade braucht. Ob sich ein Speicher am Balkonkraftwerk überhaupt rechnet, steht unter Speicher am Balkonkraftwerk; fertige Geräte vergleicht Balkonkraftwerk mit Speicher im Vergleich.

Drei Grenzen nennt die Dokumentation selbst: Die Regelung braucht mitunter mehr als zehn Sekunden, reagiert also nicht in Echtzeit und ist laut Projekt nicht mit fertigen Speichersystemen vergleichbar. Sie erwartet, allein über die geregelten Wechselrichter zu bestimmen. Und das Projekt ist Selbstbau: Wer Akkus, Laderegler und Gleichstromleitungen verbindet, trägt die Verantwortung für Absicherung und Leitungsquerschnitte.

Was dabei rechtlich zu beachten ist

OpenDTU selbst greift nicht ins 230-Volt-Netz ein; sie funkt nur. Anders ist es mit dem, was man mit ihr steuert:

  • Nulleinspeisung macht keine Anmeldung überflüssig. Von der Registrierung im Marktstammdatenregister ausgenommen sind nur Anlagen, die weder unmittelbar noch mittelbar an ein Stromnetz angeschlossen sind. Eine Anlage mit Nulleinspeisung hängt am Hausnetz und damit am Netz. Wie das Balkonkraftwerk angemeldet wird, steht unter Balkonkraftwerk anmelden. Ein Akku am Wechselrichter ist ein Stromspeicher und wird im Marktstammdatenregister als eigene Einheit eingetragen. Die vereinfachte Anmeldung ohne Meldung an den Netzbetreiber gilt nur für Steckersolargeräte bis 800 Voltampere Wechselrichterleistung; ein Speichersystem darüber hinaus meldet ein eingetragener Elektroinstallationsbetrieb beim Netzbetreiber an.
  • Eine Begrenzung per Funk ist keine feste Geräteeigenschaft. Die Grenze für Steckersolargeräte – 800 Voltampere – bezieht sich auf die Leistung des Wechselrichters. Ob ein größerer Wechselrichter, den die OpenDTU per Funk auf 800 Watt herunterregelt, noch als Steckersolargerät gilt, ist nicht geklärt; die Drosselung lässt sich jederzeit aufheben und entfällt, wenn die OpenDTU ausfällt oder den Funkkontakt verliert. Auf der sicheren Seite ist, wer einen Wechselrichter mit höchstens 800 VA Nennleistung einsetzt. Verlangt der Netzbetreiber bei einer Dachanlage eine Begrenzung der Einspeisung, muss sie nach seinen technischen Anschlussbedingungen nachgewiesen werden – eine Regelung über OpenDTU erfüllt das in der Regel nicht. Was bei Dachanlagen gilt, steht unter Einspeisebegrenzung.
  • Für die Nulleinspeisung braucht es eine Messung am Hausanschluss. Ein optischer Lesekopf, der außen auf die Infrarot-Schnittstelle des Stromzählers mit einem Magneten aufgesetzt wird, darf jeder selbst anbringen. Zähler und Abdeckungen gehören dem Messstellenbetreiber: Plomben bleiben unberührt. Ist die Schnittstelle nur nach Abnehmen einer Abdeckung im Zählerschrank erreichbar, lassen Sie den Lesekopf vom Elektroinstallateur setzen. Ein Messgerät im Verteiler, etwa ein Dreiphasen-Zähler auf der Hutschiene, wird dagegen an 230/400 Volt angeschlossen.
Arbeiten an 230/400 Volt nur durch eine Elektrofachkraft

Der Einbau eines Zählers oder Messgeräts im Verteiler, eine neue Steckdose oder Einspeisesteckdose und jede Änderung am Zählerschrank sind Arbeiten an der elektrischen Anlage. Sie gehören in die Hand eines Elektroinstallationsbetriebs, der im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist (§ 13 Abs. 2 NAV). Für die OpenDTU selbst gilt das nicht: Sie läuft am USB-Netzteil. Diese Seite erklärt Technik und Rechtslage allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung. Was für Ihren Anschluss gilt, entscheidet Ihr Netzbetreiber.

Brauchen Sie für die Nulleinspeisung einen Zähler im Verteiler oder eine Einspeisesteckdose? Angebote von Elektro- und Solarbetrieben aus Ihrer Region anfragen – kostenlos. Sie sehen vor dem Absenden, welche Betriebe Ihre Anfrage erhalten.

Funk und CE beim Selbstbau

Die Funkmodule senden auf Frequenzen, die in Deutschland per Allgemeinzuteilung der Bundesnetzagentur für Geräte mit geringer Reichweite freigegeben sind – mit Grenzen für die Sendeleistung. Die OpenDTU-Dokumentation weist ausdrücklich darauf hin, dass Sie Sendeleistung und Frequenz so wählen müssen, dass die örtlichen Regeln eingehalten werden. Erhöhen Sie die Sendeleistung nur, wenn keine Verbindung zustande kommt. Wer sich ein Gerät für den eigenen Gebrauch zusammensteckt, bringt kein Produkt in Verkehr. Die CE-Kennzeichnung und die Konformitätserklärung nach Funkanlagenrecht schuldet, wer ein fertiges Gerät verkauft – beim Kauf eines Fertiggeräts sollten Sie darauf achten.

Typische Probleme mit OpenDTU und ihre Lösung

Problemhäufigste UrsacheLösung
Keine Werte nachtsWechselrichter ohne Licht abgeschaltetTageslicht abwarten – kein Fehler
Gar keine WerteSeriennummer falsch eingetragenSeriennummer Ziffer für Ziffer mit dem Typenschild vergleichen
Gar keine Werte (HM)NRF24L01 ohne „+“ oder FälschungModul der Plus-Variante von einem Händler mit Rückgabe
Werte brechen abFunk zu schwach oder zu starkAbstand ändern: näher ans Fenster Richtung Wechselrichter; unter einem Meter Abstand eher weiter weg; Sendeleistung anpassen
Werte springen, Ausfällezweite DTU fragt denselben Wechselrichter abalte Hoymiles-DTU vom Strom nehmen
Neustarts, AbbrücheNetzteil oder USB-Kabel zu schwachNetzteil mit mindestens 1 A, kurzes Kabel; beim NRF24 hilft ein 10-µF-Kondensator am Modul
Falsches Datumkein Zeitserver erreichbarRouter-Freigabe für NTP prüfen
HMS antwortet nichtFrequenz belegt oder falsches LandLand „Europa“ wählen, Frequenz leicht verstellen
Limit erscheint als 0Abfrage erst nach etwa vier Minutenwarten – das Limit wird alle 2–4 Minuten gelesen
Nach der Fehlerseite und den häufigen Fragen der OpenDTU-Dokumentation (opendtu.solar/troubleshooting/, /firmware/faq/, /firmware/configuration/dtu_settings/), abgerufen am 21.10.2026.

Ältere Anlagen und größere Vorhaben

Anlagen, die nach 20 Jahren aus der Einspeisevergütung fallen, arbeiten fast immer mit einem String-Wechselrichter – OpenDTU hilft dort nicht weiter. Wer seine Ü20-Anlage auf Eigenverbrauch umstellt, findet die Wege unter Förderende nach 20 Jahren; wer sie erneuert und dabei auf Modulwechselrichter setzt, unter Repowering. Wie viel Eigenverbrauch realistisch ist, zeigt Eigenverbrauch und Autarkie.

Soll aus dem Balkonkraftwerk eine richtige Anlage werden – mit Speicher, Heizstab oder Wallbox –, lohnt sich ein Blick vom Fachbetrieb. Angebote von Elektro- und Solarbetrieben aus Ihrer Region anfragen – kostenlos. Sie sehen vor dem Absenden, welche Betriebe Ihre Anfrage erhalten.

Häufige Fragen zu OpenDTU

Was kostet eine OpenDTU?

Im Selbstbau für die HM-Reihe rund 15 bis 25 Euro ohne Netzteil, fertig aufgebaut mit beiden Funkmodulen rund 58 bis 66 Euro mit Netzteil (Stand Oktober 2026). Die Software ist kostenlos, laufende Kosten gibt es keine.

Funktioniert OpenDTU mit meinem HMS-800W-2T?

Nein. Wechselrichter mit „W“ im Namen haben das WLAN eingebaut und keine Funkstrecke, die OpenDTU mithören könnte. OpenDTU und AhoyDTU unterstützen sie nicht. Es bleibt die Hoymiles-App.

Was ist der Unterschied zwischen OpenDTU und AhoyDTU?

Beides ist freie Software für dieselbe Aufgabe. OpenDTU steht unter GPL-2.0 und bindet Home Assistant per automatischer Erkennung an. AhoyDTU unterstützt zusätzlich die ältere MI-Reihe und steht unter einer nicht kommerziellen Lizenz.

Kann ich mit OpenDTU Hoymiles auslesen, ohne die Cloud zu nutzen?

Ja, genau dafür ist sie gemacht. Die Werte bleiben in Ihrem WLAN; ein Hersteller-Konto ist nicht nötig. Eine vorhandene Hoymiles-DTU sollte dabei ausgeschaltet sein.

Brauche ich für OpenDTU einen Elektriker?

Nein. Die OpenDTU läuft an einem USB-Netzteil und funkt nur. Eine Elektrofachkraft brauchen Sie erst, wenn für eine Nulleinspeisung ein Messgerät in den Verteiler soll oder am Zählerschrank etwas geändert wird.

Wie weit reicht der Funk?

Das hängt von Wänden und Decken ab. Die Dokumentation rät, die OpenDTU nahe an ein Fenster Richtung Wechselrichter zu stellen – aber nicht näher als etwa einen Meter. Bei Problemen hilft es, die Sendeleistung anzupassen.

Kann OpenDTU eine Nulleinspeisung regeln?

Die normale OpenDTU kann die Leistung begrenzen, aber nicht selbst nach dem Hausverbrauch regeln. Das kann die Abspaltung OpenDTU-OnBattery mit einem Stromzähler. Die Anlage muss trotzdem im Marktstammdatenregister stehen.

Wie viele Wechselrichter verwaltet eine OpenDTU?

Bis zu zehn, laut Projektdokumentation. Jeder Wechselrichter darf aber nur von einer einzigen DTU abgefragt werden.

Quellen

Bereit für Angebote?

Jetzt vergleichen, was Ihr Dach kostet

Sieben Fragen, zwei Minuten. Danach melden sich höchstens drei Fachbetriebe — welche es sind, sehen Sie namentlich, bevor Sie absenden. Und nur, wenn Sie zustimmen.

Kostenlos und unverbindlich. Welche Betriebe Ihre Anfrage erhalten, sehen Sie im Formular, bevor Sie es absenden.

Angebote vergleichen