Warmwasser mit Photovoltaik: drei Wege im Vergleich
Warmwasser mit Solarstrom: Heizstab, Brauchwasser-Wärmepumpe oder Solarthermie – was jeder Weg kostet, was er bringt und welcher zu Ihrem Haus passt.
Für warmes Wasser aus der Sonne gibt es drei Wege: einen Heizstab, der Solarüberschuss in den vorhandenen Speicher lenkt, eine Brauchwasser-Wärmepumpe, die aus einer Kilowattstunde Strom etwa drei Kilowattstunden Wärme macht, und Solarthermie auf dem Dach. Welcher passt, entscheidet vor allem eine Frage: Womit wird Ihr Wasser heute erwärmt?
Die drei Wege auf einen Blick
| Heizstab mit Regelung | Brauchwasser-Wärmepumpe | Solarthermie | |
|---|---|---|---|
| Prinzip | Solarüberschuss 1 : 1 in Wärme | Strom plus Umgebungswärme, etwa 1 : 3 | Sonnenwärme direkt aus Kollektoren |
| braucht | vorhandenen Speicher mit freier Muffe, Messung, Regler | eigenes Gerät mit Speicher, frostfreien Aufstellraum | Dachfläche, Rohre, Solarstation |
| liefert im Winter | kaum etwas | ganzjährig | kaum etwas |
| Kosten | einige hundert bis rund 1.600 € mit Einbau | Geräte 2.400 bis 3.400 € ohne Einbau | abhängig von Fläche und Speicher |
| passt, wenn … | … eine PV-Anlage Überschuss hat und der Speicher bleiben soll | … der Kessel im Sommer ganz aus soll oder das Warmwasser heute elektrisch entsteht | … schon eine Anlage da ist oder der Warmwasserbedarf das ganze Jahr hoch ist |
Was eine Kilowattstunde Sonnenwärme wert ist
Ein Vierpersonenhaushalt braucht für Warmwasser grob 2.000 bis 3.000 Kilowattstunden Wärme im Jahr, Speicherverluste eingerechnet – gleichmäßig über das Jahr, anders als die Heizung. Was die Sonne davon übernimmt, ist so viel wert wie der Brennstoff, den sie ersetzt.
- Ersetzt sie Gas, spart jede Kilowattstunde aus dem Heizstab rund 7,3 Cent (12 Cent Gas bei 80 Prozent Kesselwirkungsgrad, minus 7,70 Cent entgangene Einspeisevergütung).
- Ersetzt sie Netzstrom – etwa in einem Elektro-Speicher –, spart sie rund 27,3 Cent. Dann rechnet sich fast jede Lösung schnell.
- Ersetzt sie Wärmepumpenstrom, bringt der Heizstab am wenigsten: Die Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom ohnehin rund drei.
Die vollständige Rechnung für eine 10-kWp-Anlage – Überschuss je Monat, Anteil am Warmwasser, Ersparnis und Amortisation für jede Heizungsart – steht unter Heizstab für PV-Überschuss.
Weg 1: Solarüberschuss in den vorhandenen Speicher
Der günstigste Weg: Ein elektrischer Einsatz im Speicher nimmt den Strom auf, der sonst ins Netz ginge. Entscheidend ist die Regelung – ein stufenloser Regler nutzt deutlich mehr Überschuss als ein Stab, der nur ein- und ausgeschaltet wird, und er verhindert, dass teurer Netzstrom in den Speicher fließt. Im Sommer bleibt der Kessel dann meist aus. Geräte, Voraussetzungen und Rechnung: Heizstab für PV-Überschuss.
Weg 2: Brauchwasser-Wärmepumpe
Eine Brauchwasser-Wärmepumpe ist Speicher und Wärmepumpe in einem Gerät. Sie holt Wärme aus der Raumluft des Aufstellraums und braucht dafür etwa ein Drittel der Energie als Strom – auch im Winter. Mit Photovoltaik läuft sie bevorzugt mittags. Sie lohnt sich vor allem, wenn das Warmwasser heute elektrisch entsteht oder der Kessel im Sommer ganz abgeschaltet werden soll. Dafür kostet sie ein Mehrfaches eines Heizstabs und braucht einen geeigneten Raum, den sie spürbar abkühlt.
Weg 3: Solarthermie
Kollektoren auf dem Dach liefern je Quadratmeter mehr Energie als Module – aber als Wärme, die im Sommer oft keiner braucht. Neben einer Photovoltaikanlage ist sie darum selten die erste Wahl. Eine funktionierende Anlage ersetzt man nicht; dann braucht es auch keinen Heizstab, weil der Speicher im Sommer schon warm ist. Der ausführliche Vergleich: Solarthermie oder Photovoltaik.
Legionellen und Temperatur
Im Ein- und Zweifamilienhaus empfiehlt das DVGW-Arbeitsblatt W 551 eine Speichertemperatur von 60 Grad; unter 50 Grad sollte sie nie dauerhaft liegen. In Großanlagen – etwa im Mehrfamilienhaus mit großem Speicher – sind 60 Grad am Speicheraustritt Pflicht. Ein Heizstab kann diese Aufheizung an sonnigen Tagen übernehmen, eine Brauchwasser-Wärmepumpe hat meist eine eigene Schaltung dafür. Nach trüben Tagen muss in jedem Fall ein zweiter Wärmeerzeuger einspringen können.
Wann sich keiner der Wege lohnt
- Bei Fernwärme oder einer Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser. Dann ist das Wasser schon günstig warm. Lenken Sie den Überschuss lieber in die Wärmepumpe – siehe Heizen mit Photovoltaik.
- Bei sehr kleinem Warmwasserbedarf. Ein Einpersonenhaushalt mit Duschbad kommt auf wenige hundert Kilowattstunden im Jahr – da trägt keine Technik ihre Kosten.
- Bei vorhandener Solarthermie. Der Speicher ist im Sommer ohnehin warm.
- Wenn zuerst ein Stromspeicher kommt. Beide konkurrieren um denselben Überschuss, und eine gespeicherte Kilowattstunde Strom ist mehr wert als eine Kilowattstunde Wärme – siehe PV-Anlage mit Speicher.
Häufige Fragen
Was ist günstiger: Heizstab oder Brauchwasser-Wärmepumpe?
In der Anschaffung der Heizstab, mit Regler und Einbau meist unter 1.600 Euro. Die Wärmepumpe kostet ein Mehrfaches, liefert dafür auch im Winter und braucht nur ein Drittel der Energie als Strom. Mit Gaskessel im Haus ist der Heizstab der kleinere Schritt.
Funktioniert das auch mit einem Durchlauferhitzer?
Nein. Ein Durchlauferhitzer erwärmt in dem Moment, in dem Wasser gezapft wird – meist morgens und abends, wenn kein Überschuss da ist. Sonnenwärme braucht einen Speicher.
Wie viel Speicher brauche ich?
Übliche 200- bis 300-Liter-Speicher reichen für vier Personen. Ein größerer Speicher nimmt mehr Überschuss auf, verliert aber auch mehr Wärme über die Oberfläche.
Gilt für Heizstab oder Wärmepumpe der Nullsteuersatz?
Für die Wärmepumpe nein: Das BMF nennt sie ausdrücklich als Stromverbraucher, der nicht zur Photovoltaikanlage gehört. Für den Heizstab in der Regel ebenfalls nicht – Ausnahme: Er wird als Teil einer einheitlichen Leistung zusammen mit der Anlage geliefert und eingebaut. Keine Steuerberatung; im Einzelfall Steuerberater fragen.
Weiterlesen
- Heizstab für PV-Überschuss: Geräte, Regelung, Rechnung
- Heizen mit Photovoltaik: alle vier Wege
- Wärmepumpe mit Photovoltaik
- Eigenverbrauch erhöhen
- Solarthermie oder Photovoltaik?
Quellen
- DVGW-Arbeitsblatt W 551 – Trinkwassererwärmung und Legionellenprävention (nach Fachveröffentlichungen, Originaltext nicht eingesehen); § 3 Nr. 12 und § 31 TrinkwV – Großanlage und Untersuchungspflicht
- Stiftung Warentest: Brauchwasserwärmepumpen im Test – Gerätepreise, Stand April 2026
- BMF-Schreiben vom 27.02.2023, Abschnitt 12.18 Abs. 8 und 9 UStAE – wesentliche Komponenten und Stromverbraucher
- Strompreis, Einspeisevergütung und Gaspreis: projektweite Werte, siehe Methodik