Photovoltaik im Test: was geprüft wird und was nicht
Was Stiftung Warentest und andere Institute bei Photovoltaik prüfen, warum es keinen Testsieger geben kann und woran Sie selbst erkennen, was taugt.
Die meistgesuchte Frage zu Photovoltaik lautet sinngemäß: Wer ist Testsieger? Sie lässt sich nicht beantworten – und das liegt nicht an fehlenden Tests, sondern daran, dass eine Photovoltaikanlage kein Produkt ist, sondern ein Bauvorhaben.
- Stiftung Warentest hat Module zuletzt 2021 geprüft und seitdem vor allem Balkonkraftwerke und Anbietervergleiche untersucht. Einen laufenden Modultest gibt es nicht.
- Module sind selten das Problem. Über 95 Prozent der verbauten Module sind monokristallin und nach denselben Normen geprüft.
- Der Preisunterschied steckt in der Montage, nicht im Gerät – und die prüft kein Testinstitut.
- Was Sie stattdessen prüfen können, steht weiter unten als Kriterienliste – und im Angebots-Check.
Welche Tests es tatsächlich gibt
| Wer prüft | Was geprüft wird | Was das für Sie bedeutet |
|---|---|---|
| Stiftung Warentest | Zuletzt Solarmodule (2021), seither Balkonkraftwerke, Stromspeicher und Anbieter | Für die Modulwahl veraltet, für Balkonkraftwerke brauchbar |
| TÜV Rheinland, VDE, PVEL | Bauartprüfung nach IEC 61215 und 61730, dazu freiwillige Belastungstests über die Norm hinaus | Das ist der harte Kern: ohne diese Zertifikate kein seriöses Modul |
| PVEL Module Reliability Scorecard | Jährliche Dauertests einzelner Modultypen auf Degradation und Belastung | Die aussagekräftigste offene Quelle zu Modulqualität – englisch, technisch |
| Fachzeitschriften und Portale | Meist Marktübersichten, selten eigene Messungen | Als Überblick nützlich, als Testurteil mit Vorsicht zu lesen |
| Vergleichsportale | Keine Prüfung, sondern Vermittlung | Rangfolgen dort entstehen aus Provisionen, nicht aus Messwerten |
Warum es keinen Testsieger geben kann
Eine Photovoltaikanlage besteht aus Modulen, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Verkabelung, Zählerschrank und Montage. Die ersten beiden Posten sind genormt, austauschbar und machen zusammen etwa ein Fünftel des Preises aus. Der Rest hängt an Ihrem Dach und an dem Betrieb, der es besteigt.
Dazu kommt: Der Zählerschrank ist im Angebot häufig gar nicht enthalten und kostet bei Altbauten 800 bis 2.500 Euro nachträglich. Kein Modultest der Welt warnt Sie davor – die Angebotsprüfung schon.
Woran Sie ein gutes Modul erkennen
- Zertifikate nach IEC 61215 und IEC 61730. Das ist die Grundvoraussetzung, keine Auszeichnung – fehlt sie, ist das Modul raus.
- Produktgarantie ab 15 Jahren, bei Glas-Glas-Modulen 25 oder mehr. Sie deckt Material- und Verarbeitungsfehler und ist die Garantie, die im Schadensfall zählt.
- Leistungsgarantie von mindestens 85 Prozent nach 25 Jahren. Nicht zu verwechseln mit der Produktgarantie.
- Temperaturkoeffizient besser als −0,32 Prozent je Grad. Zwischen −0,29 und −0,35 liegen an einem Hochsommertag über zwei Prozent Leistung.
- Hersteller mit europäischer Niederlassung – eine 30-Jahres-Garantie ist nur so viel wert wie das Unternehmen, das sie geben soll.
- Ein Betrieb vor Ort, der die Abwicklung übernimmt. Ihr Vertragspartner ist der Installateur, nicht der Hersteller.
Die Modultypen im Einzelnen – Wirkungsgrad, Fläche je Kilowatt peak, Erträge und Preise – stehen unter Solarmodule. Was die Herkunft aussagt, unter Solarmodule aus China.
Woran Sie einen guten Fachbetrieb erkennen
- Er kommt aufs Dach, bevor er ein Angebot schreibt. Wer ohne Begehung einen Festpreis nennt, kalkuliert Risiko ein – Ihres.
- Sein Angebot listet die Posten einzeln auf, mit Hersteller, Typ und Stückzahl. Ein „Komplettpreis“ ohne Aufschlüsselung ist kein Angebot.
- Er sagt, ob der Zählerschrank geprüft und enthalten ist.
- Er ist im Installateurverzeichnis seines Netzbetreibers eingetragen – sonst darf er gar nicht anschließen.
- Er nennt Referenzen in Ihrer Nähe und hat sie nicht nur auf der Website.
Die vollständige Liste steht unter Fachbetrieb finden, die Prüfung eines vorliegenden Angebots erledigt der Angebots-Check in zwei Minuten.
Häufige Fragen
Hat Stiftung Warentest Photovoltaikanlagen getestet?
Module zuletzt 2021, seither vor allem Balkonkraftwerke, Stromspeicher und Anbieter von Komplettanlagen. Einen laufenden Test von Aufdachanlagen gibt es nicht – dafür müsste man Montagebetriebe prüfen, nicht Geräte.
Welche Solarmodule sind die besten?
Für ein deutsches Hausdach: monokristalline Module mit den oben genannten Zertifikaten und Garantien. Zwischen den großen Herstellern sind die Unterschiede kleiner als zwischen zwei Angeboten desselben Moduls.
Gibt es einen Test von Wechselrichtern?
Fachzeitschriften prüfen regelmäßig Wirkungsgrade. Praktisch wichtiger sind zwei Dinge: genug MPP-Tracker für Ihre Dachflächen und eine Datenschnittstelle, die ohne Herstellerkonto auskommt – siehe Wechselrichter.
Was ist mit Testsiegern auf Vergleichsportalen?
Dort entsteht die Rangfolge aus Provisionen, nicht aus Messwerten. Wie wir uns finanzieren und was das für unsere Inhalte bedeutet, steht offen unter Transparenz.
Woran erkenne ich einen unabhängigen Test?
An drei Dingen: Er nennt die Prüfmethode, er nennt die Stichprobe, und er nennt den Auftraggeber. Fehlt eines davon, ist es Werbung.
Weiterlesen
- Solarmodule – Typen, Wirkungsgrad, Erträge und Preise
- Angebot prüfen – welche Posten drinstehen müssen
- Angebots-Check – liegt Ihr Preis im Rahmen?
- Fachbetrieb finden – woran Sie einen guten erkennen
Quellen
- IEC 61215 und IEC 61730 – Bauartprüfung und Sicherheit von Solarmodulen
- Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fassung 20.08.2026
- PVEL Module Reliability Scorecard – unabhängige Belastungstests
- Preisspannen: eigene Marktbeobachtung und Angebotsauswertung, Stand September 2026