Photovoltaik-Montage: wie die Anlage aufs Dach kommt
Der Ablauf auf dem Dach in fünf Schritten, was Sie vorbereiten sollten, wie lange es dauert und woran Sie saubere Arbeit erkennen.
Die Montage ist der kürzeste Teil des ganzen Vorhabens: zwei bis drei Tage auf dem Dach, ein Tag für die Elektroarbeiten. Sie entscheidet trotzdem darüber, ob die Anlage fünfundzwanzig Jahre unauffällig läuft oder nach dem ersten Sturm Ärger macht.
Der Ablauf auf dem Dach
- Gerüst stellen. Meist einen Tag vorher, es bleibt bis zum Ende stehen. Für ein Einfamilienhaus 600 bis 1.500 Euro, je nach Höhe und Standdauer.
- Dachhaken setzen. Ziegel anheben, Haken am Sparren verschrauben, Ziegel ausklinken und zurücklegen. Der Arbeitsschritt, der über die Dichtigkeit entscheidet.
- Schienen montieren und ausrichten. Aluminiumschienen auf die Haken, in Flucht bringen, Dehnungsfugen beachten – Aluminium arbeitet bei Temperaturwechsel.
- Module setzen und klemmen. Mit Mittel- und Endklemmen nach dem vorgegebenen Drehmoment. Zu fest angezogene Klemmen erzeugen Spannungen im Glas.
- Verkabeln und beschriften. Strings verschalten, Leitungen zugentlastet führen, Stecker vom selben Hersteller verwenden, jeden String beschriften.

Was Sie vorbereiten sollten
- Freie Zufahrt und Stellfläche für Gerüst und Material.
- Zugang zum Dachboden, falls die Leitungen dort geführt werden.
- Zugang zum Zählerschrank; für den Anschlusstag ist mit einer Stromabschaltung zu rechnen.
- Auto aus der Einfahrt, Gartenmöbel und Empfindliches unter dem Gerüstbereich wegräumen.
- Nachbarn informieren, wenn das Gerüst an die Grenze reicht.
Woran Sie saubere Arbeit erkennen
- Die Dachhaken sitzen im Sparren. Vom Dachboden aus meist zu sehen.
- Kein Ziegel ist gebrochen, und beschädigte wurden ersetzt.
- Die Modulreihen fluchten und haben gleichmäßige Abstände.
- Leitungen hängen nicht durch und scheuern nirgends an Blechkanten.
- Die Strings sind beschriftet, und der Stringplan liegt der Dokumentation bei.
- Die Baustelle ist aufgeräumt – Schrauben und Verschnitt in der Dachrinne sind kein gutes Zeichen.
Mit dem Fernglas oder dem Teleobjektiv des Telefons. Verschobene Module, ein gebrochener Ziegel oder eine durchhängende Leitung fallen von unten auf. Was Sie bei der Abnahme nicht vorbehalten, lässt sich später schwer geltend machen – siehe Vertrag und Abnahme.
Warum Sie nicht selbst aufs Dach sollten
Zwei Gründe. Erstens die Höhe: Stürze vom Dach sind die häufigste schwere Verletzung rund um Photovoltaik. Zweitens die Gleichstromseite: Sobald Licht auf die Module fällt, liegt dort Spannung an, und die lässt sich nicht zentral abschalten. Der Anschluss im Zählerschrank ist ohnehin einem eingetragenen Elektrofachbetrieb vorbehalten.
Was Sie selbst tun können: die Module vom Boden aus im Blick behalten und die Ertragsdaten verfolgen – siehe Wartung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Montage?
Zwei bis drei Tage auf dem Dach, ein Tag für die Elektroarbeiten. Das Gerüst steht meist eine Woche. Zwischen Auftrag und Inbetriebnahme vergehen trotzdem acht bis sechzehn Wochen – der Rest ist Warten, siehe Ablauf.
Muss ich anwesend sein?
Nicht die ganze Zeit, aber am Tag der Elektroarbeiten und bei der Abnahme.
Kann bei Regen montiert werden?
Bei leichtem Regen ja, bei Sturm, Glätte oder Gewitter nicht. Verzögerungen durch Wetter sind normal und kein Verzug.
Was passiert mit den alten Ziegeln?
Ausgeklinkte Ziegel werden zurückgelegt, gebrochene ersetzt. Lassen Sie sich Ersatzziegel dalassen – in zehn Jahren bekommen Sie das passende Modell womöglich nicht mehr.
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Quellen
- Montageanleitungen gängiger Systemhersteller, Stand September 2026
- DGUV-Regeln für Arbeiten auf Dächern
- DIN VDE 0100-712 – Photovoltaik-Stromversorgungssysteme