10-kWp-PV-Anlage: Ertrag pro Jahr und Tag, Kosten
Wie viel Strom erzeugt eine 10-kWp-Anlage? Rund 10.000 kWh im Jahr – je Region, Dach und Monat gerechnet, dazu Preis, Speicherfrage und die 10-kWp-Grenze.
Eine Photovoltaikanlage mit 10 kWp erzeugt in Deutschland rund 10.000 Kilowattstunden im Jahr – auf einem Süddach in der Mitte des Landes. Im Norden sind es eher 9.200, im Süden 10.800. Sie braucht etwa 50 Quadratmeter Dachfläche und kostet 2026 schlüsselfertig 12.300 bis 16.000 Euro ohne Speicher. Diese Seite rechnet den Ertrag für Ihr Dach, zeigt, was davon an einem Julitag und an einem Dezembertag ankommt, und klärt, ob Sie knapp unter 10 kWp bleiben sollten.
Rund 10.000 kWh im Jahr, an einem durchschnittlichen Julitag gut 46 kWh, im Dezember um 6 kWh je Tag. Die oft genannte 10-kWp-Grenze kostet heute wenig: Wer 11 statt 10 kWp baut, verliert an der Vergütung rund 9 Euro im Jahr. Steuerfrei sind Anlagen bis 30 kWp.
Wie viel Strom eine 10-kWp-Anlage im Jahr erzeugt
Die Rechnung hat zwei Teile: die Leistung, hier 10 Kilowatt peak, und den spezifischen Ertrag, also wie viele Kilowattstunden jedes Kilowatt peak an Ihrem Ort im Jahr liefert. Der zweite Teil hängt an Region, Himmelsrichtung und Neigung. Die Tabelle zeigt die Spanne für typische Dächer.
| Region | Süd, 30° | Südost/-west, 30° | Ost-West, 30° | Ost-West, 10° |
|---|---|---|---|---|
| Norddeutschland | 9.210 kWh | 8.700 kWh | 7.440 kWh | 7.720 kWh |
| Mitte | 10.000 kWh | 9.440 kWh | 8.080 kWh | 8.380 kWh |
| Süddeutschland | 10.790 kWh | 10.190 kWh | 8.720 kWh | 9.050 kWh |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens trennt Nord- und Süddeutschland weniger, als viele denken: rund 17 Prozent. Zweitens kostet ein Ost-West-Dach etwa ein Fünftel des Ertrags – das ist weniger, als der Ruf dieser Dächer vermuten lässt. Erst nach Norden bricht der Ertrag ein. Die vollständige Matrix für jede Richtung und Neigung steht unter Ertrag einer Photovoltaikanlage.
Was eine 10-kWp-Anlage am Tag erzeugt
Wer nach dem Tagesertrag fragt, will meist wissen, ob die Anlage das Haus versorgt. Die ehrliche Antwort: im Sommer meist mehr als genug, im Winter nicht annähernd. Unser Beispiel – Süddeutschland, Südwestdach mit 30 Grad – liefert 10.100 kWh im Jahr. Davon fallen 74 Prozent zwischen April und September an.
| Monat | Ertrag im Monat | im Mittel je Tag |
|---|---|---|
| Jan | 243 kWh | 7,8 kWh |
| Apr | 1.166 kWh | 38,9 kWh |
| Jun | 1.368 kWh | 45,6 kWh |
| Jul | 1.419 kWh | 45,8 kWh |
| Okt | 639 kWh | 20,6 kWh |
| Dez | 193 kWh | 6,2 kWh |
Ein Vierpersonenhaushalt mit 5.000 kWh Jahresverbrauch braucht im Schnitt knapp 14 kWh am Tag. Im Juli erzeugt die Anlage also rund das 3-Fache, im Dezember etwa die Hälfte. Den Überschuss im Sommer speist sie ein, die Lücke im Winter deckt das Netz. Ein Hausspeicher verschiebt Strom vom Mittag in den Abend – vom Juli in den Dezember verschiebt er nichts.
Die 10-kWp-Grenze: lieber knapp darunter bleiben?
Viele Angebote landen auffällig oft bei 9,9 kWp. Der Grund ist älter als die heutigen Regeln. Bis 2022 hing an der Grenze mehr: eine anteilige EEG-Umlage auf selbst verbrauchten Strom und eine steuerliche Vereinfachung, die nur bis 10 kWp galt. Die Umlage ist seit Juli 2022 abgeschafft (Änderungsmonitor), und von der Einkommensteuer befreit sind heute Anlagen bis 30 kWp je Wohneinheit (§ 3 Nr. 72 EStG, mehr unter Photovoltaik und Steuern).
Geblieben ist eine Stufe in der Einspeisevergütung. Die ersten 10 Kilowatt werden mit 7,70 Cent je Kilowattstunde vergütet, der Teil darüber mit 6,66 Cent. Das betrifft nur den Anteil über der Grenze und nur den eingespeisten Strom.
| 10 kWp | 11 kWp | |
|---|---|---|
| Jahresertrag (Beispiel) | 10.100 kWh | 11.200 kWh |
| Vergütungssatz (Mischsatz) | 7,70 ct | 7,61 ct |
| Preis (Mitte der Spanne) | 14.200 € | 15.100 € |
| Nutzen im ersten Jahr | 1.279 € | 1.358 € |
Das elfte Kilowatt peak kostet rund 900 Euro mehr, bringt 1.000 kWh zusätzlich und im ersten Jahr etwa 80 Euro. Der niedrigere Satz kostet davon nur rund 9 Euro. Wer das Dach dafür hat, verliert mit 11 kWp also nichts – er bekommt die zusätzliche Leistung zum günstigeren Preis je Kilowatt peak. Eine Grenze, an der sich mehr ändert, liegt tiefer: Ab mehr als 7 kW baut der Messstellenbetreiber ein intelligentes Messsystem ein (§ 29 MsbG). Das trifft 10 kWp ohnehin; was es kostet, steht unter Smart Meter.
Die Sätze oben gelten für Anlagen, die 2026 in Betrieb gehen. Für spätere sieht der Regierungsentwurf statt einer festen Vergütung eine befristete Übergangszahlung von 5,20 Cent vor – noch nicht beschlossen. Was das für Ihren Zeitplan heißt, zeigt der Fristen-Check.
Was kostet eine 10-kWp-Anlage?
Schlüsselfertig, also mit Montage, Elektroinstallation und Anmeldung, liegen 10 kWp 2026 bei 12.300 bis 16.000 Euro ohne Speicher – das sind 1.230 bis 1.600 Euro je Kilowatt peak. Umsatzsteuer fällt auf dem Wohnhaus nicht an. Rechnet man Betrieb, einen Wechselrichtertausch und die Modulalterung über 20 Jahre ein, kostet die Kilowattstunde vom eigenen Dach rund 10,2 Cent – weniger als ein Drittel des Netzpreises von 35 Cent.
| Größe | Preisspanne | je kWp |
|---|---|---|
| 5 kWp | 7.400 – 9.600 € | 1.480 – 1.920 € |
| 10 kWp | 12.300 – 16.000 € | 1.230 – 1.600 € |
| 15 kWp | 16.500 – 21.500 € | 1.100 – 1.430 € |
Woraus sich der Preis zusammensetzt und welche Posten im Angebot stehen müssen, steht unter Photovoltaik-Kosten und Angebot prüfen.
Mit oder ohne Speicher?
Ohne Speicher nutzt ein Haushalt mit 5.000 kWh Verbrauch rund 18 Prozent des Solarstroms selbst und deckt damit etwa 36 Prozent seines Bedarfs. Mit einem Speicher von 5 kWh steigt die Deckung auf etwa 56 Prozent – das sind rund 1.000 Kilowattstunden im Jahr, die nicht mehr eingespeist, sondern abends verbraucht werden.
Ob sich das trägt, entscheidet der Preis je Kilowattstunde Speicherkapazität, und der schwankt in Angeboten stark. Die Rechnung mit Ihren Zahlen machen der Speicher-Rechner und die Seite PV-Anlage mit Speicher.
Rechnen Sie es für Ihr Dach durch
Der Rechner ist auf das Beispiel dieser Seite eingestellt. Ändern Sie Region, Richtung, Neigung und Verschattung – er nennt den Jahresertrag und den Verlauf über die Monate.
April bis SeptemberOktober bis März
–
Ausrichtung und Neigung nach der Ertragsmatrix des Fraunhofer ISE (Abbildung 33, berechnet mit PVGIS). Die Monatsverteilung ist ein Mittel deutscher Standorte für ein Süddach mit 30 Grad Neigung; flache Dächer und Ost-West-Anlagen verteilen etwas gleichmäßiger. Der Wert versteht sich als Jahresmittel – einzelne Jahre schwanken um rund zehn Prozent nach oben oder unten.
Ob auf Ihr Dach 10 kWp passen, sieht ein Fachbetrieb beim Vor-Ort-Termin. Mit drei Angeboten haben Sie den Vergleich für Preis und Belegung. Sie sehen vor dem Absenden, welche Betriebe Ihre Anfrage erhalten. Angebote vergleichen →
Häufige Fragen
Wie viel Strom produziert eine 10-kWp-Anlage im Jahr?
Auf einem Süddach mit 30 Grad in der Mitte Deutschlands rund 10.000 kWh, im Norden etwa 9.200, im Süden etwa 10.800. Ost-West-Dächer liefern rund ein Fünftel weniger.
Wie viel Strom erzeugt eine 10-kWp-Anlage an einem Tag?
Im Jahresmittel rund 28 kWh. Im Juli sind es im Schnitt gut 46 kWh je Tag, im Dezember 6,2 kWh (Beispiel Süddeutschland, Südwest 30°). Einzelne Tage liegen weit darüber oder darunter.
Wie viel Dachfläche brauchen 10 kWp?
Rund 50 Quadratmeter belegbare Fläche, also ohne Randabstände, Fenster und Schornstein. Das sind etwa 23 Module zu 440 Watt peak.
Reichen 10 kWp für Wärmepumpe und E-Auto?
Über das Jahr gerechnet oft ja, im Winter nein: Von November bis Februar liefert die Anlage nur rund 11 Prozent ihres Jahresertrags – genau dann, wenn die Wärmepumpe am meisten braucht. Mehr dazu unter Photovoltaik und Wärmepumpe.
Lohnt sich 9,9 statt 10,5 kWp wegen der Vergütung?
Kaum. Der niedrigere Satz gilt nur für den Anteil über 10 kW und nur für eingespeisten Strom. Bei einem halben Kilowatt peak darüber geht es um wenige Euro im Jahr.
Muss ich eine 10-kWp-Anlage versteuern?
Nein. Anlagen bis 30 kWp je Wohneinheit sind von der Einkommensteuer befreit, und beim Kauf fällt keine Umsatzsteuer an. Einzelheiten unter Photovoltaik und Steuern.
Andere Anlagengrößen
Quellen
- Ertrag: regionale Bezugswerte aus PVGIS, gerundet; Ausrichtung und Neigung nach der Ertragsmatrix des Fraunhofer ISE; Monatsverteilung wie im Ertragsrechner auf Wie viel Strom liefert eine Photovoltaikanlage?
- Preisspannen: eigene Auswertung von Angeboten und Vergleichsportalen, Stand September 2026, wie auf Was kostet eine Photovoltaikanlage? – keine repräsentative Erhebung; Zwischengrößen je kWp interpoliert
- Eigenverbrauch und Speicherwirkung: Modell der Kostenseite, angelehnt an den Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin – siehe So rechnen wir
- Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fassung 20.08.2026 – Ertragsmatrix (Abbildung 33)
- PVGIS – Photovoltaic Geographical Information System der EU-Kommission
- § 48 EEG – Solaranlagen, anzulegende Werte nach Leistung und Bundesnetzagentur: EEG-Fördersätze – Sätze für Inbetriebnahme 2026
- § 3 Nr. 72 EStG – Steuerbefreiung für Anlagen bis 30 kWp
- § 29 MsbG – Ausstattung mit intelligenten Messsystemen
- Regierungsentwurf EEG 2027, BT-Drs. 21/7867 vom 07.09.2026 – noch nicht beschlossen