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Ratgeber · Wissen

Aufbau einer Photovoltaikanlage: alle Bauteile im Überblick

Was zu einer Photovoltaikanlage gehört: Module, Unterkonstruktion, Wechselrichter, Zählerschrank und Netzanschluss – mit der Aufgabe jedes Teils.

Redaktion: René LindelaubStand 26. September 20263 Minuten LesezeitSo rechnen wir

Eine Photovoltaikanlage besteht aus überraschend wenigen Bauteilen. Der größere Teil der Rechnung entfällt trotzdem nicht auf Material, sondern auf Arbeit: Gerüst, Montage, Elektroinstallation, Anmeldung. Diese Seite geht die Anlage von oben nach unten durch.

Vom Datenblatt zum JahresertragVerbleibender Anteil in Prozent: Modul nach Prüfbedingungen 100, nach Temperaturverlusten 92, nach Verschmutzung 90, nach Leitungsverlusten 89, nach dem Wechselrichter 86, nach Ausrichtung und Alterung 81 Prozent – das ist die Performance Ratio.100 %Modulnach STC92 %minusTemperatur90 %minusVerschmutzung89 %minusLeitung86 %minus Wechsel-richter81 %minus Ausrichtungund Alterung
Von der Nennleistung auf dem Typenschild bleiben im Jahresmittel rund 81 Prozent übrig. Diese Zahl heißt Performance Ratio und ist das ehrlichste Qualitätsmaß einer Anlage.

Auf dem Dach

  • Die Module erzeugen den Strom. Üblich sind heute 18 bis 25 Stück zu 400 bis 460 Watt peak, zusammen rund zwei Quadratmeter je Stück – siehe Solarmodule.
  • Die Unterkonstruktion trägt die Module und leitet Wind- und Schneelasten ins Dach ab. Bei Ziegeldächern über Dachhaken, die am Sparren verschraubt werden, bei Flachdächern über beschwerte Gestelle – siehe Unterkonstruktion.
  • Die Modulverkabelung verbindet die Module zu Strings. Solarkabel sind UV-beständig und doppelt isoliert; die Steckverbinder müssen vom selben Hersteller stammen – siehe Solarkabel.
  • Der Potentialausgleich verbindet die metallischen Teile leitend und wird bei vorhandenem Blitzschutz in dessen Konzept eingebunden – siehe Blitzschutz.

Zwischen Dach und Keller

Von den Strings führen Gleichstromleitungen zum Wechselrichter, meist durch den Dachboden in den Hauswirtschaftsraum oder Keller. Auf diesem Weg liegen zwei Bauteile, die in Angeboten gern fehlen: der DC-Freischalter, mit dem sich die Gleichstromseite trennen lässt, und der Überspannungsschutz für beide Seiten.

Im Haus

  • Der Wechselrichter macht aus Gleichstrom netzkonformen Wechselstrom, sucht laufend den Arbeitspunkt mit der höchsten Leistung und überwacht das Netz. Er ist das Bauteil mit der kürzesten Lebensdauer – siehe Wechselrichter.
  • Der Netz- und Anlagenschutz steckt bei Anlagen dieser Größe im Wechselrichter. Er trennt die Anlage vom Netz, sobald Spannung oder Frequenz aus dem zulässigen Bereich laufen – damit bei einem Netzausfall keine Spannung auf der Leitung liegt.
  • Der Zählerschrank muss die Einspeisung aufnehmen können. Häufig ist hier der Umbau nötig, der in günstigen Angeboten fehlt: ein Zweirichtungszähler, gegebenenfalls ein neuer Zählerplatz nach aktueller Norm.
  • Der Zweirichtungszähler zählt getrennt, was Sie beziehen und was Sie einspeisen. Er wird vom Messstellenbetreiber gestellt.
  • Optional der Speicher mit eigener Elektronik – siehe Stromspeicher.
Die drei Posten, die in billigen Angeboten fehlen

Gerüst, Zählerschrankumbau und Überspannungsschutz. Zusammen können das 1.500 bis 3.000 Euro sein, die später als Nachtrag kommen. Fragen Sie im Angebot ausdrücklich danach – der Angebots-Check listet alle Posten auf, die enthalten sein müssen.

Wer was macht

Die Montage auf dem Dach übernimmt der Solarteur oder ein Dachdecker, den Anschluss im Zählerschrank ein eingetragener Elektrofachbetrieb. Die Anmeldung beim Netzbetreiber macht der Betrieb, die Eintragung im Marktstammdatenregister müssen Sie selbst erledigen – innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme. Der gesamte Ablauf steht unter Ablauf.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Montage?

Auf dem Dach zwei bis drei Tage für ein Einfamilienhaus, dazu ein Tag für die Elektroarbeiten. Zwischen Auftrag und Inbetriebnahme vergehen meist sechs bis zwölf Wochen – der längste Teil ist die Terminfindung, nicht die Arbeit.

Braucht die Anlage Wartung?

Wenig. Eine Sichtprüfung alle paar Jahre und ein Blick auf die Ertragsdaten reichen. Wartungsverträge mit jährlicher Begehung sind selten ihr Geld wert – siehe Wartung.

Kann ich die Anlage später erweitern?

Meist ja, aber nicht kostenlos. Der Wechselrichter muss die zusätzliche Leistung aufnehmen können, und ab bestimmten Größen ändern sich die Anmeldepflichten. Wer eine Erweiterung ahnt, sollte sie von Anfang an einplanen – oder gleich das ganze Dach belegen.

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Quellen

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