Zum Inhalt springen
Kostenlose Beratung: 03381 2689168 Sie sind Fachbetrieb für Photovoltaik? Partner werden und Anfragen erhalten
Angebote vergleichen
Themenwelt

Wissen rund um Solarstrom: Grundlagen verständlich erklärt

Wie aus Sonnenlicht Strom im Hausnetz wird – der ganze Weg in fünf Schritten, die zehn meistverwechselten Begriffe und alle Grundlagenseiten im Überblick.

Stand 26. September 2026 · 24 Ratgeber in dieser Themenwelt

So entsteht Strom in einer Solarzelle Licht trifft von oben auf die Zelle. In der Grenzschicht zwischen der n-dotierten und der p-dotierten Siliziumschicht werden Ladungsträger getrennt. Die Elektronen fließen über den vorderen Kontakt durch den Verbraucher und kehren über den Rückseitenkontakt zurück. Verbraucher Sonnenlicht n-dotiertes Silizium p-dotiertes Silizium Grenzschicht Vorderseitenkontakt Rückseitenkontakt − + Licht löst Ladungsträger – das elektrische Feld der Grenzschicht trennt sie
Der Anfang der Kette: Licht trifft auf die Grenzschicht zwischen zwei unterschiedlich dotierten Siliziumschichten, Ladungsträger werden getrennt, es entsteht eine Spannung. Ausführlich unter photovoltaischer Effekt.

Photovoltaik ist erstaunlich wenig Technik: keine beweglichen Teile, kein Brennstoff, kein Geräusch. Ein Stück Silizium, zwei Kontakte, ein Wechselrichter – und aus Licht wird Strom in der Steckdose. Diese Seite geht den ganzen Weg einmal durch und führt von dort in die Einzelheiten.

In fünf Schritten vom Licht zur Steckdose

  1. Im Silizium entsteht eine Spannung. Licht schlägt Elektronen aus ihren Bindungen. An der Grenze zwischen zwei unterschiedlich dotierten Schichten herrscht ein elektrisches Feld, das die freien Ladungsträger auseinanderzieht – oben sammeln sich die Elektronen, unten die Lücken. Das ist der photovoltaische Effekt, und es ist der einzige Schritt, der wirklich Physik braucht.
  2. Viele Zellen werden zum Modul. Eine Zelle liefert etwa 0,5 Volt – zu wenig für irgendetwas. Erst die Reihenschaltung von 60 bis 144 Zellen unter Glas ergibt die 30 bis 45 Volt eines Moduls. Wie die Zellen aufgebaut sind, steht unter Solarzellen, das Material unter Silizium.
  3. Module werden zum String verschaltet. Mehrere Module in Reihe ergeben die Spannung, die der Wechselrichter braucht – oft 300 bis 800 Volt. Hier entscheidet sich auch, wie empfindlich die Anlage auf Schatten reagiert: In einem String zieht ein verschattetes Modul die anderen mit.
  4. Der Wechselrichter macht Wechselstrom daraus. Er wandelt den Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom, sucht dabei laufend den Arbeitspunkt mit der höchsten Leistung und schaltet ab, sobald das Netz ausfällt. Mehr unter Wechselrichter.
  5. Der Strom geht ins Hausnetz – und was übrig bleibt, ins öffentliche. Ihre Geräte nehmen sich, was sie brauchen; der Rest fließt über den Zähler nach draußen und wird vergütet. Deshalb ist der Eigenverbrauch die wichtigste Stellschraube für die Wirtschaftlichkeit.
Warum nichts davon verschleißt

In dieser Kette bewegt sich nichts. Module altern durch Temperaturwechsel und Feuchtigkeit, nicht durch Betrieb – rund ein halbes Prozent Leistung im Jahr. Das einzige Bauteil mit begrenzter Lebensdauer ist der Wechselrichter, weil dort Leistungselektronik und Elektrolytkondensatoren arbeiten. Er wird nach 10 bis 15 Jahren getauscht, alles andere bleibt.

Die zehn Begriffe, die ständig verwechselt werden

Die meisten Missverständnisse rund um Photovoltaik sind Begriffsverwechslungen. Diese zehn Paare treffen wir in Angeboten, Beratungsgesprächen und Foren am häufigsten an.

BegriffspaarDer Unterschied
kWp und kWhKilowatt peak ist die Leistung unter Prüfbedingungen – die Größenangabe beim Kauf. Kilowattstunde ist die Energiemenge über die Zeit – das, was auf der Abrechnung steht. Ein Kilowatt peak liefert in Deutschland rund 1.000 Kilowattstunden im Jahr.
Eigenverbrauch und AutarkieEigenverbrauch ist der Anteil des erzeugten Stroms, den Sie selbst nutzen. Autarkie ist der Anteil Ihres Verbrauchs, den Sie selbst decken. Eine große Anlage hat niedrigen Eigenverbrauch und hohe Autarkie – eine kleine umgekehrt.
Wirkungsgrad und ErtragDer Wirkungsgrad sagt, wie viel Licht ein Modul zu Strom macht – er entscheidet über den Platzbedarf, nicht über die Qualität. Der Ertrag sagt, wie viele Kilowattstunden am Ende herauskommen. Zwei Module mit gleichem Wirkungsgrad können unterschiedlich viel liefern.
Nennleistung und SpitzenleistungBeides meint dasselbe: die Leistung bei 1.000 Watt Einstrahlung je Quadratmeter und 25 Grad Modultemperatur. Auf dem Dach werden diese Bedingungen fast nie erreicht – deshalb ist der spezifische Ertrag die ehrlichere Größe.
Zelle, Modul und StringDie Zelle ist das einzelne Siliziumplättchen, das Modul fasst 60 bis 144 davon zusammen, der String ist eine Reihe Module an einem Eingang des Wechselrichters. In einem String bestimmt das schwächste Modul den Strom – deshalb ist Teilverschattung so teuer.
Gleichstrom und WechselstromModule liefern Gleichstrom, das Hausnetz braucht Wechselstrom. Der Wechselrichter wandelt um, mit rund 97 Prozent Wirkungsgrad. Ein Speicher arbeitet wieder mit Gleichstrom – daher die Frage nach AC- oder DC-Kopplung.
VolllaststundenEine Rechengröße: der Jahresertrag geteilt durch die Nennleistung. In Deutschland rund 1.000 Stunden. Sie beschreibt nicht, wie lange die Anlage läuft, sondern wie lange sie theoretisch mit voller Leistung laufen müsste, um denselben Ertrag zu liefern.
Performance RatioDas Verhältnis aus tatsächlichem und rechnerisch möglichem Ertrag. Gute Anlagen liegen zwischen 80 und 90 Prozent. Der Rest geht durch Temperatur, Leitungen, Wechselrichter und Verschmutzung verloren – siehe Ertrag berechnen.
Einspeisevergütung und DirektvermarktungDie Vergütung ist ein fester Satz je eingespeister Kilowattstunde, 20 Jahre lang garantiert. Direktvermarktung heißt: Ein Dienstleister verkauft den Strom an der Börse, der Erlös schwankt. Für kleine Dachanlagen ist sie bisher die Ausnahme.
Netzgekoppelt und InselanlageNetzgekoppelte Anlagen arbeiten mit dem öffentlichen Netz zusammen und schalten bei Netzausfall ab. Inselanlagen versorgen etwas ohne Netz – Gartenhaus, Wohnmobil, Berghütte. Das Eigenheim ist fast immer der erste Fall.

Alle weiteren Begriffe stehen im Glossar.

Grundlagen

Rechnen und einordnen

Technik und Markt

Wenn Sie vor einer Entscheidung stehen

Die Grundlagenseiten erklären, wie etwas funktioniert. Für die Frage, ob es sich bei Ihnen lohnt, führen diese Seiten weiter – jeweils mit Rechner:

Häufige Fragen

Funktioniert Photovoltaik auch bei bedecktem Himmel?

Ja, mit weniger Leistung. Module brauchen Licht, nicht direkte Sonne – an einem trüben Tag liefern sie etwa 10 bis 25 Prozent der Leistung eines klaren Tages. Deshalb kommt in Deutschland überhaupt ein nennenswerter Ertrag zusammen, obwohl die Zahl der Sonnenstunden überschaubar ist.

Braucht die Herstellung mehr Energie, als die Anlage liefert?

Nein. Die energetische Amortisationszeit liegt in Mitteleuropa bei etwa ein bis zwei Jahren – danach hat die Anlage die Energie ihrer Herstellung wieder eingespielt. Bei einer Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren liefert sie also ein Vielfaches dessen, was sie gekostet hat.

Was ist der Unterschied zu Solarthermie?

Photovoltaik macht Strom, Solarthermie macht Wärme. Eine Solarthermieanlage erwärmt Wasser für Heizung und Dusche und hat dabei einen deutlich höheren Wirkungsgrad – dafür lässt sich Wärme schlechter speichern und gar nicht verkaufen. Der Vergleich steht unter Solarthermie oder Photovoltaik.

Wie gefährlich ist der Gleichstrom auf dem Dach?

Die Spannung im String liegt bei mehreren hundert Volt und lässt sich nicht einfach abschalten, solange die Sonne scheint – das ist der Grund für Feuerwehrschalter und sorgfältige Leitungsführung. Für Bewohner ist das ohne Bedeutung, für Arbeiten am Dach sehr wohl: Das ist Sache eines Elektrofachbetriebs.

Lohnt sich Photovoltaik in Deutschland überhaupt?

Rechnerisch ja: Die Kilowattstunde vom eigenen Dach kostet 9 bis 14 Cent über 20 Jahre, Netzstrom das Zwei- bis Dreifache. Der Unterschied zwischen Flensburg und Freiburg beträgt rund 17 Prozent Ertrag – er entscheidet über die Höhe des Vorteils, nicht über sein Vorhandensein.

Quellen

Angebote vergleichen