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Ratgeber · Sonderfälle

Speicher am Balkonkraftwerk: ab wann er etwas bringt

Wie viel ein kleiner Akku zusätzlich einbringt, wo die Grenze liegt, was er kosten darf und wann er sich rechnerisch nicht mehr trägt.

Redaktion: René LindelaubStand 27. September 20263 Minuten LesezeitSo rechnen wir

Ein Speicher am Balkonkraftwerk klingt nach der logischen Ergänzung – und ist es auch, aber nur bis zu einer sehr kleinen Kapazität. Darüber ist schlicht kein Überschuss mehr da, den er aufnehmen könnte.

Was ein Speicher hinzufügt

Was ein Speicher am Balkonkraftwerk zusätzlich bringtSelbst genutzte Kilowattstunden im Jahr nach Speichergröße: ohne Speicher 510 kWh, 0,5 kWh 595 kWh, 1,0 kWh 680 kWh, 1,5 kWh 757 kWh, 2,0 kWh 757 kWh, 3,0 kWh 757 kWh.510 kWhohne kWh595 kWh0,5 kWh680 kWh1,0 kWh757 kWh1,5 kWh757 kWh2,0 kWh757 kWh3,0 kWh
Selbst genutzte Kilowattstunden im Bezugsfall. Die ersten Kilowattstunden Kapazität bringen viel, ab 1,5 Kilowattstunden ändert sich nichts mehr.

Der Grund steht in der Zahl darüber: Von 784 Kilowattstunden Jahresertrag bleiben ohne Speicher 510 im Haushalt; es gehen also nur 274 Kilowattstunden verloren. Mehr als diese Menge kann ein Speicher nicht retten – und praktisch auch die nicht vollständig, weil ein Teil an Tagen anfällt, an denen der Akku schon voll ist.

Was er kosten darf

KapazitätZusätzlich genutztMehrwert im JahrLohnt bis
0,5 kWh85 kWh30 €297 €
1,0 kWh170 kWh59 €595 €
1,5 kWh247 kWh86 €864 €
2,0 kWh247 kWh86 €864 €
3,0 kWh247 kWh86 €864 €
Die letzte Spalte ist der Preis, bis zu dem sich der Speicher über zehn Jahre trägt – ohne Zinsen, ohne Alterung, also großzügig gerechnet. Marktpreise für Balkonspeicher liegen derzeit bei 400 bis 800 Euro je Kilowattstunde.
Das Ergebnis

Ein Speicher mit 1 Kilowattstunde bringt 59 Euro im Jahr und darf danach höchstens 595 Euro kosten. Marktüblich sind 400 bis 800 Euro – es geht sich also gerade eben aus, wenn Sie günstig kaufen, und nicht mehr, wenn Sie es nicht tun. Alles über 1,5 Kilowattstunden ist am Balkonkraftwerk verlorenes Geld.

Wann sich die Rechnung ändert

  • Niedrige Grundlast. Wer tagsüber kaum Strom braucht – Single-Haushalt, Büro außer Haus – hat mehr Überschuss und damit mehr für den Speicher zu tun.
  • Mehr Modulleistung. Mit 1.600 statt 800 Watt peak steigt der Ertrag und damit der Überschuss deutlich, siehe Kauf.
  • Steigende Strompreise. Jeder Cent mehr verschiebt die Grenze nach oben.
  • Ein Speicher, der auch aus dem Netz laden kann. Damit wird er zum kleinen Arbitragegerät wie beim Hausspeicher – siehe dynamischer Tarif. Am Balkonkraftwerk ist das allerdings selten vorgesehen.

Technisches

  • Gleichstromseitig oder wechselstromseitig. DC-Speicher sitzen zwischen Modul und Wechselrichter und sind effizienter; AC-Speicher hängen in der Leitung und lassen sich nachrüsten.
  • LFP-Zellen sind auch hier die richtige Wahl – siehe Batterietypen.
  • Standby-Verbrauch beachten. 5 bis 15 Watt dauerhaft sind bei einem so kleinen Gerät viel: 10 Watt sind 88 Kilowattstunden im Jahr – ein Sechstel dessen, was die Anlage überhaupt einbringt.
  • Aufstellort: frostfrei. Ein Akku auf dem Balkon übersteht den Winter schlecht, und laden darf er unter null Grad ohnehin nicht.

Häufige Fragen

Zählt der Speicher zur 800-Voltampere-Grenze?

Nein. Begrenzt ist die Ausgangsleistung des Wechselrichters ins Hausnetz. Ein Speicher ändert daran nichts, solange die Abgabe die Grenze einhält.

Muss ich den Speicher anmelden?

Im Marktstammdatenregister ja, als Teil der Einheit. Die Eintragung ist in wenigen Minuten ergänzt, siehe Anmelden.

Kann ich damit bei Stromausfall weiterversorgen?

Nur wenn das Gerät ausdrücklich eine Notstromsteckdose hat – die meisten haben keine. Zur Sache selbst siehe Notstrom.

Lohnt ein größerer Speicher, wenn ich später aufs Dach gehe?

Nein – ein Balkonspeicher lässt sich nicht in eine Dachanlage übernehmen. Wenn der Umstieg absehbar ist, sparen Sie sich den Zwischenschritt.

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Quellen

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