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Tarif-Rechner: lohnt ein dynamischer Stromtarif?

Ab welchem verschiebbaren Anteil Ihres Verbrauchs ein dynamischer Tarif günstiger ist als ein Festpreis – mit Grundpreis, Messentgelt und echter Spanne.

nur der zugekaufte Strom, nicht der eigene Solarstrom
E-Auto, Wärmepumpe, Speicher, Waschen und Spülen
Börsenpreis plus Netzentgelte, Steuern und Aufschläge. Voreingestellt gleich dem Festpreis – der Vorteil kommt dann allein aus dem Verschieben.
Entgelt für das intelligente Messsystem, steht auf Ihrer Rechnung
Kosten im Festtarif–
Kosten im dynamischen Tarif–
Unterschied–
Nötiger verschiebbarer Anteil–
Verschiebbare Strommenge–

Redaktion: René LindelaubStand 27. September 20263 Minuten LesezeitSo rechnen wir

Ein dynamischer Tarif gibt den stündlichen Börsenpreis weiter. Er lohnt sich nicht, weil Strom im Mittel billiger wäre – sondern nur, wenn Sie Verbrauch in die günstigen Stunden verschieben können.

Woran der Vorteil hängt

Tagesspanne des Börsenpreises nach JahreszeitMittlere Differenz zwischen der günstigsten und der teuersten Stunde eines Tages in Cent je Kilowattstunde: Frühjahr 14,5, Sommer 9,0, Herbst 12,0, Winter 16,5.14 ctFrühjahr9 ctSommer12 ctHerbst16 ctWinter
Je größer die Tagesspanne, desto mehr bringt das Verschieben. Im Sommer drücken die Solaranlagen die Mittagspreise, die Abendpreise bleiben moderat – dann ist die Spanne klein. Im Winter ist sie am größten.

Daraus folgt eine unbequeme Wahrheit: Ein dynamischer Tarif bringt genau dann am meisten, wenn Ihre Photovoltaikanlage am wenigsten liefert. Beides ergänzt sich – aber es ersetzt sich nicht.

Was „verschiebbar“ wirklich heißt

Verschiebbar ist nur, was ohne Komfortverlust warten kann: Wärmepumpe mit Puffer, Wallbox über Nacht, Warmwasserbereitung, Speicherladung. Waschmaschine und Spülmaschine zählen dazu, machen aber selten mehr als fünf Prozent des Verbrauchs aus. Ohne Wärmepumpe, Auto oder Speicher bleiben meist unter zehn Prozent – und dann trägt der Tarif seine Fixkosten nicht.

Was der Rechner berücksichtigt

  • Grundpreis und Messentgelt. Ein dynamischer Tarif setzt ein intelligentes Messsystem voraus; dessen Entgelt ist der häufigste Grund, warum die Rechnung kippt.
  • Die erreichbare Spanne, nicht die maximale. Niemand trifft jeden Tag die günstigste Stunde.
  • Den verschiebbaren Anteil Ihres Verbrauchs – die entscheidende Eingabe.
  • Keine Spekulation auf negative Preise. Sie kommen vor, sind aber kein Geschäftsmodell für einen Haushalt.

Die technischen Voraussetzungen stehen unter Smart Meter, die Wechselwirkung mit dem Hausspeicher unter Speicher und dynamischer Tarif und die Drosselungsregel unter § 14a EnWG.

Häufige Fragen

Brauche ich einen Smart Meter?

Ja, ein intelligentes Messsystem ist Voraussetzung. Seit 2025 haben Sie einen Anspruch auf den Einbau; das Entgelt ist gedeckelt.

Trage ich das Preisrisiko?

Ja. In Wochen mit hohen Börsenpreisen zahlen Sie mehr als mit Festpreis. Wer das nicht will, braucht einen Tarif mit Preisobergrenze – die kostet Marge.

Lohnt sich das mit einer Photovoltaikanlage?

Vor allem in den Wintermonaten, in denen die Anlage wenig liefert und die Spannen groß sind. Im Sommer ist der Effekt klein.

Kann ich das automatisieren?

Ja, über ein Energiemanagement, das Preise und Prognose zusammenbringt. Ohne Automatisierung verpufft der Vorteil im Alltag.

Andere Rechner

Quellen und Rechenweg

  • SMARD, Bundesnetzagentur – Day-Ahead-Preise und Tagesspannen
  • § 41a EnWG – Pflicht zum Angebot dynamischer Tarife seit 1. Januar 2025
  • Messstellenbetriebsgesetz – Entgelte für intelligente Messsysteme
  • Methodik – jede Formel und jede Annahme dieser Rechner
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