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Ratgeber · Wissen

Vor- und Nachteile der Photovoltaik – ehrlich aufgelistet

Vor- und Nachteile einer Photovoltaikanlage (Solarkraftwerk): was dafür spricht, was dagegen, welche Einwände nicht stimmen – mit Kassenstand über 20 Jahre.

Redaktion: René LindelaubStand 22. Oktober 20264 Minuten LesezeitSo rechnen wir

Die Vorteile einer Photovoltaikanlage – oft auch Solarkraftwerk genannt – sind: Sie ersetzt teuren Netzstrom (jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart 35,0 Cent), ist technisch ausgereift, wartungsarm und steuerlich begünstigt. Die Nachteile: eine hohe Anfangsinvestition, die zwei Jahrzehnte gebunden ist, ein Ertrag, der oft dann kommt, wenn niemand zu Hause ist, und ein Dach, das passen muss. Die Nachteile stehen hier ausführlicher als die Vorteile, weil sie schwerer zu finden sind.

Vorteile: was für eine Anlage spricht

  • Sie ersetzt Zukauf zum vollen Preis. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart 35,0 Cent – mehr, als irgendeine sichere Geldanlage bringt.
  • Die Technik ist ausgereift. Module haben keine beweglichen Teile, die Degradation ist dokumentiert und liegt bei 0,3 bis 0,5 Prozent im Jahr.
  • Wartungsarm. Außer einer gelegentlichen Sichtprüfung fällt nichts an, siehe Wartung.
  • Steuerlich vereinfacht. Nullsteuersatz beim Kauf, Einkommensteuerbefreiung bis 30 kWp, siehe Steuer.
  • Sie wertet die Immobilie auf – messbar über den Energieausweis, praktisch über die Betriebskosten.
  • Unabhängiger von Preissprüngen. Nicht autark, aber weniger ausgeliefert.
Kassenstand einer 10-kWp-Anlage über 20 JahreKumulierter Überschuss nach Abzug der Anschaffung von 13.000 Euro: im Jahr 11 erstmals positiv, nach 20 Jahren rund 12.006 Euro.0 €4602 €9205 €13807 €051015200: 0 €5: 0 €10: 0 €15: 6038 €20: 12006 €Jahre
Kassenstand einer 10-kWp-Anlage für 13.000 Euro bei 9.500 Kilowattstunden Jahresertrag, 30 Prozent Eigenverbrauch, 180 Euro laufenden Kosten und 0,5 Prozent Degradation im Jahr. Ab Jahr 11 ist sie bezahlt.

Nachteile: was dagegen spricht

  • Hohe Anfangsinvestition. 10.000 bis 20.000 Euro, gebunden für zwei Jahrzehnte. Wer das Geld kurzfristig braucht, kommt schlecht heran.
  • Der Ertrag kommt, wenn Sie nicht da sind. Ohne Speicher bleiben 25 bis 35 Prozent im Haus, der Rest geht für 7,70 Cent ins Netz.
  • Das Dach muss passen. Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Zustand entscheiden mit – und eine Dachsanierung nach zehn Jahren bedeutet Abbau und Wiederaufbau.
  • Sie binden sich an einen Handwerksbetrieb für Gewährleistung und Störungen. Betriebe verschwinden; die Modulgarantie nützt dann wenig.
  • Der Wechselrichter hält nicht so lange wie die Module – Ersatz nach 12 bis 15 Jahren, 1.200 bis 2.500 Euro.
  • Regeln ändern sich. Einspeisevergütung, § 14a EnWG, Netzentgelte – die Rahmenbedingungen von heute gelten nicht zwingend morgen, siehe Änderungsmonitor.

Einwände, die nicht stimmen

EinwandWas tatsächlich gilt
„Die Herstellung verbraucht mehr Energie, als die Anlage liefert.“Die energetische Amortisation liegt in Deutschland bei ein bis zwei Jahren. Über die Laufzeit liefert die Anlage das Fünfzehn- bis Dreißigfache.
„Module halten nur zehn Jahre.“Leistungsgarantien laufen 25 bis 30 Jahre auf 80 bis 87 Prozent. Anlagen aus den frühen 2000er Jahren liegen heute vielfach noch darüber.
„Bei Bewölkung liefert die Anlage nichts.“Diffuses Licht liefert 10 bis 25 Prozent der Nennleistung. Rund die Hälfte des Jahresertrags in Deutschland stammt aus diffuser Strahlung.
„Module sind Sondermüll.“Sie fallen unter das Elektrogesetz, werden zurückgenommen und zu über 90 Prozent stofflich verwertet.
„Eine Anlage erhöht die Brandgefahr erheblich.“Die Auswertungen von Fraunhofer ISE und TÜV zeigen ein Risiko im Promillebereich, fast immer durch Installationsfehler an Steckverbindungen – nicht durch die Module.
Diese fünf Einwände tauchen am häufigsten auf. Keiner hält der Datenlage stand – was nicht heißt, dass die echten Nachteile oben nicht zählen.

Für wen es sich nicht lohnt

  • Wer in den nächsten Jahren umziehen will und den Verkaufspreis nicht sicher erhöhen kann.
  • Wer ein Dach hat, das innerhalb von zehn Jahren saniert werden muss – dann erst das Dach.
  • Wer stark verschattet ist, siehe Verschattung.
  • Wer zur Miete wohnt – dort ist das Balkonkraftwerk der Weg, siehe Balkonkraftwerk.

Häufige Fragen

Was ist ein Solarkraftwerk – dasselbe wie eine Photovoltaikanlage?

Im Alltag ja. „Solarkraftwerk“ ist ein umgangssprachlicher Name für eine Anlage, die mit Solarmodulen Strom erzeugt, also eine Photovoltaikanlage – vom Einfamilienhausdach bis zum Solarpark auf der Freifläche. Für Steckersolargeräte hat sich „Balkonkraftwerk“ eingebürgert, siehe Balkonkraftwerk. Abzugrenzen sind Solarthermie, die mit Kollektoren Wärme statt Strom erzeugt (Solarthermie oder Photovoltaik), und solarthermische Kraftwerke, die Sonnenlicht mit Spiegeln bündeln und über Dampf eine Turbine antreiben.

Wie sicher ist die Rechnung über 20 Jahre?

Der Ertrag ist gut prognostizierbar, die Degradation dokumentiert. Unsicher sind Strompreis und Eigenverbrauchsquote – beide wirken in dieselbe Richtung, wenn der Strompreis steigt.

Was, wenn ich das Haus verkaufe?

Die Anlage geht mit über; die Einspeisevergütung läuft auf den neuen Eigentümer weiter. Umschreiben müssen Sie den Eintrag im Marktstammdatenregister.

Lohnt sich eine Finanzierung?

Solange der Kreditzins unter der Rendite der Anlage liegt, ja. Rechnen Sie mit dem Wirtschaftlichkeitsrechner beide Varianten durch.

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Quellen

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