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Ratgeber · Planen und kaufen

Den richtigen Photovoltaik-Fachbetrieb finden

Woran Sie einen guten Betrieb erkennen, welche Warnzeichen zählen und welche Fragen im ersten Gespräch mehr verraten als jedes Zertifikat.

Redaktion: René LindelaubStand 26. September 20264 Minuten LesezeitSo rechnen wir

Der Unterschied zwischen zwei Betrieben, die dieselben Module verbauen, ist größer als der zwischen zwei Modulherstellern. Module sind heute austauschbar gut – Montage, Planung und Erreichbarkeit im Schadensfall sind es nicht.

Wie lange die Schritte dauernTypische Dauer in Tagen: Angebote einholen 14, Angebot prüfen 7, Vertrag und Terminfindung 21, Lieferzeit 35, Montage 2, Inbetriebnahme und Zählerwechsel 21.14 TageAngeboteeinholen7 TageAngebotprüfen21 TageVertrag undTermin35 TageLieferzeit2 TageMontage21 TageInbetriebnahmeund Zähler
Von der ersten Anfrage bis zur laufenden Anlage vergehen realistisch drei bis vier Monate. Der längste Posten ist die Lieferzeit, der kürzeste die Montage selbst.

Woran Sie einen guten Betrieb erkennen

  • Er kommt vorbei. Ein Angebot ohne Vor-Ort-Termin ist eine Schätzung. Wer Dach, Zählerschrank und Leitungswege nicht gesehen hat, kann den Aufwand nicht kennen.
  • Er nennt Typen, nicht Kategorien. „Monokristalline Module, 440 Wp“ ist keine Angabe. Hersteller, Typbezeichnung und Stückzahl gehören ins Angebot.
  • Er rechnet nüchtern. Wer mit vier Prozent Strompreissteigerung und 70 Prozent Eigenverbrauch rechnet, verkauft eine Rechnung, keine Anlage – siehe Wirtschaftlichkeit.
  • Er hat einen eingetragenen Elektrofachbetrieb. Entweder im eigenen Haus oder als fester Partner. Fragen Sie, wer den Zählerschrank anfasst.
  • Er sagt auch mal ab. Ein Betrieb, der bei einem verschatteten Norddach abrät, hat mehr Vertrauen verdient als einer, der alles baut.
  • Er ist in der Nähe. Bei einem Mangel in fünf Jahren zählt, wie weit der Servicewagen fahren muss.
Zwei Monteure richten ein Solarmodul auf einem Flachdach aus
Zwei Monteure richten ein Solarmodul auf einem Flachdach aus · Foto: Fotolia, Bildarchiv solarstromerzeugung.de

Warnzeichen

  • Zeitdruck. „Der Preis gilt nur heute“, „die letzten Module aus dem Kontingent“. Ein seriöses Angebot hat eine Bindefrist von zwei bis vier Wochen.
  • Vorkasse über 30 Prozent. Üblich sind 20 bis 30 Prozent bei Auftrag, der Rest nach Lieferung und Abnahme – siehe Vertrag.
  • Unterschrift im ersten Gespräch. Wer am Küchentisch unterschreiben lässt, arbeitet mit dem Überrumpelungseffekt. Ihr Widerrufsrecht steht im Vertragsabschnitt.
  • Pauschalpreise ohne Aufstellung. „Komplettanlage 14.900 Euro“ verrät nicht, was fehlt.
  • Keine Referenzen in der Region. Fragen Sie nach zwei Anlagen in der Nähe, die Sie ansehen dürfen.
  • Eine Garantie, die nach einem Postfach klingt. Fragen Sie, wer im Garantiefall Ihr Ansprechpartner ist – der Betrieb oder ein Hersteller ohne europäische Niederlassung.

Die fünf Fragen im ersten Gespräch

  • „Mit welcher Strompreissteigerung rechnen Sie?“ Jede Zahl über zwei Prozent sollte begründet werden.
  • „Welchen Eigenverbrauchsanteil setzen Sie an, und wie kommen Sie darauf?“ Ohne Speicher sind 25 bis 35 Prozent realistisch, nicht 70.
  • „Ist der Wechselrichtertausch eingerechnet?“ Nach 10 bis 15 Jahren fällt er an.
  • „Was ist im Preis nicht enthalten?“ Die ehrlichste Frage überhaupt – die Liste der üblichen Nachträge steht unter Angebot prüfen.
  • „Wer kommt, wenn in drei Jahren ein String ausfällt?“ Name, Telefonnummer, Reaktionszeit.
Zertifikate sagen weniger, als sie versprechen

Es gibt keine geschützte Berufsbezeichnung „Solarteur“. Fachbetriebssiegel werden teilweise von Herstellern vergeben, teilweise gegen Gebühr. Aussagekräftig sind die Eintragung als Elektrofachbetrieb, die Mitgliedschaft in der Handwerkskammer und das, was Referenzkunden sagen.

Wie wir dabei helfen

Wir vermitteln Anfragen an Fachbetriebe aus Ihrer Region und zeigen Ihnen vor dem Absenden namentlich, welche Betriebe Ihre Anfrage erhalten. Höchstens drei, nur mit Ihrer Einwilligung, kostenlos. Was wir dafür bekommen und von wem, steht unter Transparenz.

Häufige Fragen

Groß oder klein – welcher Betrieb ist besser?

Beides funktioniert. Große Anbieter haben Prozesse und Verfügbarkeit, kleine oft die bessere Erreichbarkeit im Schadensfall. Entscheidend ist nicht die Größe, sondern ob jemand kommt, wenn etwas ist.

Soll ich Module selbst kaufen und nur montieren lassen?

Meist nicht. Sie verlieren die einheitliche Gewährleistung: Bei einem Mangel streiten sich Lieferant und Monteur, wer schuld ist. Der Preisvorteil ist kleiner als das Risiko.

Was sagen Onlinebewertungen aus?

Wenig bei wenigen Bewertungen, mehr bei vielen über längere Zeit. Achten Sie auf die Antworten des Betriebs auf negative Bewertungen – die verraten mehr als die Note.

Muss der Betrieb aus der Region sein?

Nicht zwingend, aber es hilft. Anfahrt ist ein Kostenfaktor und im Servicefall ein Zeitfaktor.

Mehr zu Planung und Kauf

Quellen

  • Handwerksordnung – Eintragungspflicht für Elektrotechniker
  • Unsere Partnerbedingungen unter Partnerbedingungen
  • Vergütungsmodell und Interessenlage unter Transparenz

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Sieben Fragen, zwei Minuten. Danach melden sich höchstens drei Fachbetriebe — welche es sind, sehen Sie namentlich, bevor Sie absenden. Und nur, wenn Sie zustimmen.

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