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Ratgeber · Photovoltaik

Photovoltaik-Finanzierung: Kredit, KfW 270 oder Miete?

Photovoltaik finanzieren: Eigenkapital, KfW 270, Ratenkredit oder Miete im Vergleich – mit Zinskosten, Monatsrate gegen Ersparnis und den typischen Fallen.

Redaktion: René LindelaubStand 21. Oktober 202610 Minuten LesezeitSo rechnen wir

Eine Photovoltaikanlage lässt sich mit Eigenkapital, dem KfW-Kredit 270, einem Ratenkredit der Bank, über die bestehende Baufinanzierung oder per Miete bezahlen. Eine Finanzierung trägt sich nur, wenn der effektive Zins unter der Rendite der Anlage liegt: In unserem Beispiel mit 10 kWp für 13.000 Euro ohne Speicher sind das rund 3,8 Prozent. Darüber zahlen Sie für den Kredit mehr, als die Anlage einbringt.

Für Eilige
  • Die Zinsgrenze liegt bei rund 3,8 Prozent. So viel wirft die Beispielanlage über 20 Jahre ab – ein Kredit darüber kostet mehr, als er bringt.
  • Die Laufzeit entscheidet über die Monatsrate. Bei 4 Prozent kosten 13.000 Euro 132 Euro im Monat über 10 Jahre, 79 Euro über 20 Jahre. Die Anlage spart im Schnitt rund 77 Euro.
  • Der KfW-Kredit 270 ist kein Zinsgeschenk. Die KfW bietet ihn nach eigenem Merkblatt zu einem beihilfefreien Zins oberhalb des EU-Referenzzinses an – sein Vorteil sind lange Laufzeiten mit fester Zinsbindung, nicht zwingend der niedrigste Zins.
  • Miete ist am bequemsten und meist am teuersten. Rechnen Sie Monatsrate mal Laufzeit gegen Kaufpreis plus Zinsen.

Die fünf Wege im Vergleich

Welcher Weg passt, hängt weniger von der Anlage ab als von Ihrer Lage: Haben Sie Erspartes, läuft schon eine Baufinanzierung, wie schnell soll es gehen? Die Tabelle stellt die Finanzierungswege für eine Hausdachanlage nebeneinander. Zinssätze nennen wir bewusst nicht – sie ändern sich wöchentlich und hängen von Ihrer Bonität ab.

WegZinsSicherheitenTempoSondertilgungPasst, wenn …
Eigenkapitalkeiner, aber entgangene Rendite des ErspartenkeinesofortentfälltRücklagen da sind und danach noch ein Notgroschen bleibt
KfW-Kredit 270tagesaktuell bei der KfW, je nach Bonität und Sicherheitenbankübliche, nach Vereinbarung mit der HausbankWochen, Antrag vor Vertragnur gegen VorfälligkeitsentschädigungSie lange Laufzeit mit fester Zinsbindung oder tilgungsfreie Anlaufjahre wollen
Ratenkredit der Bank (Modernisierungskredit)marktabhängig, oft höher als bei grundpfandrechtlich gesicherten Kreditenmeist keine GrundschuldTageals Verbraucherkredit jederzeit möglich, Entschädigung gesetzlich begrenzt (§§ 500, 502 BGB)es schnell und ohne Notar gehen soll
Baufinanzierung aufstockenZins für grundpfandrechtlich gesicherte Kredite, oft unter dem des Ratenkreditsvorhandene GrundschuldWochen, je nach Banknach Vertrageine Grundschuld mit freiem Rahmen eingetragen ist
Miete oder Pachtim Mietpreis verstecktkeineWochenmeist keine, Kauf erst am EndeSie keinen Kredit wollen und Bequemlichkeit bezahlen möchten
Stand 21. Oktober 2026. KfW-Angaben nach dem Merkblatt Kredit Nr. 270 (Stand 05/2025). Die Miete rechnen wir auf der Seite Photovoltaik mieten gegen den Kauf.

Was die Zinsen kosten: 13.000 Euro über 10 und 15 Jahre

Eine 10-kWp-Anlage ohne Speicher kostet nach unseren Preisankern 12.000 bis 15.500 Euro, siehe Photovoltaik-Kosten. Für die Rechnung nehmen wir 13.000 Euro Kreditbetrag und Beispielzinssätze von 3 bis 7 Prozent – keine Marktkonditionen, sondern die Spanne, in der sich Angebote typischerweise bewegen.

Zinskosten für 13.000 Euro nach Zinssatz und LaufzeitZinskosten insgesamt für einen Kredit über 13.000 Euro: bei 3 Prozent 2.063 Euro in 10 Jahren und 3.160 Euro in 15 Jahren; bei 4 Prozent 2.794 Euro in 10 Jahren und 4.309 Euro in 15 Jahren; bei 5 Prozent 3.546 Euro in 10 Jahren und 5.505 Euro in 15 Jahren; bei 6 Prozent 4.319 Euro in 10 Jahren und 6.746 Euro in 15 Jahren; bei 7 Prozent 5.113 Euro in 10 Jahren und 8.033 Euro in 15 Jahren.10 Jahre Laufzeit15 Jahre Laufzeit2.063 €3.160 €3 %2.794 €4.309 €4 %3.546 €5.505 €5 %4.319 €6.746 €6 %5.113 €8.033 €7 %
Bei 5 Prozent kostet der Kredit über 15 Jahre 5.505 Euro Zinsen, über 10 Jahre 3.546 Euro. Jeder Prozentpunkt mehr kostet über 15 Jahre gut 1.100 bis 1.300 Euro – das ist ungefähr der Preis eines Wechselrichters.
Zinssatz (effektiv)Rate 10 JahreZinsen 10 JahreRate 15 JahreZinsen 15 Jahre
3 %126 €2.063 €90 €3.160 €
4 %132 €2.794 €96 €4.309 €
5 %138 €3.546 €103 €5.505 €
6 %144 €4.319 €110 €6.746 €
7 %151 €5.113 €117 €8.033 €
Annuitätenkredit über 13.000 Euro mit monatlicher Rate, ohne Gebühren und ohne tilgungsfreie Jahre. Eigene Berechnung.

Die kürzere Laufzeit spart Zinsen, erhöht aber die Rate. Die längere senkt die Rate und kostet mehr. Was davon richtig ist, entscheidet die nächste Frage: Trägt die Ersparnis die Rate?

Trägt die Ersparnis die Monatsrate?

Bei 4 Prozent und 20 Jahren Laufzeit gleichen sich Ersparnis und Rate ungefähr aus, bei 15 oder 10 Jahren nicht. Gerechnet ist ein Beispielhaus mit 4.500 Kilowattstunden Verbrauch, 10 kWp auf einem Süddach in der Mitte Deutschlands und ohne Speicher.

Monatliche Ersparnis gegen MonatsrateBeispiel 10 kWp für 13.000 Euro, voll finanziert: Die Anlage spart im Schnitt über 20 Jahre rund 77 Euro im Monat. Die Rate bei 4 Prozent beträgt 79 Euro bei 20 Jahren, 96 Euro bei 15 Jahren und 132 Euro bei 10 Jahren Laufzeit.77 €ErsparnisSchnitt 20 Jahre79 €Rate 20 Jahrebei 4 %96 €Rate 15 Jahrebei 4 %132 €Rate 10 Jahrebei 4 %
Die Anlage spart im ersten Jahr rund 86 Euro im Monat, im Schnitt über 20 Jahre einschließlich Wechselrichtertausch rund 77 Euro. Die Rate über 20 Jahre (79 Euro) liegt fast gleichauf – bei 15 Jahren legen Sie jeden Monat rund 19 Euro drauf, bei 10 Jahren rund 54 Euro.

Der Rechenweg

  1. Ertrag: 10 kWp × 1.000 kWh je kWp = 10.000 kWh im ersten Jahr, danach jedes Jahr 0,5 Prozent weniger, weil die Module altern.
  2. Eigenverbrauch: rund 1.670 kWh im ersten Jahr nach der Sättigungskurve aus der Methodik, bewertet mit 35 Cent Strompreis.
  3. Einspeisung: der Rest, rund 8.330 kWh, bewertet mit 7,70 Cent Einspeisevergütung für Inbetriebnahme 2026.
  4. Abzüge: 1,5 Prozent der Investition im Jahr für Versicherung, Zähler und Wartung, dazu 1.300 Euro für den Wechselrichtertausch im Jahr 13.
  5. Ergebnis: im ersten Jahr rund 86 Euro im Monat, im Schnitt über 20 Jahre rund 77 Euro.

Mit einem Speicher, einer Wärmepumpe oder einem E-Auto steigt der Eigenverbrauch und mit ihm die Ersparnis – dann verschiebt sich die Rechnung. Ihre eigenen Zahlen setzen Sie im Wirtschaftlichkeitsrechner ein; die Kurve Jahr für Jahr zeigt die Seite Lohnt sich Photovoltaik?.

Die Zinsgrenze

Die Beispielanlage hat eine Rendite von rund 3,8 Prozent im Jahr (interner Zinsfuß über 20 Jahre, ohne Strompreissteigerung). Liegt der effektive Kreditzins darunter, verdient die Anlage ihre Finanzierung selbst. Liegt er darüber, wird die Anlage durch den Kredit zum Zuschussgeschäft – dann lieber kleiner bauen, mehr Eigenkapital einsetzen oder den Eigenverbrauch erhöhen.

Der KfW-Kredit 270 im Detail

Der KfW-Kredit 270 „Erneuerbare Energien – Standard“ finanziert Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher zu bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten. Privatpersonen sind antragsberechtigt, wenn sie einen Teil des Stroms einspeisen oder verkaufen. Den Antrag stellen Sie nicht bei der KfW, sondern bei einer Bank oder Sparkasse – und zwar bevor Sie einen bindenden Vertrag mit dem Fachbetrieb schließen.

Laufzeittilgungsfreie AnlaufjahreZinsbindung
bis 5 Jahrehöchstens 1gesamte Laufzeit
bis 10 Jahrehöchstens 2gesamte Laufzeit
bis 15 Jahrehöchstens 3gesamte Laufzeit
bis 20 Jahrehöchstens 310 Jahre oder gesamte Laufzeit
bis 30 Jahrehöchstens 510 Jahre
Quelle: KfW, Merkblatt Kredit Nr. 270, Stand 05/2025. Mindestlaufzeit 2 Jahre. Den Zinssatz legt die Bank nach Bonität und Sicherheiten fest; die Höchstsätze stehen tagesaktuell in der Konditionenübersicht der KfW.
  • Vorteil: lange Laufzeit mit fester Zinsbindung, tilgungsfreie Anlaufjahre, bis zu 100 Prozent Finanzierung.
  • Nachteil: Sondertilgungen nur gegen Vorfälligkeitsentschädigung; nicht abgerufene Beträge kosten ab sechs Monaten nach Zusage 0,15 Prozent im Monat Bereitstellungsprovision.
  • Praxis: Nicht jede Bank reicht den Kredit für kleine Summen gern durch. Fragen Sie früh nach, bevor Sie ein Angebot unterschreiben.

Wer neben dem Kredit Zuschüsse nutzen will, liest auf der Seite Photovoltaik-Förderung, welche Kombinationen ausgeschlossen sind – in Berlin etwa schließt der Landeszuschuss SolarPLUS Kosten aus, die schon mit einem KfW-Kredit gefördert sind.

Miete und Pacht: die Rechnung dahinter

Anbieter vermieten Anlagen gegen eine monatliche Rate, meist über 20 Jahre, oft mit Kaufoption am Ende. Sie zahlen nichts vorab, Wartung und Versicherung sind häufig enthalten. Die Verbraucherzentrale hält Miete über die Vertragslaufzeit in der Regel für teurer als den Kauf mit Kredit.

So rechnen Sie es selbst nach: Monatsrate × Laufzeit in Monaten, dazu die Kaufoption am Ende. Stellen Sie diese Summe neben Kaufpreis plus Zinskosten aus der Tabelle oben. Die Differenz ist der Preis der Bequemlichkeit. Einen ausführlichen Vergleich mit Beispielrechnung finden Sie unter Photovoltaik mieten oder kaufen.

Diese Unterlagen will die Bank sehen

  • Das Angebot des Fachbetriebs mit Leistung in kWp, Modulen, Wechselrichter, Speicher und Gesamtpreis. Ohne Angebot gibt es keine Kreditzusage.
  • Einkommensnachweise: die letzten Gehaltsabrechnungen, bei Selbstständigen Steuerbescheide und betriebswirtschaftliche Auswertung.
  • Selbstauskunft mit laufenden Krediten und monatlichen Verpflichtungen.
  • Eigentumsnachweis: Grundbuchauszug, bei Aufstockung der Baufinanzierung auch die Unterlagen zur bestehenden Grundschuld.
  • Beim KfW-Kredit zusätzlich die Angaben zum Vorhaben, die die Bank im Antrag abfragt.
  • Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung ist kein Muss, hilft aber im Gespräch – unser Rechner liefert sie.

Fünf Fallen bei der Finanzierung

  • Restschuldversicherung im Paket. Sie verteuert den Kredit oft erheblich. Zu einem Verbraucherdarlehen darf sie erst eine Woche nach dem Darlehensvertrag abgeschlossen werden (§ 7a Abs. 5 VVG). Wer sie am selben Tag unterschreibt, sollte nachfragen.
  • Bindung an die Anbieterfinanzierung. Manche Betriebe bieten Anlage und Kredit aus einer Hand. Vergleichen Sie den effektiven Jahreszins mit einem Angebot Ihrer Bank, bevor Sie zusagen – der Anlagenpreis muss ohne die Finanzierung vergleichbar bleiben.
  • Widerruf übersehen. Einen Verbraucherkredit können Sie 14 Tage lang widerrufen (§ 495 BGB). Sind Kauf- und Kreditvertrag verbunden, wirkt der Widerruf des einen auch auf den anderen (§ 358 BGB). Heben Sie die Belehrung auf.
  • Vertrag vor dem Förderantrag. Wer zuerst unterschreibt, verliert den KfW-Kredit und meist auch Zuschüsse. Erst Antrag, dann Auftrag.
  • Laufzeit zu kurz. Ein Kredit über fünf Jahre erzeugt eine Rate, die die Ersparnis um ein Vielfaches übersteigt. Das kann gewollt sein, sollte aber bewusst geschehen.
Kein Kredit ohne Angebotsvergleich

Der Anlagenpreis wiegt schwerer als ein halber Prozentpunkt Zins: Für 10 kWp reicht die Spanne nach unseren Preisankern von 12.000 bis 15.500 Euro. Holen Sie drei Angebote von Fachbetrieben aus Ihrer Region ein und prüfen Sie sie mit dem Angebots-Check, bevor Sie mit der Bank sprechen.

Häufige Fragen

Gibt es zinslose Kredite für Photovoltaik?

Nein. Auch der KfW-Kredit 270 kostet Zinsen; die KfW bietet ihn zu einem beihilfefreien Zins oberhalb des EU-Referenzzinses an. Zuschüsse für Dachanlagen gibt es nur regional, siehe Photovoltaik-Förderung.

Kann ich eine Photovoltaikanlage ohne Eigenkapital finanzieren?

Ja. Der KfW-Kredit 270 deckt bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten, auch Ratenkredite finanzieren voll. Ob sich das rechnet, hängt am Zins: In unserem Beispiel trägt sich die Anlage bis rund 3,8 Prozent effektiv.

Welche Laufzeit ist bei einem Photovoltaik-Kredit sinnvoll?

Wenn die Ersparnis die Rate tragen soll, 20 Jahre: Im Beispiel gleichen sich Rate und Ersparnis dann ungefähr aus. Kürzere Laufzeiten sparen Zinsen, kosten aber jeden Monat Geld aus dem Haushaltsbudget.

Brauche ich für den Kredit eine Grundschuld?

Beim Ratenkredit meist nicht. Beim KfW-Kredit verlangt die Bank bankübliche Sicherheiten, deren Form sie mit Ihnen vereinbart. Eine neue Grundschuld kostet Notar- und Grundbuchgebühren, die in die Rechnung gehören.

Kann ich die Zinsen von der Steuer absetzen?

Bei Anlagen bis 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit nicht: Die Einnahmen sind nach § 3 Nr. 72 EStG steuerfrei, darum zählen auch Zinsen und Abschreibung nicht. Siehe Photovoltaik und Steuer.

Lohnt sich Miete statt Kredit?

Selten finanziell, manchmal organisatorisch. Rechnen Sie die Gesamtsumme aus, bevor Sie unterschreiben, und lesen Sie, wer Versicherung, Reparaturen und den Hausverkauf regelt – siehe Photovoltaik mieten.

Was passiert mit dem Kredit, wenn ich das Haus verkaufe?

Die Anlage geht als Teil des Hauses an den Käufer über. Der Kredit bleibt bei Ihnen, bis Sie ihn aus dem Verkaufserlös ablösen; beim KfW-Kredit kostet eine vorzeitige Rückzahlung eine Vorfälligkeitsentschädigung.

Lohnt sich die Finanzierung auch mit Speicher?

Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch, kostet aber auch mehr Kredit. Ob er sich trägt, hängt an seinem Preis je Kilowattstunde – siehe Photovoltaik mit Speicher und Speicherkosten.

Der nächste Schritt

Die Finanzierung steht und fällt mit dem Anlagenpreis. Wer drei vergleichbare Angebote hat, weiß, wie viel Kredit er braucht, und verhandelt mit der Bank auf fester Grundlage. Angebote von Fachbetrieben anfragen – kostenlos, höchstens drei Betriebe aus Ihrer Region.

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Quellen

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Sieben Fragen, zwei Minuten. Danach melden sich höchstens drei Fachbetriebe — welche es sind, sehen Sie namentlich, bevor Sie absenden. Und nur, wenn Sie zustimmen.

Kostenlos und unverbindlich. Welche Betriebe Ihre Anfrage erhalten, sehen Sie im Formular, bevor Sie es absenden.

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