Photovoltaik nach Bundesland: Pflicht, Förderung, Netzbetreiber
Solarpflicht, Landesförderung und Netzbetreiber unterscheiden sich je Bundesland – der Überblick, und wo wir Fachbetriebe vermitteln.
Bundesrecht gilt überall gleich: Einspeisevergütung, Nullsteuersatz und Anmeldepflicht kennen keine Landesgrenzen. Solarpflicht, Landesförderung, Netzbetreiber und Genehmigungswege dagegen schon.
Was regional unterschiedlich ist
- Der Ertrag. Zwischen Flensburg und Freiburg liegen rund 17 Prozent – die gleiche Anlage liefert im Süden spürbar mehr.
- Die Solarpflicht. Sie ist Landesrecht und reicht von „gar nicht“ bis „auch im Bestand bei Dachumbau“.
- Die Landesförderung. Einige Länder und viele Kommunen zahlen Zuschüsse, meist gedeckelt und schnell ausgeschöpft.
- Der Netzbetreiber. Er entscheidet über Anmeldung, Zählerwechsel und gegebenenfalls Netzverstärkung. Welcher zuständig ist, steht auf Ihrer Stromrechnung.
- Denkmalschutz und Gestaltungssatzungen. Kommunal geregelt, und für Altstadtlagen der häufigste Stolperstein.
Solarpflicht nach Bundesland
| Bundesland | Pflicht für Wohngebäude | Stand |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | ja, Neubau und Dachsanierung | seit 2022 schrittweise |
| Bayern | nur Gewerbe- und Nichtwohngebäude | Wohngebäude: Soll-Vorschrift |
| Berlin | ja, auch Bestand bei Dachumbau | seit 1. Januar 2023 |
| Brandenburg | nein | keine landesweite Pflicht |
| Bremen | ja, Neubau und grundlegende Dachsanierung | seit 2023 |
| Hamburg | ja, Neubau und Dachsanierung | Neubau seit 2023, Sanierung seit 2025 |
| Hessen | nur Landesliegenschaften und Parkplätze | keine Pflicht für Wohngebäude |
| Mecklenburg-Vorpommern | nein | keine landesweite Pflicht |
| Niedersachsen | Gewerbe-Neubau, Wohnneubau vorbereitet | stufenweise |
| Nordrhein-Westfalen | Neubau seit 2025, Dachsanierung ab 2026 | stufenweise |
| Rheinland-Pfalz | Gewerbe-Neubau und Parkplätze | keine Pflicht für Wohngebäude |
| Saarland | nein | keine landesweite Pflicht |
| Sachsen | nein | keine landesweite Pflicht |
| Sachsen-Anhalt | nein | keine landesweite Pflicht |
| Schleswig-Holstein | Nichtwohngebäude und Parkplätze | keine Pflicht für Wohngebäude |
| Thüringen | nein | keine landesweite Pflicht |
Eine Solarpflicht zwingt dazu, das zu tun, was sich ohnehin rechnet. Der Streitpunkt ist fast nie die Anlage, sondern der Zeitpunkt: Wer ohnehin das Dach saniert, baut günstiger als wer später nachrüstet.
Wo wir Fachbetriebe vermitteln
Unser Partnernetz wächst Schritt für Schritt. Wir beginnen dort, wo wir die Betriebe kennen und ihre Arbeit über Jahre verfolgen können: in Berlin und Brandenburg. Anfragen aus anderen Regionen beantworten wir, vermitteln dort aber noch nicht.
- Berlin – Solarpflicht auch im Bestand, Landesprogramm SolarPLUS
- Brandenburg – keine Solarpflicht, dafür große Dächer
- Potsdam
- Brandenburg an der Havel
- Cottbus
- Falkensee
- Frankfurt (Oder)
- Oranienburg
Häufige Fragen
Lohnt sich Photovoltaik in Norddeutschland?
Ja. Der Ertrag liegt rund 15 Prozent unter Süddeutschland – das verschiebt die Amortisation um ein bis zwei Jahre, nicht mehr. Entscheidender als die Region sind Ausrichtung, Neigung und Verschattung.
Bekomme ich Landesförderung zusätzlich zur Einspeisevergütung?
In der Regel ja, beides schließt sich nicht aus. Prüfen Sie aber die Bedingungen: Manche Programme verlangen die Antragstellung vor Auftragsvergabe.
Woher weiß ich, wer mein Netzbetreiber ist?
Von Ihrer Stromrechnung. Der Netzbetreiber ist nicht Ihr Stromlieferant und nicht wechselbar – er gehört zum Netz, nicht zum Vertrag.
Warum vermitteln Sie noch nicht bundesweit?
Weil wir nur Betriebe aufnehmen, deren Arbeit wir einschätzen können. Ein bundesweites Netz aus unbekannten Betrieben wäre schneller aufgebaut und weniger wert.
Quellen
- Landesbauordnungen und Solargesetze der Länder, Stand September 2026
- Fraunhofer ISE – Erträge nach Standort
- PVGIS, Europäische Kommission