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Ratgeber · Photovoltaik

Recycling von Solarmodulen: was am Ende passiert

Rücknahmepflicht nach ElektroG, Verwertungsquoten, was aus Glas, Aluminium und Silizium wird – und was Sie am Lebensende tatsächlich tun müssen.

Redaktion: René LindelaubStand 27. September 20264 Minuten LesezeitSo rechnen wir

Solarmodule fallen unter das Elektrogesetz. Sie müssen zurückgenommen werden, sie dürfen nicht in den Restmüll, und für Privathaushalte ist die Abgabe kostenlos. Das ist die kurze Antwort – die längere betrifft die Frage, was daraus wirklich wieder wird.

Woraus ein Modul besteht und was davon zurückkommtMassenanteil und Verwertungsquote: Glas 70 und 95 Prozent, Aluminiumrahmen 18 und 98, Kunststofffolien 6 und 40, Silizium 3 und 65, Kupfer und Silber 1 und 85 Prozent.Massenanteil in %Verwertungsquote in %7095Glas1898AluminiumRahmen640KunststoffFolien365Silizium185Kupfer undSilber
Nach Masse besteht ein Modul fast vollständig aus Glas und Aluminium – und genau die beiden Fraktionen lassen sich nahezu vollständig verwerten. Schwierig sind die kleinen Anteile: Folien und Silizium.

Was Sie tun müssen

  • Bei einer Neuanlage: Der Fachbetrieb nimmt die alten Module mit. Lassen Sie sich die Entsorgung im Angebot ausweisen.
  • Bei einzelnen Modulen: Abgabe am kommunalen Wertstoffhof. Für Privathaushalte ist das kostenlos; rufen Sie vorher an, weil nicht jeder Hof Module annimmt.
  • Bei größeren Mengen: Rücknahmesysteme der Hersteller oder branchenweite Sammelstellen. Für gewerbliche Anlagen gelten eigene Regeln.
  • Niemals: Restmüll, Bauschutt oder Sperrmüll. Module enthalten verwertbare Metalle und, je nach Typ, Stoffe, die nicht in den Boden gehören.

Was verwertet wird

Ein kristallines Modul besteht zu rund 70 Prozent seines Gewichts aus Glas, dazu kommen Aluminiumrahmen, Kunststofffolien, Kupfer aus den Verbindern und wenige Prozent Silizium. Glas, Aluminium und Kupfer werden zuverlässig zurückgewonnen; das Elektrogesetz verlangt für Photovoltaikmodule hohe Verwertungsquoten, und die werden in der Praxis erreicht.

Schwieriger ist das Silizium. Es ist in Kunststoff eingebettet, und die Trennung ist aufwendiger, als neues Solarsilizium herzustellen. Es gibt Verfahren dafür, aber noch keine wirtschaftliche Breitenanwendung – siehe Silizium.

Wie viel das in Zahlen ist, hat das Fraunhofer CSP 2026 für die Deutsche Rohstoffagentur durchgerechnet: In den in Deutschland installierten Modulen stecken rund 5,35 Millionen Tonnen Material im Wert von etwa 4,8 Milliarden Euro – 3,85 Millionen Tonnen Glas, 663.000 Tonnen Aluminium, 208.000 Tonnen Silizium, 53.500 Tonnen Kupfer und 3.900 Tonnen Silber. Die Materialrecyclingquote liegt bei etwa 85 Prozent, die Gesamtrückgewinnung über 95 Prozent, weil Kunststoffe thermisch verwertet werden. Silizium wird dabei in der Regel nicht zurückgewonnen.

Die Recyclinganlagen stehen halb leer

Dieselbe Studie zeigt das eigentliche Problem: 2024 gab es in Deutschland Kapazität für mehr als 50.000 Tonnen kristalline Module, verarbeitet wurden rund 9.300 Tonnen. Das erfasste Altmodulaufkommen ist von 2022 bis 2024 entgegen allen Erwartungen gesunken – ein Teil der Module geht als Gebrauchtware ins Ausland. Bis 2030 rechnet die Studie dagegen mit über 600.000 Tonnen Altmodulen.

Wer die Entsorgung bezahlt

Die Hersteller. Sie müssen sich registrieren und für die spätere Entsorgung der von ihnen in Verkehr gebrachten Module finanziell vorsorgen. Deshalb ist die Abgabe für Privathaushalte kostenlos – bezahlt ist sie längst, über den Kaufpreis.

Wenn die Module noch laufen

Ein Modul, das nach 25 Jahren noch 85 Prozent seiner Leistung bringt, ist kein Abfall. Für Gartenhaus, Werkstatt oder Inselanlagen sind gebrauchte Module eine sinnvolle Option – siehe Autark und mobil. Achten Sie auf zwei Dinge: Die Module müssen elektrisch zusammenpassen, und für Weiterverkauf und Garantie brauchen Sie die Seriennummern. Wann sich der Kauf gebrauchter Module überhaupt rechnet und woran Sie ein brauchbares erkennen, steht unter Gebrauchte Solarmodule.

Steht bei Ihnen eine ganze Anlage zum Abbau an – etwa weil das Dach saniert wird oder die EEG-Förderung ausläuft –, dann ist die Entsorgung die letzte Frage, nicht die erste. Unter PV-Anlage verkaufen beschreiben Sie die Anlage in sieben Fragen und bekommen binnen 24 Stunden eine Einschätzung: was Komponenten und Abbau wert sind und ob sich stattdessen eine neue Anlage mit Anrechnung lohnt. Was dabei im Einzelnen zu klären ist, steht unter Abbau und Entsorgung (Kosten, Ablauf, Abmeldung), Restwert und Zweitmarkt für Komponenten.

Häufige Fragen

Sind Solarmodule Sondermüll?

Nein. Sie sind Elektroaltgeräte und unterliegen der Rücknahmepflicht nach dem Elektrogesetz. Bei CdTe-Modulen kommt hinzu, dass der Hersteller ein eigenes Rücknahmesystem betreibt – siehe CdTe-Module.

Was kostet die Entsorgung?

Für Privathaushalte nichts, wenn Sie die Module am Wertstoffhof abgeben. Bei der Demontage durch einen Betrieb fällt dessen Arbeitszeit an, nicht die Entsorgungsgebühr.

Wie viel eines Moduls wird tatsächlich wiederverwertet?

Nach Gewicht der größte Teil – Glas und Aluminium machen den Löwenanteil aus. Die Frage, die dahintersteht, ist aber eine andere: Wiederverwertet wird das Einfache, nicht das Wertvolle. An der Rückgewinnung von Solarsilizium wird gearbeitet.

Hält ein Modul wirklich 25 Jahre?

Feldstudien an Anlagen aus den 1980er und 1990er Jahren zeigen Verluste von 0,2 bis 0,5 Prozent im Jahr; viele dieser Anlagen laufen bis heute. Die übliche Annahme ist eher konservativ – siehe Solarmodule.

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Quellen

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