Was ist meine alte Photovoltaikanlage noch wert?
Restwert einer Altanlage ehrlich gerechnet: was Module, Wechselrichter und Speicher bringen, was der Abbau kostet und wo der eigentliche Wert steckt.
Die kurze Antwort: Die Module einer alten Anlage sind fast nichts mehr wert, die Anlage als Ganzes schon. Für Gebrauchtmodule zahlt der Großhandel im Mittel rund 7 Cent je Watt peak – bei einer 5-kWp-Anlage also etwa 350 Euro Materialwert, bevor jemand auf das Dach gestiegen ist. Der Wert steckt im Wechselrichter, im Speicher, im vorhandenen Netzanschluss und darin, dass Sie den Strom selbst verbrauchen können.
Diese Seite rechnet den Restwert so durch, wie ein Fachbetrieb ihn rechnet: von oben nach unten, mit Abzug. Am Ende steht keine Wunschzahl, sondern die Frage, ob Verkaufen oder Weiterbetrieb für Sie mehr bringt.
Warum gebrauchte Module so wenig bringen
Nicht weil sie schlecht wären, sondern weil Neuware billig ist. Der Modulpreisindex teilt den Markt in vier Klassen; gebrauchte Module landen zusammen mit Restposten und B-Ware in der untersten.
Daraus folgt die Rechnung, die niemand gern hört: Eine 5-kWp-Anlage von 2006 hat 5.000 Watt peak. Bei 7 Cent je Watt peak sind das rund 350 Euro – und das ist der Preis, zu dem ein Händler einkauft, nicht der, den Sie bekommen. Davon gehen Demontage, Transport und das Risiko ab, dass einzelne Module die Prüfung nicht überstehen.
Eine Einschränkung, die in die andere Richtung zeigt: Seit Januar 2026 steigen die Modulpreise wieder – je nach Klasse um 19 bis 27 Prozent, die Klasse Low Cost um 27,3 Prozent. Je teurer Neuware wird, desto eher trägt sich die Aufbereitung gebrauchter Module. Die Zahlen oben sind deshalb ein Stand, keine Konstante: Prüfen Sie vor einem Verkauf den aktuellen Index, der Stand hier ist September 2026.
Damals kosteten neue Module rund 1 Euro je Watt peak, und gebrauchte waren entsprechend wertvoll. Seitdem ist der Neupreis um mehr als 85 Prozent gefallen. Der Restwert alter Anlagen ist mit ihm gefallen – daran ändert kein Verhandlungsgeschick etwas.
Was den Wert tatsächlich bestimmt
| Was es mit dem Wert macht | Warum | |
|---|---|---|
| Alter des Wechselrichters | Der größte einzelne Posten | Wechselrichter halten 10 bis 15 Jahre. Ein Gerät von 2019 hat Restnutzung und Restgarantie, eines von 2006 ist Elektroschrott. |
| Speicher vorhanden | Hebt den Wert deutlich | Heimspeicher sind das einzige Bauteil mit lebhaftem Zweitmarkt – als Ersatz, als Erweiterung, für Inselanlagen. |
| Dachzugang | Senkt oder hebt den Preis | Flachdach im Erdgeschoss oder Steildach im dritten Stock mit Gerüstpflicht: Das ist der Unterschied zwischen zwei Monteurstunden und zwei Tagen. |
| Modultyp | Kleiner Einfluss | Kristalline Module sind handelbar, Dünnschicht kaum. Glas-Glas-Module überleben die Demontage häufiger als Glas-Folie. |
| Unterlagen | Entscheidet über Verkäuflichkeit | Ohne Datenblätter, Seriennummern und Inbetriebnahmeprotokoll kauft kein gewerblicher Abnehmer – er darf die Module dann nicht als geprüfte Ware weitergeben. |
| Menge | Entscheidet über Abholung | Unter rund 20 Modulen fährt kein Händler. Für eine Hausanlage heißt das: örtlicher Betrieb oder Wertstoffhof. |
Die Rechnung, die am Ende zählt
Ein Restwert ist nur dann Geld, wenn er die Kosten übersteigt, die er auslöst. Für eine typische 10-kWp-Dachanlage sieht die Gegenüberstellung so aus:
- Oben: Materialwert der Module (bei 10 kWp und 7 Cent je Watt peak rund 700 Euro Einkaufspreis), Restwert von Wechselrichter und Speicher, falls jung.
- Unten: Demontage. Fachportale nennen dafür bei einer 10-kWp-Dachanlage 1.000 bis 3.000 Euro, Gerüst extra; eine belastbare Pauschale gibt es nicht, weil Dachform und Zugang den Betrag bestimmen.
- Ergebnis: Bei reinem Verkauf steht unter dem Strich häufig eine Null oder ein Minus. Das ist kein schlechtes Angebot, sondern der Marktpreis.
Wird im selben Termin eine neue Anlage gebaut, fällt der Abbau praktisch als eigener Posten weg – Gerüst, Monteur und Entsorgung sind ohnehin da. Deshalb ist der Weg über Repowering fast immer der wirtschaftlichere, auch wenn er nach mehr Aufwand klingt.
Was Ihre Anlage noch leistet
Technisch ist eine 20 Jahre alte Anlage kein Fall für den Container. Kristalline Module verlieren nach den Langzeitmessungen des Fraunhofer ISE im Mittel etwa ein halbes Prozent Leistung im Jahr; nach zwanzig Jahren liefert die Anlage noch rund 90 Prozent. Was endet, ist die Vergütung, nicht die Anlage – nachzulesen unter Förderende nach 20 Jahren.
Deshalb lohnt vor jedem Verkauf die Gegenrechnung: Jede Kilowattstunde, die Sie statt einzuspeisen selbst verbrauchen, ist 35,00 Cent wert. Nach dem Förderende zahlt der Netzbetreiber dafür nur noch den Jahresmarktwert von rund 3,8 Cent. Eine weiterlaufende Anlage mit hohem Eigenverbrauch kann damit mehr bringen als der ganze Verkaufserlös – der Förderende-Rechner zeigt es für Ihre Anlage.
Häufige Fragen
Was bekomme ich für eine 5-kWp-Anlage von 2006?
Für die Module rund 350 Euro Materialwert zum Einkaufspreis des Handels (5.000 Watt peak zu 7 Cent, Stand 09/2026) – abzüglich Demontage und Transport bleibt davon in der Regel nichts übrig. Wert hat ein jüngerer Wechselrichter oder ein Speicher. Die Anlage hat trotzdem einen Nutzen: als weiterlaufende Eigenverbrauchsanlage.
Kann ich den Wert selbst ausrechnen?
Die Module ja: installierte Leistung in Watt peak mal 7 Cent ergibt den Materialwert, zu dem der Handel einkauft. Beim Wechselrichter und beim Speicher gibt es keinen veröffentlichten Index – dort entscheidet die Restgarantie, und das kann nur jemand beurteilen, der das Gerät kennt.
Ist eine Anlage mit Speicher mehr wert?
Ja, und zwar deutlich. Speicher sind das einzige Bauteil mit lebhaftem Zweitmarkt. Umgekehrt gilt auch: Wenn der Speicher noch jung ist, lohnt es oft, ihn bei einer neuen Anlage weiterzuverwenden statt zu verkaufen – siehe Speicher nachrüsten.
Warum nennt diese Seite keine festen Ankaufpreise?
Weil es keine gibt. Es existiert kein Marktplatz, der für Hausanlagen verbindliche Preise stellt. Jede Zahl ohne Blick auf Baujahr, Wechselrichter und Dachzugang wäre geraten – und geratene Preise sind auf einer Seite, die Anfragen vermittelt, nicht nur unseriös, sondern nach §§ 5, 5a UWG angreifbar.
Wenn Sie wissen wollen, was bei Ihrer Anlage herauskommt: Acht Fragen zur Anlage, dann kommt die Einschätzung mit Herleitung innerhalb von 24 Stunden. Kostenlos, unverbindlich, und ohne dass Sie etwas verkaufen müssen.
Weiterlesen
- Abbau und Entsorgung – was es kostet, wer was übernimmt und warum die Entsorgung selbst nichts kostet
- Repowering – alte Module gegen neue, und was dabei mit der Vergütung passiert
- Wechselrichter, Speicher und Module gebraucht – beide Marktseiten, mit Prüfliste
- Förderende nach 20 Jahren – die drei Wege, wenn die Vergütung ausläuft
- Was eine neue Anlage kostet – Preise 2026 zum Vergleich
Quellen
- pvXchange-Modulpreisindex, Großhandelspreise kristalliner Module, Stand 09/2026 – Klassen und Preise, einschließlich der Klasse Low Cost mit Gebrauchtmodulen; Veränderung seit Januar 2026: High Efficiency +26,1 %, All Black +19,2 %, Mainstream +23,8 %, Low Cost +27,3 %
- Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fassung 20.08.2026 – Degradation kristalliner Module
- photovoltaik.info – Portalangabe zu Demontagekosten einer 10-kWp-Dachanlage
- SMARD, Bundesnetzagentur – Jahresmarktwert Solar