Was kostet eine Photovoltaikanlage? Preise 2026
Photovoltaik-Preise 2026 mit Spannen je Anlagengröße, Kostenstruktur, Preis-Schätzer und drei durchgerechneten Beispielen inklusive Stromgestehungskosten.
Eine schlüsselfertige Anlage fürs Einfamilienhaus kostet 2026 grob zwischen 10.400 und 13.600 Euro – ohne Speicher, ohne Umsatzsteuer, montiert und angemeldet. Wichtiger als diese Summe ist aber, was die Kilowattstunde am Ende kostet: bei kleinen Dachanlagen 6 bis 14 Cent, und damit klar unter dem Preis für Netzstrom. Diese Seite zeigt, woraus sich der Preis zusammensetzt, was ihn treibt und wie Sie Ihr Angebot einordnen.
Preise 2026 nach Anlagengröße
Die Spannen sind breit, und das hat einen Grund: Zwei Angebote für dasselbe Dach unterscheiden sich regelmäßig um mehrere tausend Euro, ohne dass eines davon schlecht wäre. Dahinter stecken unterschiedliche Module, unterschiedliche Montagesysteme, unterschiedlicher Aufwand am Zählerschrank – und unterschiedliche Auslastung der Betriebe.
Warum kleine Anlagen je Kilowatt teurer sind
Daraus folgt die wichtigste Planungsregel dieser Seite: Belegen Sie die Dachfläche, die sinnvoll nutzbar ist. Wer aus Kostenangst nur die Hälfte des Daches belegt, zahlt die Fixkosten trotzdem und verschenkt die günstigsten Kilowattstunden. Mehr dazu unter Wie groß sollte die Anlage sein?

Woraus sich der Preis zusammensetzt
Diese Verteilung erklärt, warum das Feilschen um Modulmarken selten etwas bringt: Selbst zehn Prozent Preisunterschied bei den Modulen bewegen die Gesamtrechnung um zwei Prozent. Die großen Blöcke sind Arbeit – Montage, Elektroinstallation, Planung. Wer dort spart, spart an der Ausführung, und genau die entscheidet, ob das Dach in zehn Jahren noch dicht ist.
Die Posten im Einzelnen
| Posten | Größenordnung | Was ihn treibt |
|---|---|---|
| Module | 200 bis 320 € je kWp | Zelltechnik, Wirkungsgrad, Hersteller, Glas-Glas statt Glas-Folie |
| Wechselrichter | 800 bis 2.500 € | Leistung, Anzahl der MPP-Tracker, Hybridfähigkeit, Notstromfunktion |
| Unterkonstruktion | 90 bis 180 € je kWp | Dachdeckung, Statik, Schnee- und Windlastzone, Flachdach mit Ballast |
| Montage | 200 bis 400 € je kWp | Dachneigung, Zugänglichkeit, Anzahl der Dachflächen, Region |
| Elektroinstallation | 1.200 bis 3.000 € | Kabelwege, Überspannungsschutz, Zählerschrank, Messkonzept |
| Gerüst | 400 bis 1.200 € | Gebäudehöhe, Standzeit, Zufahrt |
| Planung und Anmeldung | im Preis enthalten | Netzanmeldung, Inbetriebnahme, Dokumentation |
| Speicher | 270 bis 420 € je kWh | nutzbare Kapazität, Notstromfunktion, Hersteller – Pakete mit Speicher unter PV-Anlage mit Speicher |
Preis-Schätzer für Ihre Situation
Der Schätzer rechnet die Spanne für Ihre Ausstattung zusammen und sagt Ihnen, was die Kilowattstunde daraus kostet. Er ersetzt kein Angebot – er sagt Ihnen, ob ein Angebot plausibel ist.
So rechnet der Schätzer: Grundpreis je Kilowatt peak nach Anlagengröße (1.550 bis 2.000 € bei 3 kWp, fallend auf 980 bis 1.280 € bei 25 kWp), dazu die angekreuzten Zusatzposten. Der Ertrag folgt der Ausrichtungs- und Neigungsmatrix des Fraunhofer ISE (siehe unten) und dem regionalen Bezugswert. Die Stromgestehungskosten ergeben sich aus Investition plus 1,5 Prozent Betriebskosten je Jahr, geteilt durch den Ertrag über 20 Jahre – ohne Zinsen, ohne Alterung, ohne Strompreissteigerung.
Drei Anlagen, vollständig durchgerechnet
Alle drei Beispiele nutzen dieselben Annahmen: 35 Cent Bezugspreis, 7,70 Cent Einspeisevergütung, 1,5 Prozent Betriebskosten, 1.010 Kilowattstunden je Kilowatt peak bei Südausrichtung und 40 Grad Neigung. Die Investition ist jeweils die Mitte der oben genannten Spanne.
| Reihenhaus | Einfamilienhaus | Haus mit Wärmepumpe und E-Auto | |
|---|---|---|---|
| Anlage | 6 kWp, Süd 35° | 10 kWp, Südwest 30°, 7,5 kWh Speicher | 14 kWp, Ost-West 25°, 10 kWh Speicher |
| Stromverbrauch | 3.000 kWh | 4.500 kWh | 9.000 kWh |
| Investition | 9.600 € | 16.200 € | 21.500 € |
| Jahresertrag | 6.060 kWh | 9.797 kWh | 13.150 kWh |
| davon selbst genutzt | 1.094 kWh (18 %) | 2.969 kWh (30 %) | 4.382 kWh (33 %) |
| Autarkiegrad | 36 % | 66 % | 49 % |
| Ersparnis durch Eigenverbrauch | 383 € | 1.039 € | 1.534 € |
| Einspeiseerlös | 382 € | 526 € | 675 € |
| Betriebskosten | −144 € | −243 € | −322 € |
| Vorteil pro Jahr | 621 € | 1.322 € | 1.886 € |
| Amortisation | 15,5 Jahre | 12,3 Jahre | 11,4 Jahre |
| Stromgestehungskosten | 10,3 ct/kWh | 10,7 ct/kWh | 10,6 ct/kWh |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Der Eigenverbrauch bringt in allen drei Fällen ein Vielfaches des Einspeiseerlöses – bei 35 Cent gegen 7,70 Cent ist das keine Überraschung, aber es zeigt, wo die Rendite herkommt. Zweitens: Das dritte Haus hat die teuerste Anlage und trotzdem die kürzeste Amortisation, weil Wärmepumpe und Auto den Strom im Haus halten. Wer viel verbraucht, profitiert mehr – vorausgesetzt, er verbraucht ihn zur richtigen Zeit.
Ihre eigenen Zahlen setzen Sie im Wirtschaftlichkeitsrechner ein; die passende Speichergröße finden Sie im Speicher-Rechner.
Was die Kilowattstunde wirklich kostet
Die Stromgestehungskosten sind die ehrlichste Kennzahl: Sie setzen alle Kosten über die Laufzeit ins Verhältnis zur erzeugten Strommenge. Die Formel:
Stromgestehungskosten = (Investition + Betriebskosten über die Laufzeit) ÷ (Jahresertrag × Laufzeit)
Für unser Einfamilienhaus heißt das: 16.200 Euro plus 4.860 Euro Betriebskosten über 20 Jahre, geteilt durch 195.940 Kilowattstunden – macht 10,7 Cent je Kilowattstunde. Das Fraunhofer ISE nennt für kleine Dachanlagen eine Spanne von 6 bis 14 Cent, für große Freiflächenanlagen 4 bis 7 Cent. Netzstrom kostet derzeit ein Vielfaches davon.
Wichtig ist, was die Kennzahl nicht sagt: Sie unterstellt, dass jede erzeugte Kilowattstunde auch genutzt oder vergütet wird. Wer viel unvergütet einspeist – etwa nach der geplanten 50-Prozent-Kappung ab 2027 –, muss die Rechnung anpassen.
Ausrichtung entscheidet über den Preis je Kilowattstunde
Dieselbe Anlage kostet auf jedem Dach gleich viel – liefert aber unterschiedlich viel. Die folgende Karte zeigt den relativen Jahresertrag nach Ausrichtung und Neigung. Bemerkenswert ist, wie flach das Optimum ausgebildet ist: Zwischen Südost und Südwest, zwischen 20 und 50 Grad Neigung liegen nur wenige Prozentpunkte.
| Neigung | -90° | -45° | 0° | 45° | 90° | 135° | 180° |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 0° | 84 % | 84 % | 84 % | 84 % | 84 % | 84 % | 84 % |
| 10° | 83 % | 89 % | 91 % | 89 % | 83 % | 77 % | 75 % |
| 20° | 82 % | 92 % | 96 % | 92 % | 81 % | 70 % | 65 % |
| 30° | 81 % | 94 % | 99 % | 93 % | 79 % | 63 % | 56 % |
| 40° | 78 % | 94 % | 100 % | 93 % | 76 % | 56 % | 47 % |
| 50° | 74 % | 92 % | 99 % | 91 % | 72 % | 50 % | 39 % |
| 60° | 70 % | 88 % | 95 % | 87 % | 68 % | 45 % | 31 % |
| 70° | 64 % | 83 % | 89 % | 81 % | 62 % | 39 % | 26 % |
| 80° | 57 % | 75 % | 81 % | 73 % | 55 % | 33 % | 21 % |
| 90° | 50 % | 66 % | 71 % | 64 % | 48 % | 28 % | 17 % |
- Ost-West-Dächer erreichen rund 80 Prozent – dafür verteilt sich der Ertrag über den Tag, was den Eigenverbrauch erhöht. Für die Rendite ist das oft der bessere Tausch.
- Flachdächer liegen ohne Aufständerung bei 84 Prozent; mit Aufständerung erreichen sie das Optimum, brauchen aber Ballast und mehr Fläche je Kilowatt peak.
- Nordflächen fallen je nach Neigung auf 17 bis 84 Prozent. Flach geneigt sind sie nutzbarer, als ihr Ruf vermuten lässt.
- Fassaden liefern 50 bis 71 Prozent – im Winter aber vergleichsweise viel, weil die Sonne tief steht.
Warum die Preise so gefallen sind – und warum Warten wenig bringt
Seit Einführung des EEG im Jahr 2000 sind die Modulpreise um 98 Prozent gefallen. Die Preise für komplette Anlagen sind ebenfalls stark gesunken, konnten damit aber nicht mithalten – weil der Modulanteil heute eben nur noch ein Fünftel ausmacht und der Rest Arbeit ist. Arbeit wird nicht billiger.
Wer auf sinkende Preise wartet, wartet deshalb auf den kleinen Teil der Rechnung. Gleichzeitig läuft die Zeit in die andere Richtung: Für Anlagen, die ab 2027 in Betrieb gehen, sieht der Gesetzentwurf keine feste Einspeisevergütung mehr vor, sondern eine befristete Übergangszahlung von 5,2 Cent. Was das für Ihr Vorhaben bedeutet, zeigt der Fristen-Check.
Preisfallen im Angebot
- „Zählerschrank falls erforderlich“ – ein Nachtrag im vierstelligen Bereich, der regelmäßig erforderlich wird. Lassen Sie den Zustand vorher prüfen.
- Gerüst nicht enthalten – schnell 400 bis 1.200 Euro.
- Speicher ohne Angabe der nutzbaren Kapazität – Brutto klingt größer, entscheidend ist netto.
- Ertragsprognose ohne Verschattungsanalyse – eine Zahl ohne Grundlage.
- Ausgewiesene Mehrwertsteuer – am Wohngebäude fällt keine an.
- „Nur heute“-Rabatte – bei Verträgen außerhalb von Geschäftsräumen haben Sie 14 Tage Widerrufsrecht, siehe Vertrag und Abnahme.
Häufige Fragen zu den Kosten
Warum schwanken die Preise zwischen Angeboten so stark?
Weil der größte Teil der Rechnung Arbeit ist und Betriebe unterschiedlich kalkulieren: Auslastung, Anfahrt, Montagesystem, Umfang der Elektroarbeiten. Deshalb ist der Vergleich von drei Angeboten mehr wert als jede Verhandlung über den Modulpreis.
Lohnt sich ein Speicher zum Preis von 270 bis 420 Euro je Kilowattstunde?
Er lohnt sich, wenn er viele Kilowattstunden im Jahr umsetzt. Die Faustregel: Jede verschobene Kilowattstunde spart die Differenz zwischen Strompreis und Einspeisevergütung, bei 35 zu 7,70 Cent also rund 27 Cent. Wie viele Kilowattstunden das bei Ihnen sind, zeigt der Speicher-Rechner; was Anlage und Speicher zusammen kosten und bis zu welchem Preis sich welche Größe trägt, steht unter PV-Anlage mit Speicher.
Fällt beim Kauf Mehrwertsteuer an?
Nein. Seit dem 1. Januar 2023 gilt für Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen samt Speicher auf oder in der Nähe von Wohngebäuden ein Umsatzsteuersatz von null Prozent (§ 12 Abs. 3 UStG). Bei Anlagen bis 30 Kilowatt peak wird das ohne weitere Nachweise unterstellt.
Wie viel kostet eine Anlage mit Wärmepumpe und Wallbox zusammen?
Wallbox mit Anschluss liegt meist zwischen 900 und 2.200 Euro. Die Wärmepumpe ist ein eigenes Projekt mit eigener Förderung – der Zuschuss sinkt ab Februar 2027 halbjährlich, siehe Wärmepumpe mit Photovoltaik.
Kann ich die Anlage finanzieren?
Ja, üblich sind der KfW-Kredit 270 über die Hausbank, ein Modernisierungskredit oder die Erweiterung der Baufinanzierung. Wichtig ist die Reihenfolge: Förderkredite müssen vor Vorhabenbeginn beantragt werden, siehe Finanzierung.
Was kostet der Betrieb im Jahr?
Das Fraunhofer ISE rechnet mit 1 bis 2 Prozent der Investitionskosten pro Jahr. Darin stecken Versicherung, Zählerkosten, gelegentliche Wartung und die Rücklage für den Wechselrichtertausch nach 10 bis 15 Jahren.
Ist eine Anlage auf einem Ostdach rausgeworfenes Geld?
Nein. Ein Ostdach erreicht rund 80 Prozent des Ertrags eines Süddachs, liefert aber gleichmäßiger über den Tag. Bei hohem Eigenverbrauch gleicht das den geringeren Ertrag teilweise aus.
Wie erkenne ich ein zu billiges Angebot?
Wenn es deutlich unter der Spanne liegt, fehlt meist etwas: Gerüst, Zählerschrank, Überspannungsschutz, Anmeldung – oder die Anlage ist kleiner als besprochen. Prüfen Sie es mit dem Angebots-Check.
Quellen
- Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fassung 20.08.2026 – Stromgestehungskosten, Kostenanteile, Betriebskosten, Ertragsmatrix (Abbildung 33)
- § 12 Abs. 3 UStG – Nullsteuersatz für Photovoltaikanlagen
- Bundesnetzagentur: EEG-Fördersätze
- Preisspannen: eigene Auswertung von Angeboten und Vergleichsportalen, Stand September 2026 – keine repräsentative Erhebung
Wie Sie eine Anlage kaufen – beim regionalen Betrieb, beim Komplettanbieter oder zur Miete –, erklärt PV-Anlage kaufen. Wenn die Zahlen für Sie passen: drei Angebote von Fachbetrieben aus Ihrer Region anfragen. Sie sehen vor dem Absenden, welche Betriebe Ihre Anfrage erhalten.