Photovoltaikanlage planen: Schritt für Schritt
Verbrauch, Dach, Zählerschrank, Zukunft: die sechs Punkte, die Sie selbst klären können – bevor der erste Betrieb ins Haus kommt.
Je besser Sie vorbereitet ins erste Gespräch gehen, desto vergleichbarer werden die Angebote. Sechs Dinge können Sie selbst klären, und jedes davon spart später Geld oder Ärger.
Die sechs Punkte
- Ihren Stromverbrauch. Die Jahresabrechnung der letzten drei Jahre heraussuchen, nicht schätzen. Wer eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto plant, rechnet den künftigen Bedarf dazu.
- Die nutzbare Dachfläche. Nicht die ganze Dachhälfte, sondern die Fläche ohne Gauben, Kamine, Dachfenster und Randabstände. Ein Blick auf Satellitenbilder hilft beim Abschätzen.
- Ausrichtung und Neigung. Die Himmelsrichtung lesen Sie von der Karte ab, die Neigung schätzen Sie aus der Bauform – Satteldächer liegen meist zwischen 30 und 45 Grad.
- Verschattung über den Tag. Gehen Sie an einem sonnigen Tag morgens, mittags und nachmittags einmal ums Haus. Bäume, Nachbargiebel, der eigene Kamin – siehe Verschattung.
- Alter und Zustand von Dach und Zählerschrank. Ein Dach, das in zehn Jahren neu gedeckt werden muss, sollte vorher gedeckt werden. Ein Zählerschrank aus den 1970er Jahren wird in jedem Fall umgebaut.
- Was in fünf Jahren dazukommen soll. Wärmepumpe, Wallbox, Speicher – wer das vorher weiß, plant Leitungswege und Zählerplatz gleich mit. Nachträglich wird jeder dieser Punkte teurer.
Eine Anlage auf ein Dach zu bauen, das in wenigen Jahren neu gedeckt werden muss. Ab- und Wiederaufbau kosten 1.500 bis 3.000 Euro, und in der Zwischenzeit steht die Anlage. Wenn das Dach älter als 25 Jahre ist, lassen Sie es vorher ansehen – ein Dachdecker schaut für wenig Geld drauf.

Was der Fachbetrieb prüfen muss
Diese Punkte können Sie nicht selbst beantworten, und ein Angebot ohne sie ist unvollständig:
- Die Statik. Tragen Sparren und Dachstuhl die Zusatzlast aus Modulen, Unterkonstruktion und Schnee? Die Schneelastzone gehört ins Angebot – siehe Schnee und Schneelast.
- Den Zählerschrank. Erfüllt er die aktuelle Norm, ist Platz für den Zweirichtungszähler und gegebenenfalls für Speicher und Wallbox?
- Die Leitungswege. Wie kommt das Kabel vom Dach in den Keller, und wie lang wird die Gleichstromstrecke?
- Die Netzanschlusskapazität. Das klärt der Betrieb mit dem Netzbetreiber. Bei größeren Anlagen kann es zu Auflagen kommen.
Der Zeitplan
Häufige Fragen
Brauche ich eine Baugenehmigung?
Für Anlagen auf dem eigenen Wohnhaus in der Regel nicht. Ausnahmen sind Denkmalschutz, Gestaltungssatzungen einzelner Gemeinden und Anlagen, die über die Dachkante hinausragen. Fragen Sie im Zweifel beim Bauamt nach, bevor Sie beauftragen.
Lohnt sich eine unabhängige Planung?
Bei einfachen Dachanlagen selten – der Fachbetrieb plant mit. Bei Denkmalschutz, komplizierten Dächern oder großen Anlagen kann ein unabhängiger Planer sein Geld wert sein, siehe Gutachten.
Wie viele Angebote soll ich einholen?
Drei. Weniger gibt keinen Vergleichsmaßstab, mehr kostet nur Zeit – und alle drei müssen dieselbe Anlage beschreiben, sonst vergleichen Sie Äpfel mit Birnen.
Wann ist die beste Zeit zu bauen?
Terminlich sind Herbst und Winter ruhiger, im Frühjahr sind die Betriebe ausgebucht. Wirtschaftlich zählt eher das Inbetriebnahmedatum: Wer 2026 in Betrieb geht, sichert sich die heutigen Bedingungen für 20 Jahre, siehe Änderungsmonitor.
Mehr zu Planung und Kauf
- Die richtige Größe – was zu Dach und Verbrauch passt
- Fachbetrieb finden – woran Sie einen guten Betrieb erkennen
- Angebot prüfen – die Posten, die drinstehen müssen
- Vertrag und Abnahme – Zahlungsplan, Fristen, Gewährleistung
- Der Ablauf – wie lange jeder Schritt dauert
- Finanzierung – Kredit, Eigenkapital, Pacht
- Förderung – was es 2026 noch gibt
- Gutachten – wann sich ein unabhängiger Blick lohnt
Quellen
- VDE-AR-N 4105 – Anschluss von Erzeugungsanlagen an das Niederspannungsnetz
- DIN EN 1991-1-3 – Schneelasten auf Tragwerken
- Landesbauordnungen der Länder – Genehmigungsfreiheit von Solaranlagen