Komponenten einer Photovoltaikanlage: alle Bauteile
Module, Unterkonstruktion, Wechselrichter, Verkabelung, Zählerschrank: was jedes Teil tut, was es kostet und wie lange es hält.
Eine Photovoltaikanlage besteht aus fünf Gruppen von Bauteilen. Vier davon halten so lange wie die Anlage selbst, eines nicht – und genau dieses eine wird beim Kalkulieren am häufigsten vergessen.
Die Bauteile und was sie tun
| Bauteil | Aufgabe | Anteil am Preis | Hält |
|---|---|---|---|
| Module | erzeugen den Gleichstrom | 20 % | 25–30 Jahre |
| Unterkonstruktion | trägt die Module und leitet Wind- und Schneelast ab | 26 % | 25–30 Jahre |
| Verkabelung | verbindet Module und Wechselrichter | 6 % | 25–30 Jahre |
| Wechselrichter | macht netzkonformen Wechselstrom daraus | 10 % | 10–15 Jahre |
| Zählerschrank | nimmt Einspeisung und Zweirichtungszähler auf | 8 % | 30–40 Jahre |
Auffällig ist das Verhältnis: Die Module, über die am meisten geredet wird, machen nur ein Fünftel des Preises aus. Der größere Posten ist die Unterkonstruktion samt Montage – also Arbeit. Deshalb sinken die Anlagenpreise langsamer als die Modulpreise.

Das eine Bauteil mit begrenzter Lebensdauer
Rechnen Sie den Tausch von Anfang an ein: rund 1.000 bis 1.500 Euro nach etwa zwölf Jahren. Unsere Amortisationskurve tut das; viele Angebotsrechnungen tun es nicht.
Was oft dazugehört, aber nicht immer im Angebot steht
- Überspannungsschutz auf Gleich- und Wechselstromseite, 300 bis 700 Euro – schützt gegen die häufigste Schadensursache, siehe Blitzschutz.
- DC-Freischalter, damit sich die Gleichstromseite trennen lässt.
- Zweirichtungszähler – stellt der Messstellenbetreiber, kostet ein jährliches Entgelt.
- Leistungsoptimierer bei Teilverschattung, 60 bis 120 Euro je Modul – siehe Verschattung.
- Speicher mit eigener Elektronik, 270 bis 420 Euro je Kilowattstunde – siehe Stromspeicher.
- Erdung und Potentialausgleich der metallischen Teile.
Ein hochwertiges Modul an einer billigen Unterkonstruktion hält nicht länger als die Unterkonstruktion. Fragen Sie im Angebot nach dem Hersteller des Montagesystems – er steht seltener drin als der Modulhersteller und entscheidet über Dichtigkeit und Standsicherheit für die nächsten 25 Jahre.
Häufige Fragen
Kann ich Bauteile einzeln kaufen?
Technisch ja, wirtschaftlich selten sinnvoll. Sie verlieren die einheitliche Gewährleistung: Bei einem Mangel streiten Lieferant und Monteur, wer schuld ist – siehe Fachbetrieb finden.
Müssen alle Module gleich sein?
In einem String ja – Spannung und Strom müssen zusammenpassen. Über mehrere Strings hinweg können die Module unterschiedlich sein, wenn der Wechselrichter getrennte Eingänge hat.
Was ist der teuerste Einzelposten?
Die Arbeit. Unterkonstruktion und Montage machen zusammen rund ein Viertel aus, dazu kommen Elektroinstallation, Gerüst und Anmeldung. Reines Material ist weniger als die Hälfte der Rechnung.
Die Bauteile im Einzelnen
- Wechselrichter – String, Hybrid, Mikro – und die Auslegung
- Unterkonstruktion – Aufdach, Indach, Flachdach, Fassade
- Montage – wie die Anlage aufs Dach kommt
- Solarkabel und Stecker – die häufigste Brandursache vermeiden
- Verschattung – was Bäume und Gauben wirklich kosten
- Netzgekoppelte Anlage – wie die Anlage mit dem Netz arbeitet
- Wallbox – das Auto mit eigenem Strom laden
- Solarcarport – wenn das Dach nicht reicht
- Recycling – was am Ende mit den Modulen passiert
Quellen
- Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fassung 20.08.2026 – Kostenanteile und Lebensdauern
- Datenblätter gängiger Hersteller, Stand September 2026
- Preisspannen: eigene Auswertung von Angeboten