Solarkabel und Steckverbinder: worauf es ankommt
Kabeltyp H1Z2Z2-K, Querschnitt, Verlegung und die Steckerfrage – die häufigste Brandursache an Photovoltaikanlagen und wie man sie vermeidet.
Kabel und Stecker machen rund sechs Prozent der Anlagenkosten aus und sind für den größten Teil der wenigen Brände verantwortlich, die es an Photovoltaikanlagen gibt. Der Fehler dahinter ist fast immer derselbe.
Der Fehler: Stecker verschiedener Hersteller
Solarsteckverbinder sind mechanisch weitgehend kompatibel – sie passen zusammen, auch wenn sie von verschiedenen Herstellern stammen. Elektrisch passen sie nicht immer: Die Kontaktgeometrien unterscheiden sich minimal, der Übergangswiderstand steigt, und an dieser Stelle entsteht über Jahre Wärme.
Die Bestätigung, dass alle Steckverbinder vom selben Hersteller stammen und mit dem vorgesehenen Werkzeug gecrimpt wurden. Das ist ein Satz, der nichts kostet und im Schadensfall alles entscheidet – siehe Brandschutz.
Der richtige Kabeltyp
- Typ H1Z2Z2-K ist der Standard für die Gleichstromseite: doppelt isoliert, UV- und ozonbeständig, für −40 bis +90 Grad ausgelegt, halogenfrei.
- Querschnitt 4 oder 6 Quadratmillimeter. Vier reicht für die meisten Hausdachanlagen; sechs bei langen Leitungswegen, um den Spannungsfall klein zu halten.
- Doppelte Isolierung ist Pflicht, weil auf der Gleichstromseite kein Fehlerstromschutzschalter wirkt.
- Plus und Minus eng beieinander führen. Weit auseinandergeführte Leiter bilden eine Schleife, in die ein Blitzeinschlag in der Nachbarschaft Spannung induziert – siehe Blitzschutz.
Verlegen, ohne Schaden anzurichten
- Zugentlastet befestigen, nicht am Steckverbinder ziehen lassen. UV-beständige Kabelbinder oder Clips, keine gewöhnlichen aus dem Baumarkt.
- Keine Scheuerstellen an Blechkanten, Ziegelrändern oder Durchführungen.
- Nicht in der Dachrinne und nicht in stehendem Wasser.
- Dachdurchführung abdichten – mit dafür vorgesehenen Ziegeln oder Manschetten, nicht mit Silikon.
- Biegeradien einhalten, meist das Vier- bis Fünffache des Kabeldurchmessers.
Häufige Fragen
Kann ich Solarkabel selbst verlängern?
Technisch ja, ratsam nein. Crimpen erfordert das passende Werkzeug für genau diesen Steckertyp; eine Zange aus dem Baumarkt erzeugt genau den Übergangswiderstand, um den es oben geht. Lassen Sie es den Fachbetrieb machen.
Wie lange halten die Kabel?
So lange wie die Anlage, 25 bis 30 Jahre. Kritisch sind nicht die Kabel, sondern die Steckverbindungen und die Stellen, an denen etwas scheuert.
Muss ich Marder fürchten?
Auf dem Dach selten, in Dachböden und Garagen schon. Marderbiss ist über eine Photovoltaikpolice abgedeckt, über die Wohngebäudeversicherung nicht – siehe Versicherung.
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Quellen
- DIN EN 50618 – Kabel für Photovoltaiksysteme (Typ H1Z2Z2-K)
- DIN VDE 0100-712 – Photovoltaik-Stromversorgungssysteme
- Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fassung 20.08.2026 – Untersuchungen zu Brandursachen