15-kWp-PV-Anlage: Ertrag, Kosten und Vergütung über 10 kW
15 kWp erzeugen rund 15.000 kWh im Jahr. Was das große Dach in Nord und Süd, auf Ost-West und mit E-Auto bringt, was es kostet und was über 10 kW gilt.
Eine 15-kWp-Anlage liefert in der Mitte Deutschlands auf einem Süddach rund 15.000 Kilowattstunden im Jahr. Diese Größe baut, wer viel Strom braucht oder viel Dach hat: Wärmepumpe, E-Auto, Einliegerwohnung, oft beide Dachhälften. Sie braucht rund 75 Quadratmeter und kostet 2026 16.500 bis 21.500 Euro ohne Speicher. Wie viel davon im Norden auf einem Ost-West-Dach bleibt und was die Vergütung über 10 kW bedeutet, rechnet diese Seite durch.
Im Norden auf Ost-West mit 20 Grad Neigung rund 11.400 kWh, also weniger als ein Süddach gleicher Größe – dafür über den Tag verteilt. Je Kilowatt peak ist 15 kWp rund 10 Prozent günstiger als 10 kWp. Die Vergütung sinkt für den Teil über 10 kW, im Mittel auf 7,35 Cent.
Wie viel Strom 15 kWp erzeugen – je nach Dach
Ein Dach, das 15 kWp trägt, ist selten eine einzige Südfläche. Meist sind es zwei Hälften eines Satteldachs, manchmal Haus und Garage. Die Tabelle zeigt, was je Region und Dachform im Jahr zusammenkommt.
| Region | Süd, 30° | Südost/-west, 30° | Ost-West, 30° | Ost-West, 10° |
|---|---|---|---|---|
| Norddeutschland | 13.810 kWh | 13.040 kWh | 11.160 kWh | 11.580 kWh |
| Mitte | 15.000 kWh | 14.170 kWh | 12.120 kWh | 12.570 kWh |
| Süddeutschland | 16.190 kWh | 15.290 kWh | 13.080 kWh | 13.570 kWh |
Unser Beispiel steht in Norddeutschland: ein Satteldach mit First in Nord-Süd-Richtung und 20 Grad Neigung, auf jeder Seite die Hälfte der Module. Es kommt auf rund 11.400 kWh – 2.400 weniger, als dieselbe Anlage auf einem Süddach im Norden erzeugen würde (13.800 kWh). Bei dieser Dachform macht die Größe den Ertrag: Wer beide Seiten belegt, gleicht die schwächere Ausrichtung über die Fläche aus.
Über 10 kW: was sich an Vergütung und Pflichten ändert
Für Anlagen, die 2026 in Betrieb gehen, vergütet das EEG die ersten 10 Kilowatt mit 7,70 Cent, den Teil von 10 bis 40 Kilowatt mit 6,66 Cent. Bei 15 kWp ergibt das gewichtet 7,35 Cent für jede eingespeiste Kilowattstunde. Unser Beispiel speist ohne Speicher rund 8.800 kWh ein; der Abschlag gegenüber dem vollen Satz macht etwa 30 Euro im Jahr aus.
Steuerlich ändert sich nichts: Bis 30 kWp je Wohneinheit ist die Anlage von der Einkommensteuer befreit (Photovoltaik und Steuern). Ein intelligentes Messsystem bekommt sie ohnehin, denn die Einbaupflicht beginnt bei mehr als 7 kW. Was Sie bei 15 kWp früher klären sollten, ist der Hausanschluss: Ob Zählerschrank und Anschluss die Leistung tragen, prüft der Fachbetrieb mit dem Netzanschlussantrag – siehe Planung.
Der Regierungsentwurf zum EEG 2027 ersetzt die feste Vergütung durch eine befristete Übergangszahlung und danach die Direktvermarktung; für Anlagen unter 25 kW ist ein Bonus vorgesehen. Beschlossen ist das nicht. Den Stand mit Fristen zeigt Einspeisevergütung 2027.
E-Auto und Wärmepumpe: wohin der Strom geht
Mit 15 kWp fällt im Sommer weit mehr Strom an, als ein Haushalt braucht: Von April bis September erzeugt unser Beispiel rund 8.500 kWh. Ein Auto, das tagsüber zu Hause steht, kann davon einen Teil aufnehmen – mit einer Wallbox, die dem Überschuss folgt. Wie das funktioniert und was es braucht, erklärt Photovoltaik und Wallbox.
Für die Wärmepumpe gilt die Umkehrung: Von November bis Februar kommen nur rund 11 Prozent des Jahresertrags zusammen. 15 kWp machen sie nicht unabhängig vom Netz, senken aber den Zukauf in der Übergangszeit spürbar. Wie Wärmepumpe und Solaranlage zusammenspielen, zeigt Photovoltaik mit Wärmepumpe.
Ohne Speicher nutzt ein Haushalt mit 8.000 kWh Verbrauch rund 23 Prozent seines Solarstroms selbst; ein Speicher mit 8 kWh hebt den Deckungsanteil von 33 auf etwa 47 Prozent. Ob sich der Speicher trägt, hängt am Preis je Kilowattstunde – der Speicher-Rechner rechnet es mit Ihren Werten.
Was kosten 15 kWp?
Schlüsselfertig 16.500 bis 21.500 Euro ohne Speicher, also 1.100 bis 1.430 Euro je Kilowatt peak. Gerüst, Anfahrt, Anmeldung und Zählerarbeiten kosten bei 15 kWp kaum mehr als bei 10 – darum sinkt der Preis je Kilowatt peak mit der Größe. Auf unser Ost-West-Beispiel im Norden umgelegt, kostet die Kilowattstunde über 20 Jahre rund 12,3 Cent; dieselbe Dachform mit 10 kWp läge bei 13,6 Cent.
| Größe | Preisspanne | je kWp | Dachfläche |
|---|---|---|---|
| 10 kWp | 12.300 – 16.000 € | 1.230 – 1.600 € | 50 m² |
| 12 kWp | 13.800 – 17.900 € | 1.150 – 1.490 € | 60 m² |
| 15 kWp | 16.500 – 21.500 € | 1.100 – 1.430 € | 75 m² |
Bei zwei Dachflächen und hoher Leistung unterscheiden sich Angebote stärker als beim einfachen Süddach – in der Belegung, im Wechselrichter, im Zählerschrank. Sie sehen vor dem Absenden, welche Betriebe Ihre Anfrage erhalten. Angebote vergleichen →
Den Ertrag für Ihr Dach rechnen
Der Rechner steht auf der Osthälfte des Beispiels: 7,5 kWp nach Osten, 20 Grad, Norddeutschland. Stellen Sie danach West ein und zählen Sie beide Ergebnisse zusammen – so rechnen Sie jedes Ost-West-Dach.
April bis SeptemberOktober bis März
–
Ausrichtung und Neigung nach der Ertragsmatrix des Fraunhofer ISE (Abbildung 33, berechnet mit PVGIS). Die Monatsverteilung ist ein Mittel deutscher Standorte für ein Süddach mit 30 Grad Neigung; flache Dächer und Ost-West-Anlagen verteilen etwas gleichmäßiger. Der Wert versteht sich als Jahresmittel – einzelne Jahre schwanken um rund zehn Prozent nach oben oder unten.
Häufige Fragen
Wie viel Ertrag bringt eine 15-kWp-Anlage?
Auf einem Süddach mit 30 Grad rund 15.000 kWh in der Mitte, 13.800 im Norden und 16.200 im Süden Deutschlands. Auf Ost-West rund ein Fünftel weniger.
Wie viel Platz brauchen 15 kWp?
Rund 75 Quadratmeter belegbare Fläche, etwa 34 Module zu 440 Watt peak. Auf einem Einfamilienhaus sind das meist beide Dachhälften.
Bekomme ich für 15 kWp weniger Einspeisevergütung?
Nur für den Teil über 10 kW. Gewichtet ergibt sich bei Inbetriebnahme 2026 ein Satz von 7,35 statt 7,70 Cent.
Ist eine 15-kWp-Anlage steuerfrei?
Ja, bis 30 kWp je Wohneinheit gilt die Befreiung nach § 3 Nr. 72 EStG. Beim Kauf fällt keine Umsatzsteuer an.
Lohnt sich 15 kWp, wenn ich nur 4.000 kWh verbrauche?
Eher nicht. Als sinnvolle Obergrenze gilt ein Jahresertrag von etwa dem Doppelten des Verbrauchs, bei 4.000 kWh also rund 8 kWp. Darüber trägt sich jedes weitere Kilowatt peak fast nur noch über die Vergütung. Anders sieht es aus, wenn Wärmepumpe oder E-Auto absehbar dazukommen – siehe Wie groß sollte die Anlage sein?.
Andere Anlagengrößen
Quellen
- Ertrag: regionale Bezugswerte aus PVGIS, gerundet; Ausrichtung und Neigung nach der Ertragsmatrix des Fraunhofer ISE; Monatsverteilung wie im Ertragsrechner auf Wie viel Strom liefert eine Photovoltaikanlage?
- Preisspannen: eigene Auswertung von Angeboten und Vergleichsportalen, Stand September 2026, wie auf Was kostet eine Photovoltaikanlage? – keine repräsentative Erhebung; Zwischengrößen je kWp interpoliert
- Eigenverbrauch und Speicherwirkung: Modell der Kostenseite, angelehnt an den Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin – siehe So rechnen wir
- Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fassung 20.08.2026 – Ertragsmatrix (Abbildung 33)
- PVGIS – Photovoltaic Geographical Information System der EU-Kommission
- § 48 EEG – Solaranlagen, anzulegende Werte nach Leistung und Bundesnetzagentur: EEG-Fördersätze – Sätze für Inbetriebnahme 2026
- § 3 Nr. 72 EStG – Steuerbefreiung für Anlagen bis 30 kWp
- § 29 MsbG – Ausstattung mit intelligenten Messsystemen
- Regierungsentwurf EEG 2027, BT-Drs. 21/7867 vom 07.09.2026 – noch nicht beschlossen